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Trauma und die Suche nach (Er-)Lösung

von | 14.08.2017 | 11 Kommentare

„Hast Du mal einen Tipp für mich?“

In meinen Kursen, vor allem in den Onlinekursen, höre ich immer wieder: „Ich habe das und das Symptom, hast Du einen Tipp für mich, hast Du eine Übung für mich?“.
Es gibt keine Tipps für Symptome oder besser gesagt, ich wage es zu bezweifeln.
Denn das Leben und wir sind ein Prozess und keine statische Sache, bei der man sagt, das hat diese Ursache und darauf setze ich diese Übung und dann löst sich alles in Wohlgefallen auf.
Wir haben dieses Denken stark in der Medizin gelernt: Ich habe dieses Symptom, also nehme ich jenes Medikament und dann ist das Symptom weg.
Das Problem ist, nur weil ich das Symptom beseitige, ist die Ursache nicht weg.

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Tiefe Wunden hinterlassen tiefe Muster

Gerade Schocktrauma und Entwicklungstrauma hinterlassen tiefe Wunden und mit diesen verbunden, tiefe Muster.
Je furchtbarer eine Erfahrung war, desto mehr gräbt diese sich in unser Nervensystem und desto nachhaltiger wird sie gespeichert, auch wenn wir uns der Erfahrung selbst nicht mehr bewusst sind.
Die Schlussfolgerungen, die wir damals daraus gezogen haben, zeigen sich heute in unseren Überzeugungen und Glaubenssätzen.
Wenn Du dir jetzt noch vorstellst, wie lange Du schon danach handelst, dann wird Dir sicher klar, dass eine schnelle Lösung nicht realistisch ist.

Veränderung ist ein Prozess und keine Entscheidung

Wenn Du wirklich Dein Leben verändern möchtest und Dinge anders tun willst, dann ist das ein langer Prozess.
Ich würde Dich gerne ermuntern und Dir von Herzen sagen, dass das ein Weg ist, der Energie, Mitgefühl mit uns selbst, Wissen und Erfahrung braucht. Das ist nichts, was durch Tipps oder eine Übung lösbar wäre.
Nimm Dir Zeit, denn die eigene Persönlichkeit zu verändern, ist das Schwerste, was es gibt. Echte Veränderung bedeutet, dass wir Dinge integrieren, sie fühlen und anfangen, sie zu leben und zu atmen.
Das ist ein Weg der kleinen Schritte.

Wenn ​Muster wirklich anfangen, sich zu ändern…

​​…wird es, ganz untherapeutisch ausgedrückt, noch einmal richtig beschissen.
An dieser Stelle geben viele auf, aber wenn Du dann dranbleibst, weiterlernst und weitermachst, dann passiert plötzlich diese Veränderung und du hast keine Ahnung, was letztendlich dazu geführt hat.
Denn Veränderung ist das Resultat des gesamten Weges, den Du gegangen bist.

​​Dein Leben ist eine Heldenreise

​​Bleib‘ dran, geh‘ weiter – es gibt tiefe Täler aber auch schöne Höhen auf dem Weg.
Das wird immer so bleiben, denn das Leben ist einfach ein Auf und Ab.
Was wir lernen können, ist, das alles ein bisschen besser und dramafreier zu durchlaufen, durch die Untiefen zu surfen und das Leben mehr zu genießen.
Denn letztendlich geht es auch darum, einfach lebendiger zu werden und die Schönheit dieses Daseins, dieses Lebens zu sehen und zu fühlen.

Der Weg lohnt sich definitiv, aber vergiss‘ die Sache mit den Tipps und Tricks.

​​Liebe Grüße
Dami

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11 Kommentare

  1. Liebe Frau Charf,

    auf der Suche nach „der eigenen Wahrnehmung trauen“, bin ich auf Ihre Seite aufmerksam geworden.

    Ich habe viele interessante Gedankenansätze gefunden. Leider sind mir sehr viele sprachliche Ungereimtheiten auf Ihrer Homepage, bis hin zu eklatanten Rechtschreibfehlern aufgefallen.
    Das macht es für mich mühsam mich ausschließlich auf den wirklich brauchbaren Inhalt zu konzentrieren.

    Es soll nicht herabwürdigend klingen, aber ich bin der Meinung, dass sich die eigene Professionalität auch durch eine einwandfreie Gestaltung der Homepage widerspiegelt.

