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Trauma und Verletzlichkeit

von | 07.07.2017 | 1 Kommentar

Verletzlichkeit macht uns zu Menschen

​Verletzlichkeit ist ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt. Ich glaube, es gibt kein Thema, das mehr Angst in vielen Menschen hervorruft. Das ist sehr schade, weil Verletzlichkeit uns zu Menschen macht.

Ohne Verletzlichkeit ist alles nichts

Verletzlichkeit macht uns berührbar und kreativ. Wenn wir wirklich lieben, sind wir verletzlich. Das lässt sich nicht vermeiden. Viele Klienten, die zu mir kommen, sagen, sie möchten nicht mehr verletzt werden bzw. nicht mehr verletzlich sein. Ich kann den Wunsch verstehen. Wenn man in seinem Leben viel Verletzung erfahren hat, möchte man das nicht mehr.

Dennoch – wenn wir in unserem Leben weitergehen wollen, ohne verletzlich zu sein oder sein zu wollen, verpassen wir unser Leben, weil uns nichts mehr berühren wird.

Wenn du Filme siehst oder Bücher liest, wirst du feststellen, dass dich immer die Stellen berühren, dich lebendig fühlen lassen, an denen etwas geschieht, das dich berührt oder wo jemand verletzlich ist. Es rührt uns an, wenn sich jemand in seiner Verletzlichkeit zeigt. Die wenigsten Menschen wollen einem dann etwas tun.

​Jede Beziehung birgt auch Verletzungen

​​Das Problem ist, sobald wir in Beziehung gehen, wird es Verletzungen geben, unabhängig davon, wie nah die Beziehung ist. Es ist eine andere Frage, ob die Person es so gemeint hat, denn meistens hat sie es nicht so gemeint.

In der Verletzlichkeit steckt die Lebendigkeit

​​Ich bin der tiefen Überzeugung, dass unser Herz auch dafür da ist, verletzt zu werden. Das gehört einfach zum Leben dazu und macht uns menschlich.

Wenn ich mich nicht traue, mich zart, berührbar und verletzlich zu zeigen, kann ich oft nicht fühlen, wie viel Schönes mir entgegen kommt. Ich kann die Blume vor mir nicht sehen, denn auch dafür muss ich mich berühren lassen können. Ich kann mich nicht kreativ ausdrücken, weil ich Angst vor dem Feedback habe, welches ich bekomme. Ich kann keine Komplimente machen oder annehmen, weil ich in dem Moment selbst verletzlich werde.

​​Verletzlichkeit braucht Mut

​​​Für mich ist Verletzlichkeit ein Ausdruck von Mut und Stärke. Verletzliche Menschen sind unglaublich stark, weil sie sich trauen, ihr Herz in die Welt zu bringen und das Risiko eingehen, dabei hin und wieder verletzt zu werden.

Als Kind war es sehr bedrohlich, verletzt zu werden und deshalb haben wir heute so viel Angst davor. Heute können wir jedoch damit umgehen. Wenn mich heute jemand verletzt, dann schmerzt es, ich weine und es geht mir ein paar Tage schlecht, aber ich sterbe nicht mehr daran. Heute können wir uns trösten lassen, denn Verletzlichkeit bedeutet auch, um Hilfe zu bitten.

Wir können uns nicht vor Verletzungen schützen

Es ist ein Irrglaube, dass wir nicht verletzt werden, wenn wir ständig versuchen, uns davor zu schützen. Diese Rechnung geht niemals auf. Stattdessen verpasst Du die Lebendigkeit und die Berührung, wenn Du Dich ständig schützt.

​Wichtig ist, dass Du Dir darüber klar wirst, in welchen Situationen es Dir wirklich nutzt, dich zu schützen und wann Dich dieses Verhalten einfach nur vom Leben abhält.

​​Liebe Grüße
Dami.

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1 Kommentar

  1. Andrea

    Vielen Dank für diesen sehr informativen Blog

    Antworten

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