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Wie aus Trauma Einsamkeit entsteht

von | 28.04.2022 | 15 Kommentare

Einsamkeit ist eines der schmerzhaftesten Gefühle, die es gibt. Einsamkeit macht uns krank, verzweifelt und lässt uns mit dem Leben hadern.

Einsamkeit und Alleinsein sind zwei verschiedene Zustände. Viele Menschen glauben, dass Einsamkeit entsteht, wenn man zu viel alleine ist, keine Freund*innen und keine Partnerschaft hat. Das ist falsch. Viele Menschen sind besonders einsam, wenn andere Menschen um sie herum sind.

Wenn du schon einmal eine Beziehung hattest, die nicht mehr gut war und in der du dich nicht mehr verbunden gefühlt hast, dann kennst du wahrscheinlich das furchtbare Gefühl „zu zweit einsam“ zu sein. Einsamkeit ist etwas völlig anderes als sich „mal alleine“ zu fühlen.

Lies in diesem Artikel mehr zum Thema Einsamkeit: Wie sie entsteht, welche Formen es gibt und was ihre Ursachen sein können.

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Einsamkeit ist ein Zustand, den in Deutschland inzwischen 10 – 20 % der Menschen als Lebensgefühl angeben, das ist fast jede*r fünfte. Am meisten betroffen sind – wie man sich denken kann – Menschen über 80, deren Freund*innen und Partner*innen dann oft verstorben sind. Aber auch die Altersgruppe von 18 bis 40 ist inzwischen deutlich betroffen.

Was ist Einsamkeit eigentlich genau?

„In der psychologischen Forschung wird zwischen emotionaler (…), sozialer (…) und kollektiver Einsamkeit unterschieden (…). Von emotionaler Einsamkeit wird gesprochen, wenn Betroffenen erfüllende, enge Beziehungen fehlen, z. B. zu einem Partner oder einer Partnerin. Von sozialer Einsamkeit wird gesprochen, wenn Betroffene sich nicht ausreichend gut in ein soziales Netzwerk an Freund*innen oder Bekannten eingebunden fühlen. Von kollektiver Einsamkeit wird gesprochen, wenn Betroffene die Zugehörigkeit zu größeren gesellschaftlichen Gruppen vermissen oder sich fehl am Platz fühlen in der Gesellschaft, in der sie leben.“ – Dr. Susanne Bücker „Einsamkeit – Erkennen, evaluieren und entschlossen entgegentreten“, 2021

Einsamkeit ist ein Zustand der Unverbundenheit, den man (zu dieser Zeit) nicht auflösen kann. Einsamkeit entsteht durch die Diskrepanz zwischen dem Wunsch nach Kontakt, Verbindung und Verbundenheit und dem, was man aktuell fühlt und lebt.

Ich würde Einsamkeit als eine Art ständigen Liebeskummer beschreiben. Sie macht unser Herz schwer. Sie lähmt uns. Sie drückt uns nieder. Dauert sie zu lange, dann erzeugt sie Dauerstress in unserem Körper und macht uns krank. Einsamkeit kann uns in die Depression führen oder Angststörungen erzeugen.

Was ist die Ursache von Einsamkeit?

Es gibt laut Forschung verschiedene Ursachen von Einsamkeit.

  • Einmal ist da die Einsamkeit des Alters – durch den Tod von Freund*innen und Partner*innen.
  • Menschen sind auch einsam, wenn sie (noch) kein soziales Netz haben, zum Beispiel weil sie umgezogen sind und sie lange brauchen, um ihr neues soziales Netz aufzubauen.
  • Einsamkeit kann durch soziale Isolation entstehen.
  • Auch Armut kann Einsamkeit erzeugen, weil man aufgrund der finanziellen Situation Schwierigkeiten hat, am sozialen Leben teilzuhaben.

Einsamkeit ist inzwischen so epidemisch, dass es in Großbritannien sogar ein Ministerium für Einsamkeit gibt.

