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Das größte Geschenk: Selbst-Mitgefühl

von | 08.07.2017 | 1 Kommentar

Das wertvollste Geschenk: Selbst-Mitgefühl

Eine Folge von Traumatisierungen ist meistens, dass wir uns selbst nicht gut behandeln. Oftmals wissen wir um die eigene Geschichte und darum, dass wir eigentlich keine Verantwortung dafür tragen. Trotzdem gelingt es uns nicht Mitgefühl mit uns selbst zu haben. Doch eigentlich ist es ein großes Geschenk und ein Gefallen, den wir uns selbst tun können, besonders, wenn wir unter den Folgen traumatischer Erlebnisse leiden.

Neulich hat eine Frau in einer Mail geschrieben, dass es ihr immer noch schwer fällt sich selbst zu mögen. Sie hat gefragt, wie sie sich selbst mögen kann, wenn die wichtigsten Menschen in ihrem Leben, ihre Eltern, sie damals offensichtlich nicht gemocht haben.

Wenn uns niemand vermittelt hat, dass wir gut sind und uns bedingungslos geliebt hat, können wir uns selbst auch nicht gut annehmen und lieben. Es wirkt sich auf unser Selbstwertgefühl, unser Selbstbewusstsein und damit auch auf den Blick aus, den wir in die Welt haben. In meinem Selbstliebe-Kurs „Dein eigener bester Freund werden“ lernst du mehr zum Thema Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein und Selbstliebe.

Es lag nicht an dir! Du warst nicht Schuld!

Es ist ein Irrtum zu glauben, du könntest bestimmen, ob dich jemand mag. Das ist eine Entscheidung, die bei den anderen liegt. Besonders Kinder glauben daran, dass sie nur alles tun müssen, um ihre Eltern zufrieden zu stellen und um die Liebe zu bekommen, nach der sie sich sehnen. Sie beziehen alles auf sich und fühlen sich in Konflikten verantwortlich und schuldig. Leider übertragen wir dieses Denken oft mit in unser erwachsenes Dasein.

Doch es liegt nicht in unserer Hand, welche Liebesfähigkeiten unsere Eltern ihrerseits mitbringen, um uns ihre Liebe und Wertschätzung zu schenken. Wir werden mit ihren mitgebrachten Mustern und den zugehörigen Emotionen konfrontiert. Wir sind ihrer Wut, Frustration und Liebesunfähigkeit ausgesetzt und können mit unserem Verhalten herzlich wenig daran änder.

Denn die Muster, die uns unser Leben begleiten, werden besonders in nahen Beziehungen deutlich. Sie machen sich in Familien besonders bemerkbar, dort, wo eigentlich Liebe und Frieden herrschen sollte. Uns gelingt es im außen beherrscht und freundlich mit unseren Mitmenschen umzugehen aber in unseren Familien leider oftmals nicht.

Beziehungen bekommen am meisten ab

Das ist auch später im Leben so. Besonders in Liebesbeziehungen können Menschen ihre Emotionen schwerer regulieren und ihre Muster werden deutlich. Wir verletzten unsere PartnerInnen und diese leiden dann. Somit hat die Liebesfähigkeit unserer Eltern Konsequenzen für die Muster unseres eigenen späteren Beziehungslebens.

Gib Dir selbst Mitgefühl

Wir können fühlen, was uns angetan worden ist, was wir nicht bekommen haben oder woran wir gelitten haben. Wir können sehen, was es mit uns gemacht hat. Wir können es bedauern und betrauern und fühlen, wie das Leben auch hätte sein können, wenn es anders gewesen wäre. Es geht darum, sich selbst gegenüber Verständnis zu haben.

Mach einen Schnitt in dem Kreislauf! Wiederhole nicht die gleichen Verhaltensmuster Deiner Eltern oder Deiner eigenen Verletzungen und bringe sie in Deine Beziehung oder Familie!

Es fängt damit an, Verantwortung zu übernehmen und sich ändern zu wollen. Deshalb ist es wichtig für sich selbst Mitgefühl aufzubringen und sich mit den eigenen Verletzungen anzunehmen.

Am Anfang bedeutet es Verständnis für sich zu haben und das eigene Leiden wahr- und ernst zu nehmen. Das ist Mitgefühl! Das größte Geschenk, was wir uns machen können.

Mitgefühl ist das größte Geschenk, das du Dir geben kannst

Wenn wir Mitgefühl mit uns haben, werden unser Leiden und das manchmal harte Auftreten oft auf schon fast mystische Art plötzlich weicher. Die Dinge treten mehr an ihren Platz und der Kampf lässt nach, wenn ich anfange Verständnis für mich zu haben und mich zu mögen. Es gibt keine andere Version von mir oder Dir. Die einzige Chance, die wir haben, ist uns so zu mögen, wie wir sind. Wenn unsere Freunde das schaffen, dann ist es doch vielleicht auch möglich, dass es uns auch gelingt. Du wirst merken, wie alles ein bisschen ruhiger wird und dieser wahnsinnige Kampf, den wir oft mit uns und der Welt führen, nachlässt.

Sei gnädig mit Dir

In meinem Kursen sage ich häufig zu meinen Klienten, dass man mit sich selbst Gnade haben und ein bisschen weicher werden soll. Daraufhin bekomme ich oft die Rückmeldung, dass es viel Frieden bringt, wenn sie loslassen, was sie müssten und sollten.

Hier ist die Einladung, versuche mal mehr Gnade mit Dir zu haben und ein wenig freundlicher mit Dir zu sein. Habe Mitgefühl mit dem, was Du erlebt hast, was Dir passiert ist, an was Du gelitten hast. Nimm Dir den Raum um zu trauern. Schließe das kleine Mädchen oder den kleinen Jungen in die Arme und tröste sie/ihn. Weine ruhig! Es ist eine Einladung mit Dir in liebevollen Kontakt zu kommen und der erste Schritt Dein Leben zu ändern.

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1 Kommentar

  1. christine thallinger

    Trauma als ein jähriges mädchen ,krankenhausaufenthalt in den 50 jahren,keine elternbegleitung,du warst alleine,hast viel geweint,deine vertrauenspersonen waren nicht da.
    jetzt 2019 seit 9 jahren immer wieder panikattaken,und immer nachts,wenn du alleine bist.
    ich liebe mich selbst,arbeite seit 6 jahren mit yoga,meditation und trotzdem kommen diese panikattaken aus dem nichts,stehen sie in deibem körper.
    versuche mit atmungstechniken mich aus dieser angst herauszuholen und hoffe das es nicht zu lange dauert.dauer von 1 bis 3 stunden.

    Antworten

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