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Trauma und Grenzen

11.07.2017 | 2 Kommentare

Bei einer Traumatisierung werden meist alle Grenzen gesprengt

​Eine Traumatisierung bedeutet immer, dass die geistigen, emotionalen und/oder körperlichen Grenzen eines Menschen massiv überschritten werden. Dies kann z.B. durch einen Autounfall, eine Operation, Demütigung, Vernachlässigung oder Gewalt in jeder Form geschehen.

Werden Grenzen zu massiv überschritten, flüchten wir in die Dissoziation

​​​Wenn wir von einer Situation überwältigt werden und diese nicht mehr aushalten, fliehen wir sozusagen aus unserem Körper, um unsere psychische Integrität wahren zu können. Dieses Fliehen nennt sich Dissoziation und bedeutet, dass wir die Situation dann wie von außen, quasi als Zuschauer erleben. Leider führt dies dazu, dass der eigene Körper hinterher nicht mehr als zuhause sondern als vermeintlicher Sitz des Grauens empfunden wird. Darin liegt eine tiefe Dramatik und Grausamkeit, denn wir brauchen unseren Körper mit seinen Grenzen, um uns selbst zu spüren und um unseren Platz in dieser Welt zu finden und halten zu können. Der Verlust des eigenen Körpers und der damit verbundenen Sicherheit, führt zu Einsamkeit und Angst. Es ist ungeheuer wichtig, wieder die eigenen Grenzen spüren und verteidigen zu lernen, denn nur dann können wir unseren Körper wieder als ein Zuhause empfinden, in das wir einziehen wollen.

Wieder lernen, Grenzen zu setzen

​​Vor allem für Frauen, die sexuelle Übergriffe erlebt haben, kann es sehr hilfreich sein, an einem Selbstverteidigungskurs (z.B. WenDo) teilzunehmen, um auch die Instinktebene im Kopf davon zu überzeugen, dass ich heute meine Grenzen verteidigen kann.

Stell Dir vor, Du hast ein Haus, dessen Türen und Fenster immer offen sind – jeder kann dort nach Belieben herein- und herausspazieren, weil Du Dein Grundstück nicht beschützen kannst. Würdest Du in dieses Haus einziehen wollen? Wohl kaum. Und das gleiche passiert mit unserem Körper. Leider wird die Bedeutung von Körper noch immer in vielen Therapien komplett unterschätzt.

Wir brauchen unseren Körper

​​Wir sind unser Körper, denn ohne ihn könnten wir nicht überleben und auch keine Emotionen empfinden oder ausdrücken. Ohne Körper kann keine Integration bzw. Heilung stattfinden. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg ist wirklich, den eigenen Körper wieder verteidigen zu können, diesen Raum um sich herum klar halten zu können, Menschen sagen zu können: “Bis dahin und nicht weiter!“ oder „Das will ich nicht!“. Es ist wichtig, Grenzen klar und deutlich setzen zu können ohne dabei mein Gegenüber verbal oder physisch anzugreifen.

​Ich freue mich über Dein Interesse und hoffe, Du konntest wieder etwas mitnehmen.

​​​Liebe Grüße
Dami.​​

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Mit diesen Fragen habe ich mich 2016 auseinandergesetzt und meine ganz persönlichen Erfahrungen gemacht. Darüber möchte ich dir heute mehr erzählen.

2 Kommentare

  1. Katharina

    Vielen Dank für Deinen Text Trauma und Grenzen.
    Ich habe bisher sehr wenig darüber gefunden, welche Auswirkungen es haben kann, wenn man gelernt hat, dass die eigenen Grenzen nicht gelten.
    Du hast mir weitergeholfen.
    Danke.

    Antworten

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