Einsamkeit kann ein Symptom von Trauma sein

Haben Menschen ein Schocktrauma erlebt, so wirft sie dies meist aus ihrem Alltag und aus ihrem gewohnten Erleben der Welt. Sie sehen die Welt um sich herum auf einmal anders. Alles ist unsicherer und gefährlicher. Sie trauen sich vielleicht auf einmal Dinge nicht mehr zu, die vorher normal waren. Sie sind selbstunsicherer auf Grund des Erlebten und wirken nicht mehr so entspannt wie früher auf andere Menschen. Ihre Umgebung kann häufig mit diesen schwerwiegenden und furchtbaren Erlebnissen nicht umgehen und erwartet eine schnelle Rückkehr zur Normalität.
„Lass das doch jetzt mal hinter dir!“ sind Sätze, die Betroffene oft hören. „Schau doch endlich wieder nach vorne!“
Das Umfeld kann und will sich nicht mit der Angst und den Gefühlen auseinandersetzen, die betroffene Menschen haben und drängt auf „Normalität“. Das isoliert die Betroffenen noch mehr und führt letztlich zu Rückzug, weil man sich so unverstanden fühlt.

Bei Entwicklungstrauma ist die Wirkung auf uns eher, dass wir uns intern isoliert fühlen. Die Verbindung zu anderen Menschen fühlen wir einfach nicht – selbst wenn wir mit ihnen im Gespräch sind. Wir sehen die Menschen um uns herum, aber wir fühlen sie nicht. Wir fühlen uns nicht „als Teil der menschlichen Spezies“, wie viele Betroffene es beschreiben.
Zudem empfinden viele die Welt als feindlichen Ort, vor dessen Verletzungen man auf der Hut sein muss. Die Welt wird häufig wie durch eine Glasscheibe wahrgenommen, man möchte so gerne dazu gehören, aber man weiß einfach nicht wie. Man ist Zuschauer*in des eigenen Lebens.

Wir tragen unter Umständen die Resignation schon in uns

Viele von Entwicklungstrauma Betroffene tragen diese Resignation sowieso schon in sich. Sie haben sie bereits als Baby erworben.

Vielleicht hast du schon einmal ein unzufriedenes oder ängstliches Baby oder Kleinkind gesehen? Als erstes wendet es sich knöternd der Bezugsperson zu und streckt die Ärmchen aus, um Zuwendung zu bekommen. Funktioniert dies nicht, fängt es an zu weinen. Wird es dann immer noch nicht beruhigt, beginnt ein lautes durchdringendes Schreien.

Lässt man Kinder dann schreien, schreien sie, bis sie müde sind. Babys und Kleinkinder können sich bei Stress nicht selbst beruhigen, da ihr parasympathisches Nervensystem noch nicht ausgebildet ist. Wenn sie schreiben, können sie nicht mehr aufhören, bis sie erschöpft sind.

Passiert dies öfter, weil die Eltern das Kind nicht beruhigen können oder wollen, fängt das Kind an zu resignieren. Es gibt auf, um Hilfe zu rufen. Es wird still. Manche Eltern empfinden dies dann als sehr angenehm und denken ihre Erziehung habe gefruchtet und das Kind habe z.B. gelernt, alleine zu schlafen.

Dies ist aber nicht der Fall, das Kind hat einfach resigniert.

Wir tragen dadurch unter Umständen schon die Resignation in uns. Diese Resignation macht uns später noch einsamer, weil wir uns so hilflos fühlen und nicht wissen, wie wir dem entkommen und Kontakte selbstwirksam initiieren können.

Ein weiterer Grund für die vermehrte Einsamkeit könnte sein, dass Kinder nicht mehr lernen, wie man Kontakte und Freundschaften entwickelt. In seinem Buch „Stolen Focus“ geht Johann Hari darauf ein, dass die unbeaufsichtigte Spielzeit von Kindern in den letzten Jahrzehnten massiv abgenommen hat.

