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Das Herz von Trauma – emotionale Flashbacks und warum wir sie nicht bemerken

03.06.2019 | 0 Kommentare

Die Dramatik, die sich im Leben von Betroffenen von Traumatisierungen widerspiegelt, ist der ständige innere Flashback, der passiert

Damit sind nicht nur die klassischen Flashbacks gemeint, wo Menschen sich kurz wie in die Vergangenheit versetzt fühlen, was ihnen hinterher auch klar ist. Dies sind klassische Flashbacks von Schocktrauma. Zum Beispiel wie bei Kriegsveteranen, die sich auf den Boden werfen, weil irgendwo ein Auspuff vom Auto knallt. Das passiert natürlich auch mit anderen Schocktraumata, dass plötzlich Erinnerungen angetriggert werden und diese Erinnerungen so stark sind, dass Betroffene das Gefühl haben, sie passieren JETZT.

Emotionale Flashbacks

Der Amerikanische Psychologe Pete Walker hat diesen passenden Begriff etabliert. Diese Art von Flashbacks sind viel häufiger und ohne dass man bemerkt, dass es sich hier um einen Flashback handelt. Wir reagieren nicht auf die Realität um uns herum. Aber in solchen Situationen denken wir wohl, dass wir das gerade tun. Diesen Flashbacks ist nur mühsam beizukommen. Gerade bei Entwicklungstraumata und komplexen Traumatisierungen prägen uns diese frühen Verletzungen so sehr, dass wir eine bestimmte Annahme haben, wie die Welt sei.

Alles kann ein Trigger sein

Ein Blick, jemand ruft viel später als erwartet zurück, ein Freund oder eine Freundin kommen nicht pünktlich zum verabredeten Treffen – das können kleine Alltagsereignisse sein, die Betroffene wieder in einen emotionalen Zustand versetzen, der zwar ihren Prägungen und traumatischen Erfahrungen entspricht, in dem Moment aber nichts mit der Realität und der wirklichen Intention der anderen Personen zu tun hat.

Plötzliches Erleben von sehr starken und unangenehmen Gefühlen

Viele Betroffene reagieren dann sofort darauf was nicht selten zu dramatischen Situationen und unangenehmen Auseinandersetzungen führt. Später merken  sie vielleicht – sie haben gar nicht auf die Person oder das Ereignis reagiert. Sie haben auf „früher“ reagiert. Grade in Beziehungen sind wir dafür hochanfällig. BindungsforscherInnen sprechen inzwischen davon, dass bis zu 90% unserer Reaktionen gar nicht auf das Gegenüber gerichtet sind, sondern auf die Vergangenheit. Sich diesen Umstand bewusst zu machen, damit zu arbeiten und immer mehr zu lernen, sei es durch Therapie, deine innere Auseinandersetzung und Reflexion, eine Pause zwischen Reiz und Reaktion hinzubekommen, ist wahnsinnig wichtig.

Dein Gehirn will schnell reagieren

Gefahr erkannt – Gefahr gebannt. Da eine Pause reinzubekommen und erstmal abzuchecken – Wo bin ich? In welchem Jahr bin ich? Wer ist mein Gegenüber und will diese Person mir wirklich grade etwas Schlechtes? – ist gar nicht so einfach aber durchaus sinnvoll. Je länger wir Pause machen, desto mehr Informationen kann das Gehirn verarbeiten. Wohlmöglich kommst du dann zu einem anderen Schluß und hast die Freiheit, anders zu regieren als sonst. Das ist ein wichtiger Schritt um wieder mehr Leben und Lebendigkeit in deinem Alltag zu erfahren und zu spüren. Es ist eine Möglichkeit, die emotionalen Flashbacks zu erkennen und eine Pause einzulegen, ehe du reagierst.

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