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Sucht – Die Suche danach, einen tiefen Schmerz in uns zu betäuben

17.01.2019 | 5 Kommentare

Ich werde öfter angefragt etwas zum Thema Sucht zu erzählen. Da ich keine Sucht-Expertin bin, kann ich nur erklären, was ich dazu denke.​ Einen Experten, den ich dir unbedingt zu dieser Sache empfehlen möchte ist Gabor Maté. Er hat sich auf das Studium der Suchttherapie und die Behandlung von Süchtigen spezialisiert.

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Betäubung um vor sich selbst zu fliehen

Die Suche danach, einen tiefen Schmerz sowie auch eine Sehnsucht in uns zu betäuben sind die Gründe dafür, warum Menschen Süchte entwickeln.
Sehnsucht ist für mich ein ganz spannendes Thema. Viele Menschen, die es schaffen aus einer Traumatisierung zu kommen oder traumatische Erfahrungen zu integrieren, verspüren oft eine Sehnsucht, ein Verlangen danach, dass es noch etwas anderes gibt als das was sie kennen. Diese Sehnsucht, nach etwas „Anderem“, kann unglaublich schmerzhaft​ sein, steht sie doch im krassen Gegensatz zu dem was ich heute kenne und erlebe oder als Kind gekannt und erlebt habe.
​​Was bei vielen von uns Erwachsenen bleibt, ist der ​tiefe Schmerz, aus einer Kindheit, in der weder auf meine Bedürfnisse eingegangen wurde, die nicht liebevoll war oder in der ich sogar Gewalt erfahren habe. Viele Erwachsene denken, dass sie dieses Leid, das sie als Kind nicht aushalten konnten auch heute nicht ertragen können. Manchmal ist das auch tatsächlich so. Darum suchen wir als Erwachsene nach einer (Er-)lösung, nach allem was diesen alten Schmerz mindert.
Es ist ein Weg den wir wählen um von uns selbst weg zukommen. Denn wenn wir uns spüren müssen, spüren wir auch unsere Unruhe unsere Schmerzen und unser Leid.

Die Sehnsucht als Kompass aus der Sucht zu finden

Die Sucht erfüllt eine Leere, betäubt Leid und bedeutet eben auch das Betäuben von Sehnsucht. Von einer Sucht kann ich eigentlich erst dann wegkommen, wenn ich etwas gefunden habe, das diese Leere füllt und den Schmerz abmildert.
Den Weg aus der Sucht zu beschreiten braucht daher Zeit. Wenn du deine Sehnsucht in dir zulässt bekommst du wohlmöglich eine wahnsinns Kraft und einen sehr guten Kompass. Denn wenn meine Sehnsucht nach etwas anderem, einem anderen Leben groß ist, dann weiß ich, was ich heute bei mir ändern muss um dahin zu gelangen, wo es mir besser geht.

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5 Kommentare

  1. Andrea Meinke

    Liebe Dami,
    ich bin sehr dankbar, dass es Dich gibt und Du Dein Wissen und Deine Erfahrung mit mir(und vielen anderen) teilst. Dein Buch, die Videobotschaften und ein paar Sitzungen bei meinem Psychotherapeuten, haben mir sehr geholfen.
    vielen Dank dafür
    Andrea

    Antworten
    • Dami

      Liebe Andrea, vielen Dank!

      Antworten
  2. Ricardo

    Liebe Dami, ich bin dir seeeeeeeeehr dankbar für deine Beiträge, die ich immer wieder mit Freude und großem Nutzen höre, sehe, lese. Ich finde es auch sehr hilfreich, dass du es immer wieder schriftlich überträgst. Ich kann es so schneller erfassen, als beim „Nur“-Hören und kopiere mir auch gerne die eine oder andere Stelle. Das grundlegende Andere, das ich bei dir (im Gegensatz zu so vielen anderen) so wirklich wohltuend finde, ist die Zuversicht, die immer mitschwingt, weil du sie du aus eigenen Erfahrungen mit dir und all den Menschen, die du begleitet hast, glaubwürdig rüberbringst (zumindest zu mir). Dafür danke ich dir und deinem Leben sehr von Herzen, weil du auch beigetragen hast, mich, mein Leben zu verstehen und letztlich zu erkennen, dass wir alle überfließende Liebe sind. Auch ich, Ricardo

    Antworten
  3. lizzy

    Hallo,
    trotz der Kürze bringst du doch ganz wesentliche Gedanken / Aspekte zur Sprache. Vielen Dank!

    Im video nimmst du Bezug auf ein Experiment, in dem Menschen vor die Wahl gestellt wurden, mit Elektroschocks behandelt zu werden oder Zeit mit sich selbst allein zu verbringen. Hast du da irgendwelche Informationen zu diesem Experiment, so dass man dazu weitere Infos recherchieren könnte?

    Antworten

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