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Hat mein Trauma eine Wirkung auf meine Kinder?

von | 07.02.2018 | 3 Kommentare

Hat meine Traumatisierung immer eine Wirkung auf meine Kinder?

Eine Frage, dich ich sehr häufig gestellt bekomme, ist diese: „Ich bin traumatisiert und habe Kinder. Gebe ich mein Trauma automatisch an sie weiter? Und wie kann ich meine Kinder am besten davor schützen?“

Ich persönlich arbeite nicht mit Kindern.
Auch wenn ich inzwischen natürlich viel über die Entwicklung von Kindern und darüber, was Trauma mit einem Kind macht, weiß, so ist es immer ein Unterschied, ob man dieses Wissen mit Erwachsenen oder direkt in der Arbeit mit Kindern anwendet.

Deswegen habe ich meine Kollegin Diana Sterzik, die unter anderem auch Prozessgruppen für mich leitet, gefragt, ob sie sich für ein Interview zur Verfügung stellt. Diana hat sehr viel Erfahrung mit Kindern und hat sich auf die Beratung von Eltern und die direkte Arbeit mit Babys und Kleinkindern spezialisiert.

In diesem Interview geht es darum, wie es Eltern möglich sein kann ihren Kindern nicht das Päckchen weiter zu geben, das sie selbst mit sich herumtragen.

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Trauma und Kinder ist für Eltern ein sehr schweres Thema

Viele Mütter und Väter tragen das Gefühl von Scham, Schuld und Hilflosigkeit mit sich herum. Niemand möchte seinen Kindern das eigene negative Erbe mitgeben.

Ich persönlich glaube ja, dass allein dadurch, dass du dich als Mutter oder Vater mit „deiner“ Traumatisierung und deren Folgen für deine Kinder auseinandersetzt, schon viel von der negativen Kette gelöst ist. Das ist viel mehr, als viele von uns jemals von ihren Eltern mitbekommen haben.

Außerdem erlebe ich immer wieder, dass die Kinder – auch bereits erwachsene Kinder – sich verändern, wenn ihre Eltern beginnen, „ihren Keller aufzuräumen“ (also ihre Geschichte zu bearbeiten).  Dies löst eine Kettenreaktion in Familien aus, weil sich der Umgang mit sich selbst verändert und der Kontakt zu den anderen Familienmitgliedern besser wird.

Es ist also nie zu spät, auch den vielleicht schon älteren Kindern etwas von dem Päckchen wieder zu nehmen.

Wir werden die, die wir sind, auch durch die Herausforderungen die wir haben.

Es ist kaum machbar eine perfekte Kindheit zu ermöglichen. Auch wenn sich Eltern noch so sehr bemühen, können sie nicht verhindern, dass ihre Kinder mit den Problemen des Lebens konfrontiert werden.

Um traumatische Hintergründe und ihre Auswirkungen nicht an die eigenen Kinder weiterzugeben, sollten Eltern zuerst anfangen, bei sich selbst genauer zu hinzuschauen:

  • Welche Erfahrungen habe ich selbst gemacht?
  • Was hat mich geprägt und wie hat sich das auf meine Überzeugungen und mein Verhalten ausgewirkt?
  • Wie kann ich mich regulieren und was brauche ich dafür?
  • Wo bekomme ich die Unterstützung, die wirklich hilfreich ist?
  • Was sind meine Ressourcen?

Kann ich meinem Kind, so wie ich gerade bin, gegenübertreten?

Wenn du häufiger Probleme mit deinem Kind hast, dann solltest du anfangen zu schauen, was die tatsächlichen Störfaktoren zwischen euch sind.
Wieviel davon kommt von dir und was sind die tatsächlichen Themen, die dein Kind hat?

Dafür ist es oft hilfreich für einen Moment aus der Situation herauszugehen. Bleibt man in einer eskalierten Situation hängen, dann verhakt man sich und das ist oft der Moment, wo ungewollt etwas weitergegeben wird.
Darum ist es sinnvoll etwas nach hinten zu treten, durchzuatmen und eine Metaebene einzunehmen.
Auch im Umgang mit den eigenen Kindern ist es wichtig zu lernen, eine Pause zwischen Reiz und Reaktion zu machen.

Kinder haben in ihren jeweiligen Entwicklungsstufen ihre spezifischen Themen. Damit fordern sie uns auch stets auf Neue heraus.
Es kann also sein, dass ihr einen Entwicklungsschritt gemeinsam gut meistert und dann folgt ein neuer Abschnitt mit ganz anderen Ansprüchen und Herausforderungen für beide Seiten.

Wir alle können nur tun, was wir tun können…. so gut wir können. Das ist leider unser aller Schicksal.
Das Einzige, was wir tun können, ist, aus der Vergangenheit zu lernen, sie zu integrieren und Verantwortung zu übernehmen.

Ich hoffe, du findest in meinem Gespräch mit Diana noch einige Anregungen für dich.

Du möchtest nicht nur mehr wissen, sondern auch wirklich etwas für dich tun? In meinem Onlinekurs „Mit Trauma leben“ zeige ich dir Übungen zur Selbstregulation und einen wirklich begehbaren Weg zu mehr Stabilität und Regulation im Alltag.
Der Kurs beginnt zunächst mit einem gratis Schnupperkurs. In diesem kannst du mich und meine Arbeit kennenlernen. Hier werden dir bereits konkrete Übungen und Anleitungen an die Hand gegeben. Du bekommst über den Start des Kursverkaufes Bescheid, wenn du bei mir eingetragen bist. Zusätzlich erhälst du ein kostenloses E-Book „Trauma verstehen“ und eine Videoserie zu diesem Thema. Ich freue mich, wenn ich dich weiterhin begleiten kann.

 

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3 Kommentare

  1. Peggy

    Ein sehr schönes Video, welches wirklich Mut macht.
    Vielen Dank dafür!

    Antworten
  2. Silvia

    Vielen Dank, Dami und Diana, für Eure Informationen. Ich würde gerne noch ganz viel zu diesem Thema hören.
    Zu Marte Meo habe ich Infos gefunden. Interessieren würde mich noch der Name der Französin, die mit Babys (auch?) in Sprache kommuniziert, um ihre Beobachtungen und Erfahrungen nachlesen zu können. Wisst ihr ihn noch?
    Viele Grüße!

    Antworten
  3. Michaela Schulte-Dojan

    Hallo Darmi
    Danke für diesen interessanten Beitrag. Meint ihr vieleicht die Französin Françoise Dolto, die bekannt wurde für ihre Untersuchungen an Säuglingen,
    Kindern und Jugendlichen? Die ganz klar die Position vertrat, das ein Kind bereits von Geburt an ein vollwertiges, zu respektierendes Supjekt ist, welches nach ihrer Subjekttheorie, mit der symbolischen Welt, durch die, von ihr bezeichnete, körperschema Apelle kommuniziert.

    Antworten

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