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Trauma und Vertrauen

von | 08.07.2017 | 1 Kommentar

Sich selbst vertrauen

​Für viele Menschen ist Vertrauen ein Begriff, den sie kaum verstehen oder umsetzen können.

Vertrauen beinhaltet die Fähigkeit, zu glauben, dass mir andere Menschen gutes wollen, dass ich in Ordnung bin und meiner Wahrnehmung und meinen Gedanken trauen kann.

Menschen mit einer Traumatisierung vertrauen oft weder anderen Menschen noch ihrer eigenen Wahrnehmung. Die eigenen Gedanken sind oft geprägt von früheren Ereignissen und Erfahrungen, so dass sie nicht die heutige Realität abbilden. Wir legen unsere Interpretationen und Gefühle auf die heutige Situation, so dass unser gesamtes Erleben und Empfinden von unserer Subjektivität geprägt wird und nicht von dem, was da draußen wirklich ist. Deshalb ist es wichtig, die eigenen Gedanken zu hinterfragen und zu lernen, ihnen nicht immer zu glauben. Schwierige Erfahrungen und Trauma erschüttern uns in unserem Vertrauen. Sie erschüttern unsere Annahme, wie die Welt funktioniert und was sicher ist und was nicht.

Vertrauen schaffen

​​​Eine Möglichkeit, wieder Sicherheit und Vertrauen zu schaffen, ist, andere Menschen nach ihrer Sichtweise zu fragen. So kann ich in meine eigene Welt noch andere Welten hinein nehmen. Es ist sinnvoll, sich dafür Menschen auszusuchen, bei denen ich sehe, dass es ihnen an dieser Stelle besser geht als mir.

Anderen vertrauen

​​Das Wichtigste ist, zu verstehen, dass vertrauen ein Verb ist. Niemand auf der Welt wird Dir beweisen können, dass er vertrauenswürdig ist. Wenn man nur hart genug sucht, wird man an jedem Menschen etwas finden, das ihn nicht ganz vertrauenswürdig macht. Wenn ich jemanden kennenlerne, ist es völlig in Ordnung, diese Person auf ihre Vertrauenswürdigkeit zu überprüfen, aber irgendwann sollte dieser Orientierungsprozess abgeschlossen sein.

Vertrauen braucht Zeit

​​Vertrauensbildende Prozesse dauern ein Weile,, d.h. ich schaue mir an, ob Du mir sympathisch bist, wie Du Dich in der Welt bewegst und dann entscheide ich, ob ich Dir vertraue. Oder ich vertraue dir an dieser Stelle und an anderen nicht. Ich schließe den Prozess irgendwann ab und gehe davon aus, dass Du bist vertrauenswürdig bist. Kleine Haken und Verletzungen sind dann nicht mehr so gravierend. Das allgemeine Gefühl wird dadurch nicht grundlegend erschüttert. Die Basis bleibt und auf dieser können wir Konflikte haben, können auch mal nicht einer Meinung sein oder mir kann auch mal etwas wehtun.

Dieses Vertrauen bleibt solange, bis ich das Gefühl habe, jemand fällt völlig aus der Rolle, verletzt mich nur noch oder benimmt sich völlig daneben. Ich kann das Vertrauen wieder entziehen.

Voraussetzungen für Vertrauen

​​Vertrauen zu haben, setzt voraus, dass dieser Orientierungsprozess abgeschlossen wird. Sonst komme ich nie zur Ruhe und bleibe in diesem Alarmmodus. Ich kann mich nie fallen lassen und mich an der Person einfach nur freuen oder an dem Kontakt, weil ein Teil von mir den Fehler sucht und ihn finden wird.

​Es geht nicht darum, blind zu werden oder nicht aufmerksam zu sein. Sobald ich feststelle, dass ich ausgenutzt werde oder sich jemand verwandelt, kann ich das Vertrauen wieder entziehen.

​​Liebe Grüße
Dami.

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1 Kommentar

  1. Jennyfer

    Das ist allerdings eine ständige Tortur .. vertrauen aufbauen und entziehen .. in instabilen Verhältnissen ‚entsteht aus dieser Ambivalenz ein neues Trauma .

    Antworten

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