Früher wurden Kinder einfach auf „die Straße“ geschickt zum Spielen. Sie mussten sich dort mit anderen Kindern zurechtfinden und dabei lernen, Anschluss zu finden und Freunde zu gewinnen. Diese Fähigkeit geht heute mehr und mehr verloren. So wissen viele Menschen nicht mehr, wie man überhaupt Kontakt macht und Freunde gewinnt. Es ist eine Fähigkeit, die wir als Kinder im Spiel mit anderen Kindern lernen.
Außerdem lernen wir von unseren Eltern und dem, wie sie Beziehung und Kontakt herstellen.

Einsamkeit ist in erster Linie ein Gefühl

Einsamkeit kann etwas mit einer isolierten Lebenssituation zu tun haben. Das muss aber nicht so sein. Man kann sich auch einsam fühlen, wenn man ein großes soziales Umfeld hat.
Einsamkeit ist ein Gefühl, das wir in uns tragen.

Es hat auch etwas damit zu tun, wie verbunden ich mich mit mir selbst fühle: Wie ich Gefühle ausdrücken kann. Und wie ich mich und meine Bedürfnisse wahrnehmen kann.

Um mit einem anderem Menschen Kontakt aufnehmen zu können, muss ich zunächst im Kontakt mit mir selbst sein. Kann ich mich nicht fühlen und kann kaum formulieren, wie es mir geht, dann werden meine Kontakte oberflächlich sein und gehen über einen Austausch des täglichen Tuns nicht hinaus. Ich bleibe mir und meinem Gegenüber dadurch verborgen und fremd. Eine tiefere Verbindung ist kaum möglich.
Möchte ich einen Kontakt vertiefen, dann muss ich mich zeigen. Um mich zeigen zu können, muss ich mich fühlen und etwas über mich selbst wissen.
Für viele Menschen ist das schwer.

Die Frage des Vertrauens

Andere Betroffene haben immer Angst vor Verletzung und trauen anderen Menschen nicht. Sie suchen verzweifelt nach einer vertrauenswürdigen Person, der sie sich öffnen können.
Sie suchen das Vertrauen an der falschen Stelle. Man muss zunächst sich selbst vertrauen, bevor man anderen vertrauen kann. Wenn man weiß, dass man Verletzungen überlebt und diese wieder vergehen, kann man unbefangener in Kontakte gehen und ausprobieren, wie sich eine Verbindung entwickelt.
Insofern ist Selbstvertrauen eine wichtige Grundlage, um Einsamkeit zu überwinden.

Wie kann man Einsamkeit überwinden?

Immer wieder höre ich, wie einsam jemand ist. Und wie groß die Hoffnung ist, dass irgendwann jemand kommt und diese Einsamkeit durchbricht. Leider ist es sehr unwahrscheinlich, dass jemand an der Tür klingelt und Interesse an uns hat. Das ist grausam, aber leider wahr.

Für das Durchbrechen von Einsamkeit gibt es kaum gute „Tipps und Ratschläge“. Aus dem einfachen Grund, weil viele sehr einsame Menschen gar nicht das Problem haben, dass da niemand ist. Da sind Menschen, aber sie können die Verbindung nicht fühlen.

Menschen, die wirklich kein soziales Umfeld haben, haben die Aufgabe, Dinge außerhalb ihrer Wohnung zu tun. Und auch da beißt sich die Katze oft in den Schwanz, weil damit manchmal Ängste verbunden sind, die nicht überwindbar erscheinen.

Einsamkeit löst sich nicht von selbst auf, außer sie ist eine Begleiterscheinung von Lebensumständen, die sich wieder verändern.

Wir müssen aktiv etwas tun. Vielleicht musst du lernen, wie man Kontakt mit anderen Menschen macht und forderst dich selbst heraus, einmal jemanden zu fragen, ob er oder sie einen Tee oder Kaffee mit dir trinken geht. Oder du meldest dich zu einem Kurs an und beginnst eine Tätigkeit, die du vielleicht schon lange einmal machen wolltest. Dort übst du, mit anderen Menschen zu sprechen.

Einsamkeit macht uns bedürftig. Wir brauchen Kontakt und Menschen. Wir sind in Not. Leider führt dies dazu, dass das Knüpfen von Kontakten eher schwieriger wird. Es ist wichtig, immer mitzudenken, dass andere auch etwas wollen oder brauchen und es um Geben und Nehmen bei Kontakten geht. Je bedürftiger wir sind, desto schwerer fällt uns das. Deswegen ist es gut, sich daran zu erinnern.

