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Der Elektrozaun um uns herum

von | 30.10.2020 | 0 Kommentare

Wenn wir über Angst sprechen, dann ist uns oft nicht klar, wie viele verschiedenen Formen und Ausprägungen von Angst es gibt und wie unterschiedlich ihr Einfluss auf unser Leben ist.

Heute geht es um eine Form der Angst, die oft unerkannt unser Verhalten bestimmt und damit auch unsere Entscheidungen und die Art, wie wir unser Leben gestalten.

Es gibt eine Angst, die selten wirklich zu sehen ist, uns aber ständig umgibt. Sie ist wie ein Elektrozaun, der verhindert, dass wir bestimmte Grenzen überschreiten.

Das ist die Angst vor den Folgen unseres Handelns.

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Wie die Angst vor Konsequenzen unser Leben beeinflusst

Stell dir vor, dass wir alle um uns herum einen Elektrozaun haben. Dieser Zaun sorgt dafür, dass wir unser gewohntes und scheinbar sicheres Terrain nicht verlassen. Jedes Mal, wenn wir es doch tun, laufen wir in diesen Zaun. Wir bekommen einen Schlag und schrecken zurück. Immer dann, wenn wir uns mehr bewegen als gewohnt, wenn wir „gefährliche“ Richtungen einschlagen, wenn wir vertrautes Gebiet verlassen, bekommen wir einen Strom-Schlag.

Oft steckt dahinter eine alte Erfahrung, dass es schlimme Folgen haben kann, diese Umgrenzung zu verlassen. Das ist wie eine Konditionierung. Wir richten uns danach, auch wenn die Gefahr schon lange vorbei ist.
Die Folge davon ist, dass wir Entscheidungen nicht aus einer Lust am Leben, sondern aus der Angst vor den Folgen unserer Handlungen treffen.

Das macht unser Leben eng.

Wir bewegen uns praktisch immer nur im gewohnten Radius und bleiben innerhalb der Grenzen, die uns unser persönlicher Zaun setzt.

Will ich diesem Zaun, dieser Konditionierung immer folgen?

Verlassen wir diesen eingegrenzten Raum ist das in der Regel mit viel Aufregung verbunden.

Wir neigen dazu, alles Angst zu nennen, was ein bestimmtes Erregungs- oder Expansionsniveau in uns überschreitet.
Dabei kann es sein, dass du einfach nur aufgeregt oder sogar glücklich bist!
Dein inneres System hat aber gelernt, alle höheren Erregungszustände als Angst zu definieren, und das hat dann Auswirkungen darauf, wie wir uns fühlen.

Ich möchte dich zu einem Experiment einladen. Dabei gibt es kein richtig oder falsch!
Was würde denn für dich passieren, wenn du eine Zeit lang das Wort „Angst“ nicht benutzt?
Stattdessen beobachtest du, wie viel Erregung gerade in dir ist und was sie mit dir macht.
Was passiert, wenn sich diese Erregung im Körper verteilt? Wenn du dich dabei orientierst und weiter atmest?
Mit der Zeit wirst du unter Umständen merken, dass du immer mehr Kapazität für diese Erregung bekommst und du sie nicht immer gleich „Angst“ nennen musst.

Nimm dir Zeit!

Glaube niemanden, der dir sagt, das alles würde ganz schnell gehen. Das tut es nicht.
Das alles sind Dinge, die ganz tief in uns eingraviert sind und es braucht Zeit.

Die alten Konditionierungen und Wege gehen nicht weg, sondern neue entstehen.
Hab Geduld mit dir. Das ist ein Prozess, ein Lernweg. Aber es gibt ihn.
Und mit der Zeit wirst du bemerken, dass du immer besser in deine eigenen Gedankenassoziationen eingreifen kannst und auch in das, was du jetzt „Angst“ nennst.

Das braucht Mut und Zeit.

Wenn du mehr über das Thema Angst wissen möchtest, kannst du hier weiterlesen:

Wie Angst entsteht

Neue Erkenntnisse zum Thema Angst

Angst: Wie sie entsteht und wie du mit ihr umgehen kannst

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