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Interview zum Thema Sterben und Tod – wie vorbereitet bist du?

29.07.2020 | 0 Kommentare

Es gibt kaum ein Thema, mit dem sich die meisten Menschen so ungern auseinandersetzen, wie mit dem Sterben oder dem eigenen Tod. Und doch kommen wir alle in Situationen, in denen wir uns damit beschäftigen. Ein häufiger Anlass ist, wenn ein sehr nahestehender Mensch stirbt.
So ging es auch Anne Kriesel.
Wie sie aus einer persönlichen Erfahrung eine Idee entwickelt hat, um andere Menschen zu unterstützen, erfährst du in diesem Video.
Unter anderem klären wir auch die Frage, ob und warum es so wichtig ist, sich diesem Thema bewusst zu stellen.

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Die Auseinandersetzung mit dem Tod bringt mehr Lebendigkeit

Wenn wir uns bewusst machen, dass unser Leben endlich ist, dann wird uns klar, wie wertvoll die Zeit ist, die wir geschenkt bekommen haben.
Für uns selbst und unser eigenes Leben, aber auch für eine intensivere Verbindung zu anderen.

Was ist dir wichtig noch zu erreichen? Was willst du gern noch sehen oder erleben?
Was sind die Dinge, die du deinen Liebsten unbedingt sagen möchtest?
Wenn wir uns bewusst machen, dass uns jederzeit die Gelegenheit genommen werden kann, das noch zu tun oder zu sagen, dann wird klar, dass der richtige Zeitpunkt immer gerade jetzt ist!

Unser Lebensende und unser Tod können leichter sein, wenn wir wirklich gelebt haben.

Mich beschäftigt der Tod schon, seit ich denken kann. Irgendwie war mir immer klar, dass das Leben endlich ist und das ist ein Geschenk und ein Fluch für mich. Manchmal stresst es mich, immer im Kopf zu haben, dass es ein Zeitlimit gibt, aber oft gibt es mir die Kraft, auch Dinge zu tun, die mir Angst machen.

Vor allem hilft es mir, Menschen möglichst so zu behandeln, dass sie mich in guter Erinnerung behalten. Denn ganz vielleicht sehe ich sie nie wieder.

Während eines Interviews im Dezember letzten Jahres hat mich Anne Kriesel angesprochen und mir von ihrer Idee erzählt, eine Plattform ins Leben zu rufen, die sich mit dem Thema Tod und Sterben beschäftigt und Menschen unterstützen will, die sich besser auf den Tod vorbereiten wollen oder gerade einen Verlust erlitten haben.
Seitdem stehe ich in Kontakt mit Anne und nun haben wir endlich die Zeit gefunden, um ein Interview über dieses spannende und wichtige Thema zu machen.

Annes Weg

Anne Kriesel ist eine der Gründerinnen von https://bohana.de/.
Bohana ist eine Plattform zu den Themen Trauer, Tod und allem, was dazu gehört.

Anne ist das erste Mal direkt in Berührung mit diesem Thema gekommen, als ihr Vater plötzlich verstorben ist. Das hat sie ziemlich aufgewühlt und ihr wurde klar, dass der Tod immer präsent ist.

Und sie stellte sich die Frage, warum bin ich nicht vorbereitet?

Sie empfindet es bis heute als einen glücklichen Umstand, dass ihre Mutter so gut vorbereitet war und klare Entscheidungen treffen konnte.

Der würdige Abschied von ihrem Vater, der dadurch möglich war, hat sie durch die Auseinandersetzung mit diesem Thema getragen, bis hin zu der Entscheidung, selbst andere Menschen zu begleiten und zu unterstützen.

Wenn ich nicht vorbereitet bin…

Stirbt ein nahestehender Mensch, dann gibt es viele Dinge zu erledigen. Das ist besonders schwierig, weil die Trauer so groß ist.

Kommt dann noch bei jeder Entscheidung die Unsicherheit dazu, ob es die Richtige ist, dann wird es besonders aufreibend.

Vorbereitet zu sein, hilft nicht nur, die Dinge leichter zu regeln. Es kann auch sehr tröstlich sein, zu wissen, dass ich alles im Sinne des geliebten Menschen regeln kann.

Wenn ich selbst sterbe…

Auch die Beschäftigung mit dem eigenen Tod ist erstmal eine Hürde, die es zu überwinden gilt und es ist immer noch eine Seltenheit, dass Paare oder Familien offen darüber sprechen.

Dabei sind gerade das wichtige Punkte in der Fürsorge für den oder die anderen:

  • Was hinterlasse ich, wenn ich sterbe?
  • Sind alle Unterlagen geordnet und gut zu finden?
  • Sind meine Liebsten gut versorgt, auch für die Zeit der Trauer?
  • Welche Entscheidungen kann ich ihnen schon vorher abnehmen, welche Wünsche habe ich für mich selbst?
      • Die Klärung dieser und anderer wichtigen Fragen entlastet nicht nur die Lieben, die man zurücklässt, sondern auch sich selbst. Es ist sehr erleichternd, zu wissen, dass alles geregelt ist. Wir geben uns selbst und auch den anderen das Gefühl, nicht allein diesen Weg gehen zu müssen.

    Zudem können auch gute Rituale zu Lebzeiten entstehen, die die Erinnerungen lebendig halten.

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