Fühlst du dich in dir eingesperrt, dann ist es wichtig, dass du lernst, dich und deinen Körper zu fühlen. Vielleicht hilft dir dabei eine Therapie oder eine therapeutische Gruppe. Vielleicht übst du mit einer vertrauten Person, mehr über dich selbst zu erzählen, und beobachtest, welche Wirkung das auf dich hat.

Einsamkeit ist ein Symptom und keine Ursache

Ich persönlich glaube, dass es zwei Dinge gibt, in die wir unsere Energie stecken sollten, weil wir hier den meisten „Gewinn“ für uns und unser Leben haben werden:

  • Wir sollten lernen und üben, uns gut zu regulieren
  • Wir sollten Energie in soziale Beziehungen „investieren“ und ein soziales Netz aufbauen.

Das sind die beiden Grundfaktoren für ein erfülltes Leben.
Einsamkeit ist ein Symptom und keine Ursache. Wir können lernen, die Ursache zu verändern, und dies bedeutet, wirklich Zeit und Energie in das Umlernen von den Mustern zu stecken, die uns einsam machen.
Das ist auf jeden Fall lohnend eingesetzte Zeit und Energie!

PS: Da ich immer wieder von den Schwierigkeiten höre, die viele Menschen damit haben, echte Freundschaft zu erleben, entstand die Idee für ein 6-teiliges Gespräch über Freundschaft, das du nun auf meinem Youtube-Kanal ansehen kannst.
Hier ist der Link: Wie du tiefe und tragfähige Freundschaften aufbaust

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15 Kommentare

  1. Liebe Dami,
    ich danke dir für deine Worte. Ich leide schon seit längeren an Depressionen und fühle mich schon lange einsam. Ich bin eine Grüblerin und drehe mich oft im Kreis mit meinen Gedanken und Ängsten. Es ist tatsächlich so bei mir, wie du sagst. ich sehe die Menschen und das Geschehen oft wie durch eine Glasscheibe eben komplett unverbunden. Aber ich habe einen Weg gefunden. Seit einiger Zeit besuche ich wöchentlich einen Chor. Dieser Chor ist ohne Leistungsanspruch. Wir singen einfach drauf los. Das ist so wunderbar, denn wenn ich singe, denke ich nicht. Beim Singen kann ich mich spüren. Oft kommen mir die Tränen, weil sich so viel Druck löst. Mir geht es jedes Mal besser nach dem Chorabend. Auch die Menschen, die ich dort treffe gehen sehr liebevoll miteinander um. Sie schauen mir in die Augen bei der Begrüßung. So verbinde ich mich mit ihnen.

    Antworten
  2. Liebe Dami Charf,

    vielen Dank für Ihren Blog : „Wie aus Trauma Einsamkeit wird“.

    Ich habe den Beitrag mit großem Interesse gelesen und kann vieles bestätigen.

    Es tut gut, das Gefühl zu bekommen,
    selbst etwas beitragen bzw. tun zu können/sollen, um heraus aus der Einsamkeit zu gelangen. Es fühlt sich nicht gar so hilflos an, wenn auch schwer!

    Zudem bieten Sie ja noch ganz viel weiteren Lesestoff für Sich betroffen Fühlende an. Herzlichen Dank!

    Alles Liebe für Sie!

    Herzlichen Gruß
    Irmgard Höhn

    Antworten
  3. Was hilft gegen Einsamkeit? Meditation…so unglaublich das klingt- aber ganz mit sich sein. Evtl. auch in einer schweigenden Gruppe, in der man sich gegenseitig unterstützt, allein zu sein. Musik… glücklich ist, wer ein Instrument spielt oder singen kann. Zusammen musizieren schafft eine unerklärliche glückliche Verbindung und Geborgenheit. Massagen…geben und bekommen. Ich nenne sie die 3 Ms, die wenig mit Popularität zu tun haben, und Frieden und Verbundenheit schaffen. Wo niemand gut aussehen oder sich erklären muss.

