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Die Kunst der Selbstberuhigung

von | 22.01.2021 | 1 Kommentar

Wie kann ich mich selber beruhigen?
Das ist für viele, die von Trauma und auch Entwicklungstrauma betroffen sind, eine wichtige Frage.

Ein wesentliches Merkmal von Trauma ist Überwältigung.
Der größte Faktor dabei ist, immer wieder von Emotionen oder Gefühlen regelrecht überschwemmt zu werden und dann Dinge zu tun, die nicht gut sind. Oder wir ergreifen destruktive Maßnahmen zur Selbstberuhigung, bzw. gehen in die Vermeidung und weichen den Gefühlen aus.

Vor allem aber ist es sehr belastend, immer wieder in alte Gefühle zu fallen.

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Warum wir immer unruhiger werden

Unser autonomisches Nervensystem ist in ständiger Schwingung.

Entweder schwingt es in den oberen Bereich, wo wir erregt sind, freudig, neugierig…
Das ist der sympathische Bereich.

Oder es geht nach unten in den parasymathischen Bereich, wo wir entspannen und ruhig werden.

Ein gut reguliertes Nervensystem sollte immer in Schwingung sein.

Sind wir, auf Grund von Traumata permanent dysreguliert, bleiben meistens in einem der beiden Bereiche stecken.
So können wir weder mit freudiger Neugier ins Leben gehen noch wirklich entspannen.

Ich habe darüber eine sehr schöne Beschreibung gehört, die ich inzwischen als symptomatisch für unsere Gesellschaft sehe:

„Die ganze Gesellschaft atmet nur noch ein und nicht mehr aus.“

Wir halten uns ständig auf einem sehr hohen Erregungsniveau und lassen kaum noch den parasympathischen Teil zu, weil er uns auch sehr verletzlich macht. Wir kommen mit Dingen in Kontakt, die wir nicht haben wollen und die schmerzlich sind.

Wie kann ich mich selbst beruhigen?

Die Frage ist nun, wie kann ich immer mehr Ruhe in meinen Alltag bringen?
Wir brauchen einen Weg der Selbstberuhigung.

Im besten Fall kannst du das selbst über die Regulation durch das autonome Nervensystem.
Die Selbstregulation zu verbessern, ist das Kernstück meiner Arbeit und was ich vor allem über meinen Kurs „Mit Trauma leben“ anbiete.

Hier möchte ich auf nur einen Aspekt davon eingehen, den du vielleicht für dich nutzen kannst.

Der direkteste Eingriff auf unser autonomes Nervensystem ist der Atem.

Im Video gebe ich dir ganz konkrete Anleitungen, wie du wieder anfangen kannst, den Atem für dich zu nutzen und wie du dich darüber beruhigen kannst.

Die Psyche folgt dem Körper

Der Einfluss, den unser Atem auf unsere Körperempfindungen und damit auf unsere Gefühle hat, wird oft unterschätzt.

Du kannst für dich einmal ausprobieren, was passiert, wenn du dich hinsetzt und flach und schnell hintereinander atmest. Welches Gefühl spürst du dann vorrangig? Oft signalisiert diese Atmung dem Körper Gefahr und er sucht nach etwas, was Angst macht.

Du kannst aber umgekehrt auch die Psyche über den Körper beruhigen.

Probiere es einfach mal aus!

Atem ist einer der direktesten Wege, um Selbstberuhigung zu lernen.

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1 Kommentar

  1. Monica

    Liebe Dami Charf,

    mit den kurzen Einatmen durch die Nase und den länger Ausatmen, ist es nicht einfach. Ich versuche es weiterhin.

    Ich fühle mich seit dem ich über meinem damaligen Jahrelangen körperlich und seelische Missbrauch, ab den ca. 4/5 Lebenjahr gesprochen habe, vom Umfeld in dem Tod gedrängt. Es gibt keine wirkliche Hilfe. Bei ihnen fühle ich mich verstanden. Ich bin innerlich ohne Kraft und möchte lieber sterben als ständig und erneut keine Glaubwürdigkeit zu erfahren. Als Kind und später als Erwachsene ist es zu spät, zu starke Verletzungen, körperliche und seelische Gewalteinwirkungen kann ich bis heute nicht verarbeiten und ich habe vieles versucht. Mein Leben war ab den 4/5 Lebenjahr zerstört. Heute fühle ich mich überflutet, wenn ich alltägliche Dinge mache.

    Liebe Dami Charf, deine Arbeit ist für mich sehr hilfreich. Ich wünschte ich hätte damals auch eine Traumaausbildung versucht, wie Sie es auch gemacht haben. Leider ist meine Konzentration ist begrenzt.

    Sie können wunderbar aufklären und das hilft mir sehr. Dann fühle ich mich nicht mehr so alleine. Es gibt kaum Therapeuten die sich mit den Thema, Entwirklungsrrauma beschäftigen und auskennen. Es gibt Erniedrigungen und Ablehnung, auch von Ärzten.
    In ihren Buch lese ich jeden Tag einige Zeilen und finde es hilfreich.
    Ich
    Danke Ihnen für Ihre einzigartige Gabe und Arbeit.

    Mit herzlichen Grüßen, Monica Hoepke

    Antworten

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