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Das Beobachter -Ich

von | 28.03.2021 | 0 Kommentare

Stell dir vor, du sitzt im Kino und schaust dir einen Film an.
Vielleicht siehst du eine spannende Tierdokumentation und bist fasziniert von den Löwen, die auf Beutezug sind.
Hast du Angst, dass sie dich angreifen?
Sicher nicht, denn du sitzt ja sicher im Kino und nicht mitten in der Savanne.
Du bist der Beobachter.

Was wäre, wenn auf der Leinwand plötzlich deine eigenen Gedanken auftauchen. Oder deine Gefühle?
Wie wäre es, deinen eigenen Gedanken oder Gefühlen zuzusehen?

Es macht einen großen Unterschied, ob wir immer nur mitten in unserer Gedanken- und Gefühlswelt sitzen oder ob es uns möglich ist, ihnen immer wieder zuzuschauen.

Diese Fähigkeit nennt man den inneren Beobachter oder auch das Beobachter-Ich.

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Was ist ein Beobachter-Ich?

Der Innere Beobachter ist der Aspekt in uns, der beobachten kann, was wir fühlen und denken, in dem Moment da die Gefühle und Gedanken in uns auftauchen.

Wir können über uns oder einem Ereignis aus unserem Leben erzählen aus der Sicht einer dritten Person.

Das Beobachter-Ich entwickelt sich, indem ich Dinge beschreibe, die in mir sind.

Warum ist es wichtig, sich selbst beobachten zu können?

Je besser ich lerne, mich selbst zu beobachten, desto mehr Abstand bekomme ich zu den immer wiederkehrenden und oft negativen Gedankenschleifen.

Ich bin nicht mehr komplett identifiziert mit dem, was in mir ist. Es bekommt einen Namen und wird damit mir selbst, aber auch anderen zugänglich.

Ich brauche das Beobachter-Ich:

  • für Veränderungen,
  • um immer wieder zu schauen: „Bin ich auf dem richtigen Weg?“,
  • waren meine Handlungen hilfreich oder eher kontraproduktiv,
  • Überprüfung im Nachgang oder auch schon während der Handlung,
  • Abstand zu einer Identifizierung: „Das bin ich!“ oder „So bin ich!“,
  • Pause zwischen Reiz und Reaktion.

Wie lerne ich, mich selbst zu beobachten?

Der Grundstein für die Fähigkeit, mich selbst zu beobachten wird in der Kindheit gelegt.
Dafür ist es wichtig, dass ich gefragt werde, wie mein Tag war, was ich erlebt habe und wie es mir geht. So lerne ich als Kind über Sprache etwas mitzuteilen.

Erlebe ich das als Kind nicht oder werde für meine Gedanken oder Fragen belächelt oder gar bestraft, dann kann sich diese Fähigkeit nicht bilden. Ich bleibe in meiner Gedankenwelt gefangen und finde keine Worte für das, was mich bewegt.
Auch die Bewertung von Gefühlen übernehme ich als erstes von meinen Bezugspersonen.

Um diese Fähigkeit nachzulernen kann ich verschiedene Wege gehen:

  • Tagebuch schreiben
  • Beschreibung, was mit mir ist
  • den Dingen Worte zuschreiben
  • Gefühle benennen
  • von außen beobachten, was ich tue bzw. was ich getan habe
  • neugierig bleiben

Innerer Kritiker oder Beobachter-Ich? Eine Frage der Bewertung….

Es ist kaum möglich, die eigenen Gedanken oder Gefühle nicht zu bewerten. Das machen wir ständig.

Leider neigen wir dann dazu, dem inneren Kritiker zu viel Raum zu geben und uns selbst so zu sehen, wie er es uns ständig einredet.

Es geht darum, einen wohlwollenden Blick auf dich selbst und das, was dich bewegt zu bekommen.

Es sollte um die Frage gehen:

• War das gut und hilfreich für mich?
• Was kann ich anders machen, was kann ich behalten?

Problematisch wird es immer dann, wenn wir sehr emotional werden. dann verlieren wir oft das Beobachter-ich und neigen eher dazu, dem inneren Kritiker zu folgen und uns damit zu identifizieren.
Dann macht es Sinn, eine Pause zu machen, zweimal tief durchzuatmen und sich zu fragen: „Stimmt das? Und muss das für immer so bleiben?“ Und wieder zu versuchen drauf zu schauen und bewusst zu entscheiden, ob ich das jetzt so mache oder nicht.

Das erfordert etwas Übung. Stell dir vor, du bekommst das, was gerade in dir ist von einer Freundin erzählt….was würdest du ihr raten? Und vor allem, wie würdest du mit ihr umgehen?

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