Traumatisierung erkennen

Traumaheilung » Traumatisierung erkennen

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptierst du die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Woran erkennt man eine Traumatisierung?

Normalerweise denken bei dem Wort „Trauma“ alle an Schocktrauma, auch beziehen sich alle klassischen Traumatherapien auf die Arbeit mit Schocktrauma.

Im Normalfall hat man aber meist eine Vermischung von Entwicklungstrauma und Schocktrauma vor sich, die einen Wechsel zwischen verschiedenen Interventionen notwendig machen.

Im Alltag erkennt man ​ein Schocktrauma u.a. daran, wie Menschen über das traumatische Ereignis sprechen. Im Grunde ist es nämlich nicht möglich über ein Schocktrauma zu sprechen. Entweder werden wir von der Erinnerung überwältigt oder wir dissoziieren, während des Erzählens. Es gibt aber noch ein paar andere Hinweise, die auf ein Schocktrauma hinweisen:

Es wirkt als hätte das Geschehen sich gerade erst ereignet
Als ZuhörerInnen fühlen uns unwohl beim zuhören
Man wird in den traumatischen Sog hineingezogen und traut sich nicht zu unterbrechen
Menschen sprechen oft mit einer abgeflachten Stimme mit wenig oder keiner Modulation
Affektarmut – man sieht wenig Emotionen im Gesicht des Anderen
Menschen erzählen das Ereignis unangemessen, d.h. an unangemessener Stelle oder Ort oder mit unangemessenen Affekten wie z.B. lachen
Die Betroffenen werden von Gefühlen überwältigt und können diese kaum noch in sich halten.

Noch einmal: Woran man keine vorliegende Traumatisierung erkennen kann, ist am Ereignis!

Trauma liegt im Nervensystem – also in der Reaktion des Menschen – und nicht im Ereignis. Man weiß bis heute nicht, warum manche Ereignisse für die eine Person traumatisierend sein können und für die andere nicht.

Man nimmt an, dass es mit folgenden Faktoren zusammen hängt:

die Fähigkeit zu Selbstregulation
Glaube
eingebunden sein in eine Gemeinschaft
Ressourcen im Leben
Ressourcen zum Zeitpunkt des Ereignisses
Zusammengefasst bezeichnet man diese Widerstandsfähigkeit als Resilienz.