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Warum wir oftmals weder Empathie noch Hilfe bekommen

von | 02.10.2020 | 16 Kommentare

Welch ein Irrsinn: Noch immer ist es so, dass alle diejenigen, die Gewalt erfahren haben, sehr oft selbst die schuldigen Täter sind. Erfahren Frauen Gewalt, sind sie zu aufreizend angezogen gewesen. Werden Kinder misshandelt, helfen wir nicht, weil es ja nicht „meine“, sondern die des Nachbarn sind – Besitzansprüche werden geltend gemacht! Die tatsächlichen Täter werden oft nicht belangt und die wirklichen Opfer müssen beweisen, dass sie unschuldig sind.

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Ist es nicht verwunderlich, dass es in manchen Situationen, in denen du oder andere von etwas Schrecklichem aus ihrem Leben erzählen, sie keinerlei Empathie oder Mitgefühl bekommen? Vielmehr wendet sich das Gegenüber ab und möchte davon eigentlich nichts hören. Das ist für den, der diese Ablehnung erfährt, sehr verletzend!
Dieses Verhalten können wir z.B. schon erkennen (auch bei uns selbst!), wenn wir in unserer Nachbarschaft ein Kind weinen hören, dass von seinen Eltern geschlagen wird. Haben wir den Mut, nachzuschauen, was dort los ist, oder sie womöglich sogar anzuzeigen? In den meisten Fällen verhalten wir uns ruhig, stellen uns taub und handeln nicht.

Woran liegt das?

Bei diesem Verhalten sind verschieden Dynamiken am Werk. Zum einen ist das Wort „Privatleben“ in unserer Gesellschaft sehr bedeutend. Wir ziehen eine Mauer um uns herum. Hinter diesen Mauern kann ich machen, was ich will und niemand anderen geht das etwas an! Selbst wenn ich Unrechtes tue, so hat mir niemand reinzureden.
Damit einher geht das Wort „meins“. Nicht nur Dinge, sondern auch Menschen werden zu meinem Eigentum – „meine Kinder“, „meine Frau“, „mein Mann“ etc. So schön dieses Attribut auch sein kann, es beinhaltet aber auch einen oftmals gefährlichen Besitzanspruch. Und mit meinem Besitz kann ich umgehen, wie ich will!

Zwei Beispiele:

Der Ökophilosoph Derrick Jensen hat in einem seiner Bücher ein deutliches Beispiel aufgeführt. Er hat gesagt, wenn du ein Grundstück oder ein Haus hast und sich darin Ratten eingenistet haben, dann liegt es in deiner Entscheidungsgewalt, Gift zu streuen, um diese Ratten zu töten! Du darfst das, weil das Haus dir gehört, und dabei ist es ganz egal, ob du ein anderes Lebewesen tötest. Du tötest ja keine Menschen, aber andere Lebewesen sind okay!?
Da wird das Denken, das dahintersteht, ein bisschen offensichtlicher.
Ich selbst habe tatsächlich auch eine Situation erlebt, in der es um „Besitzansprüche“ ging. Ich saß mit meiner Freundin Susanne in einem Café. Als wir nach draußen auf die Straße blickten, fiel uns ein Pärchen auf, das in einen Streit verwickelt war. Wie aus dem Nichts bäumte sich der Mann plötzlich auf und schmiss seine Partnerin gegen einen dort parkenden Bulli. Ich bin sofort rausgelaufen und habe die Frau gefragt, ob sie Hilfe braucht. Aber nicht sie hat geantwortet, sondern der Mann: „Nein, wir brauchen keine Hilfe.“! Ich habe ihn darauf aufmerksam gemacht, dass ich sie gefragt habe und nicht ihn. Nach einigem Hin und Her schließlich habe ich die Frau nochmal gefragt, ob sie Hilfe braucht. Und wieder hat der Mann geantwortet und zwar mit den Worten: „Nein, wir brauchen keine Hilfe, wir sind verheiratet!“
Gibt es dazu noch etwas zu sagen, ich glaube nicht!! Und ich finde es unsagbar traurig, dass z.B. das Verheiratet-Sein wie ein Freibrief zu sein scheint, der alle anderen abschreckt, die vielleicht helfen möchten, und man sich letztendlich nicht mehr traut, einzugreifen oder, so wie ich, eine Abfuhr bekommen.
Das ist eine Dynamik, die oft unterschätzt wird und uns immer wieder davon abhält, da Hilfe zu leisten, wo sie unbedingt notwendig ist, z.B. eben auch bei Kindern, die von ihren Eltern misshandelt werden.

Was ist schlimmer?

In früheren Jahren war es tatsächlich so, dass mindestens 6 – 7 Personen von einem Kind angesprochen werden mussten, um zu glauben, dass es sich bei Kindern um sexuellen Missbrauch handelt. Ich weiß nicht, wie die Zahl heute ist, aber die Zahl an sich spricht ja schon für sich. Für das betroffene Kind ist es nicht nur die Gewalt an sich, sondern eben auch noch, dass ihm nicht geglaubt wird.
Was ist schlimmer? Die Tat an sich oder das Nicht-gehört-werden durch Erwachsene, von denen man sich Hilfe erhofft? Es gibt keinen „Wettbewerb“ des Schreckens. Beides ist furchtbar. Aber wenn ich einem Kind direkt glaube, mich um es kümmere, versuche, das Leid zu sehen und zu mildern, dann hat das Kind größere Möglichkeiten, seinen Schmerz und sein erlittenes Trauma zu verarbeiten.
Verletzt werden ist das eine, aber dass mich niemand damit sieht, das ist einfach eine Katastrophe. Diese Reaktion löscht mich aus! Ich werde bedeutungs- und wertlos! Und das ist wirklich ganz, ganz schlimm!!