    Antworten
  4. Ich habe mich lange einsam gefühlt, ich dachte das käme davon, weil ich nie geliebt wurde. Eines Tages formte ich aus Ton ein ganz kleines Bebe und legte es weg. An Weihnachten formte ich eine Mutter aus Ton und legte das Bebe in ihre Arme. Von diesem Augenblick an, war meine Einsamkeit weg. Der Schmerz in meiner Brust löste sich auch auf.

    Antworten
  5. Hallo Dami!

    Ich habe gerade deinen Text über Einsamkeit gelesen.

    Das ist alles sehr richtig beschrieben. Aber was kann ich tun, dass Symtom Einsamkeit zu brechen, wenn die Menschen um mich herum vor Gefühlen, Emotionen, Offenheit und Wahrheit zurückschrecken?
    Und sich jeder vor einer emotionalen Bindung verschließt?

    Antworten
    • Hallo Ulrike, es gibt andere Menschen. Es ist nur manchmal schwer Kontakte herzustellen. Falls du Lust hast, gibt es dazu einen kostenfreien Kurs auf YouTUbe von mir dazu über Freundschaft.
      Herzliche Grüße, Dami

      Antworten
  6. Eine Möglichkeit, um in Kontakt zu kommen ist, wenn man einen Hund hat. Da ergebn sich oft spontane Gespräche bei wiederholten Begegnungen und Austausch über die Lieblinge.

    Antworten
  7. Wau herzlichen Dank liebe Dami!
    Es ist so gut beschrieben. Ich kann manchmal nicht in Worte fassen, wie es sich in mir anfühlt, aber du hast es super gekonnt.
    Danke für deine Arbeit und dein Mut machen, das alles erlernbar ist. Manchmal nervt es mich, dass es so langsam geht, aber es geht.
    Herzliche Grüße von Doreen

    Antworten
  8. Erst mal herzlichen Dank! Du hast es auf den Punkt gebracht! Es ist so viel Schmerz drinnen und dies anzunehmen hilft schon! Wenn ich wütend bin, weil ich (immer) noch nicht gesehen werde mache ich eine aufbauende Meditation. Spreche lieb zu mir, und so komme ich in eine relativ ruhige Gefühlslage und bin auch nicht mehr so alleine😊

    Antworten
  9. Danke Dami! Ja, was für ein krasses Thema. Ich kenn das Gefühl nur zu gut..
    Was mir einfällt – auch wenn ich mich da ganz klar auf dem Weg befinde – sind meine trennenden Glaubenssätze. Ich bin mir sicher, dass diese stark dazu beitragen, dass ich mich gerade unter Menschen einsam fühle, oder erst gar nicht in Kontakt gehe.
    Der stärkste bei mir ist da wohl „es muss perfekt sein“. Der sich aufteilt in „ich mache etwas falsch“( und werde dafür zurückgewiesen/bestraft) und „die anderen sind nicht gut genug“ (mir zu geben, was ich mir soo sehr wünsche).
    Wenn ich die Sätze nicht mitbekomme gehe ich oft erst gar nicht in Kontakt. Wenn ich sie mitbekomme fühle ich Angst/Lähmung im Körper.
    Ich denke wie du sagst, Dami, es ist sinnvoll kleine Schritte zu gehen! Ich probiere das. In Kontakt zu gehen und transparent zu machen wie ich mich fühle..
    Dann wird es tricky. Nicht in dem Moment in meine Traumastruktur zu kommen und wieder zu denken, ich mache etwas falsch oder die andere Person muss damit jetzt „perfekt“ umgehen.
    Am besten, teilen, fühlen, Tee trinken… 😀 *leicht beschämt*