    Mit den besten Grüßen

    A. Hausmann

    Antworten
    • Liebe Andrea,
      dass es so schlimm ist, war mir nicht klar. Aber ich weiß, dass alles einmal überarbeitet werden müsste. Leider kann man nicht in allem gut sein und oft fehlt die Zeit sich immer perfekt um jeden Schritt zu kümmern.
      Wir versuchen unser Bestes.
      Herzliche Grüße,
      Dami

      Antworten
  2. Mich würde mal interessieren, wer das Schritt fü Schritt auf die Welt brachte?
    Was ist mit Menschen die übergeordnet denken und fühlen usw.?
    Lieben Gruss

    Antworten
    • Hallo Saskia, wie kann man denn übergeordnet fühlen? Denken ja, aber fühlen? Diese Art von Denken kommt durch die mechanistische Weltsicht, zumindest ist das meiner Ansicht nach ein Teil dessen.
      Herzliche Grüße, Dami

      Antworten
  3. hallo Dami,
    ich bin seit 3 Tage an diesem Thema und sauge alles auf. Du gefällst mri am besten. Ich habe mir auch das kostenlose ebook runtergeladen, leider ist alles verschwunden. Ich finde auch die Mails von dir nicht wieder, die ich gelesen habe. kann ich es nochmal bekommen? Ich hatte es noch gar nicht gelesen. Gruß jeannette

    Antworten
    • Liebe Jeannette, das tut mir leid. Der ganze Prozess ist völlig automatisiert. Du kannst dich höchstens neu eintragen, am besten mit einer anderen Mailadresse und dich dann mit der anderen Mailadresse austragen, wenn du wieder Post bekommst.
      Anders ist das leider nicht möglich. Herzliche Grüße,
      Dami

      P.S. und danke für das Kompliment 🙂

      Antworten
  4. Liebe Dami Charf,

    Den Tipp, dass es keine Tipps gibt, finde ich super, mutig, und ehrlich.

    Als ich gelernt habe, mich auch auf Momente einzulassen, in denen ich mich schlecht fühle, und es hinzunehmen, zu durchleben, vielleicht dabei zu meditieren, um in meinen Körper zu kommen, das war eine Sache, die mir seither – zumindest kopfmäßig – sehr Auftrieb gegeben hat.

    Wie wenn beim Marathon der Moment kommt, wo man aufgeben will. Wenn man mit dem Moment rechnet, verliert er seinen Schrecken, zumindest ein wenig. Wenn ich in eine Talsohle komme, bin ich eben in einer Talsohle. Es wird einem ja auch suggeriert, dass man sich immer nur super fühlen soll, sonst macht man was verkehrt.

    Vielen Dank für deine Arbeit. Ich empfehle deine Seite, wo ich kann.
    Beste Grüße!

    Antworten
  5. Hallo Dami,

    Vielen Dank für die vielen hilfreichen, detalierten Informationen in deinen Videos.
    Ich schreibe meine Frage einfach mal hier rein, da ich denke, dass es zu den anderen Videos noch weniger passt.

    Ich würde gern wissen, was du von TRE bei Entwicklungstraumata in Kombination mit NARM hältst, also das TRE nicht als alleinige Therapie.

    Zusätzlich ist mir noch SSP (Safe and Sound Protocol) von Dr. Stephen Porges über den Weg gelaufen, was hältst du davon bei Entwicklungstraumata, was man natürlich auch mit Traumatherapie wie z.B. NARM kombinieren könnte?

    Vielen lieben Dank!

    Antworten
  6. Liebe Dami,
    das mit der (Er)lösung spricht mir aus der Seele. Ich bin jetzt seit ich 39 bin auf dem Genesungs-/Transformationsweg und das sind schlappe 22 Jahre. Ein Ende ist nicht abzusehen und das ist gut so. Jedenfalls bin ich heute davon überzeugt. Auch wenn ich morgen mal wieder zweifle und erneut nach der magischen Formel suche. Doch diese Anwandlung geht bei mir immer schneller vorbei. Gut, dass Du das mal mit der „Volksverdummung“ gesagt hast. Außerdem steckt meiner Meinung nach Geschäftemacherei und nicht so sehr das Wohlergehen der KlientInnen hinter diesen Versprechungen „Symptomfrei in drei Tagen“ oder so ähnlich. Und noch etwas anderes. Ich hatte beruflich viel mit Sprache zu tun, schreibe selbst und mir ist noch nichts wirklich Gravierendes aufgefalllen. Wie heißt es in einem Selbsthilfeprogramm so schön: Es ist immer die Meinung der sprechenden Person. In diesem Sinn

    Herzliche Grüße + weiter so
    Mirijam

    Antworten
  7. Liebe Dami,
    Ich lese gerade dein Buch, Auch alte Wunden können heilen, und bin in diesem Zusammenhang auf deinen Blog gestoßen. Ich kann gar nicht viel sagen da ich seit 2 Tagen nur noch am heulen bin. Aber Danke muss ich sagen, endlich bekomme ich eine leise Ahnung was mit mir los ist. DANKESCHÖN

    Antworten

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