    Ich hoffe meine Erfahrung hilft anderen!
    Herzlich, Clemens

    Antworten
  10. Liebe Dami Charf,
    dieses Thema trifft gerade meinen persönlichen Nagel auf den Kopf und ich hätte gerne gewusst, wenn ich eine Therapie machen möchte, nach wem genau (welche Art von Therapeut / Art der Therapie) sollte ich suchen? Die Person sollte sich ja auch mit dem Thema auskennen. Ich finde es eh so schwierig sich anzuvertrauen…
    Liebe Grüße, Sandra

    Antworten
    • Liebe Sandra, das ist nicht so schnell zu beantworten. Vielleicht ist mein Ratgeber „Wie man einen guten Therapeuten findet“ etwas für dich? Herzliche Grüße, Dami

      Antworten
  11. Liebe Dami,

    Danke für diesen wertvollen Artikel.
    Auch ich kenne Einsamkeit sehr gut. Jahrelang bin ich nicht belastbar genug gewesen um Sozialkontakte zu pflegen, wöchentliche Hobbys gingen gar nicht.
    Ich hatte ausschließlich über Selbsthilfeforen Kontakte und natürlich meinen Mann und meine Kinder, jedoch immer mit dem Gefühl ihnen nicht gerecht werden zu können, eben wegen der geringen Belastbarkeit.
    Frührente bzw. EU-Rente beziehe ich seit über zehn Jahren und wenn ich sage, dass mir über zehn Jahre meines Lebens fehlen, in denen ich zu depressiv war für „Leben“ dann ist das leider wahr.
    So ist es nicht geblieben.
    Den Anfang haben unter anderem die Pferde gemacht.
    Vor nicht ganz zwei Jahren kam dann das Aikido hinzu, das mein Leben von Grund auf verändert hat.
    Das Aikido und mein äußerst kompetenter Therapeut (ohne den ich vermutlich gerade in der Psychiatrie wäre, denn es tun sich gerade Abgründe auf, mit denen ich nie gerechnet habe…)
    Dank u.a. seiner Ermutigung mache ich derzeit Deinen Kurs „Mit Trauma leben“ und finde die Übungen zur Selbstregulation SEHR hilfreich und gut im Alltag integrierbar

    Heute bin ich trotz allem und mit allem dabei, mich aus der EU-Rente herauszuarbeiten und habe Ziele.
    Die gegenwärtige Zeit ist sehr herausfordernd für mich, aber ich bin froh, NICHT auf meine ehemalige Traumatherapeutin gehört zu haben, die gesagt hat, ich würde niemals wieder in meinem Beruf arbeiten können…
    Ich wiederlege das gerade sehr vehement.

    Ich mag nicht mehr anders als groß zu träumen und schau einfach wohin es mich führt. Vielleicht träume ich in 5 Jahren ganz was anderes.
    Sozialkontakte sind sehr herausfordernd für mich nach all der langjährigen Einsamkeit, aber eine spannende Herausforderung.
    Ich lerne und lerne und lerne und fühle mich wie ein Schwamm.
    Und ich danke sehr für Deine immer wieder guten Anregungen, Übungen und wertvollen Beiträge.

    Niemals aufgeben
    Dinge ausprobieren
    Natur, Tiere, Menschen
    Neugierde aufs Leben und wer ich sein kann
    Dankbarkeit für all das was ist…

    Ganz liebe Grüße aus Süddeutschland
    Daniela

    Antworten
  12. Liebe Dami, danke für das Video. Du beschreibst die Probleme sehr gut. Was mir hilft gegen die Einsamkeit sind einmal das lesen von Therapeuten Büchern, dann der Versuch mich in den Gegenüber hineinzuversetzen, ihm gut zuzuhören und zu hinterfragen. Also echtes Interesse an meinem Gegenüber. Aber auch darauf zu achten wann mich etwas überfordert. Auch wenn ich schlimme Erfahrungen mit Menschen gemacht habe kann ich doch versuchen neue Erfahrungen zu machen, denn wir sind alle Menschen mit Fehlern. Wenn ich mich traue auf andere zuzugehen durchbreche ich die Angst. Weil meiner Meinung nach ist es die Angst wieder verletzt zu werden die einen am Gefühl hindert dazuzugehören. Ich weiß das ist alles komplizierter aber zum teil hilft es.

    Antworten

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