Selbst schuld!

Wir leben in einer täterzentrierten Gesellschaft.
Wer hat sich nicht schon die Frage stellen lassen, wenn das Fahrrad gestohlen wurde, ob man es denn auch abgeschlossen hatte? Oder hat dir jemand deine Brieftasche geklaut, ist doch die naheliegendste Frage: „Wo hattest du sie denn eingesteckt“?
Aus diesen Fragen wird klar, wer Schuld hat, nämlich du selbst!
Sehr deutlich wird es auch, wenn es um sexuellen Missbrauch von Frauen geht. Haben wir nicht schon alle die Behauptung gehört: „Ja, das hätte nicht passieren dürfen, aber wenn sie sich auch so anzieht, konnte ja nichts anderes passieren!“?
In einer meiner Fortbildungen war tatsächlich einmal ein Therapeut, der das auch so gesagt hat: „Natürlich kann sie nichts dafür, aber warum läuft sie denn auch nachts so rum?“.
Ich war so geschockt, dass ich kaum antworten konnte. Aber es war sehr schnell klar, dass er mit dieser Grundhaltung die Fortbildung verlassen musste. Diese Einstellung geht in keinster Weise!!!
Aber so eine Haltung spricht Bände. Sie macht klar, wer die Verantwortung trägt – nicht der Täter, sondern das Opfer. Wir müssen die Verantwortung wieder dahin geben, wo sie hingehört. Und das ist zu den Tätern. Als nächstes muss aufhören, dass Opfer danach gefragt werden, wie es dazu kommen konnte, und sie in der Beweispflicht sind.

Schuld und Schmerzabwehr

Die tieferliegende Dynamik wird offensichtlich, wenn ich schaue, worum es letztendlich eigentlich geht, wenn ich mich als Opfer schuldig fühle. Es geht um die Abwehr von Schmerz!
Wenn ich mich schuldig fühle, dann kann ich etwas tun, damit mir bestimmte Dinge nicht passieren. Ich ziehe mich nicht so an, dass ich auffalle, ich schaue immer, dass alles, was mir gestohlen werden könnte, gut verpackt ist – und dennoch passiert es!
Wenn du schuldig bist und du weißt warum oder du bildest dir ein, es zu wissen, dann kannst du aktiv etwas tun, damit dir das nie (wieder) passiert. Das ist die Dynamik darin. Sonst fühlen wir uns hilflos. Sonst könnte uns das ja auch passieren. Aber ich bin eine von den „Guten“, ich laufe „anständig“ rum, deswegen wird mir das nicht passieren. Und deswegen mache ich eine Trennung zwischen mir als Frau und dir als Frau und dann muss ich mich nicht mehr mit deinem Schmerz befassen.
Das ist die Dynamik. Und die läuft unter Frauen, die läuft von Männern zu Frauen, die läuft von Männern zu Männern, diese Dynamik ist einfach allgegenwärtig. Und wir können uns einfach nur dessen bewusstwerden und anfangen, anders zu reagieren und nicht nachzufragen. Sondern dem Täter direkt die Verantwortung zuweisen. Denn da gehört sie hin!

Fazit:

Das nochmal als Erklärung, warum wir oft auch keine gesellschaftliche Empathie bekommen. Wir grenzen uns ab und hoffen, uns passiert das nicht. Und damit bleiben die Betroffenen einfach sehr, sehr alleine. Das ist furchtbar schmerzhaft. Und das wiederum tut uns allen weh.
Wenn wir also genau schauen, was es für Folgen mit sich bringt, dann leidet die gesamte Gesellschaft!

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16 Kommentare

  1. Jürgen Helmerichs

    Privatleben, sich abgrenzen, Angst, Vermeidungsverhalten, Hass ertc.pp, die Parameter dieser so wichtigen Fragestellung, hier als gesellschaftliches Phänomen sehr anschaulich und verständlich erklärt, sind sooo vielfältig…
    Mein Beitrag bezieht sich dagegen mehr auf die `Geschlechterrolle´, um es mal so auszudrücken, den ich hier gern teilen möchte:
    https://4alle.wordpress.com/2015/10/17/hs-frauenpower/
    Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag!!
    Jürgen aus Loy (PJP als Blogger)

    Antworten
  2. Natascha

    👍 Sehr gutes, auf den Punkt gebrauchtes Beispiel.

    Ich hatte sogar mal ein Interview gesehen, da wurde behauptet, es wäre ja wohl ein Schande, wenn eine sehr hübsche, leicht bekleidete Frau nicht vergewaltigt werden würde…

    Einfach nur armselig. Das Ganze war eine gestellte Szene im Rahmen eines psychologischen Experimentes.

    Aber da tun sich tatsächlich extreme menschliche Abgründe auf.

    Weiterhin alles Gute für Eure wichtige Arbeit.

    Danke.

    Antworten
  3. Steffi

    Hallo Dami. Ich finde dich und deine Video’s toll.

    Zu dem Thema Empathie und warum wir keine Hilfe bekommen habe ich ehrlich in mich rein gehört und ich muss sagen, dass ich diese Abgrenzung zu Menschen die Hilfe brauchten nie hatte. Ich wusste auch nicht, dass es diesen „Abgrenzungsinstinkt“ überhaupt gibt und habe andere Menschen deshalb oft als „schlecht“ abgelehnt. Ich denke ich werde jetzt etwas mehr Verständnis aufbringen können. Ich hab nicht oft in meinem Leben um Hilfe gebeten und war immer auf diese Abgrenzung gestoßen und hab das immer auf mich als Person bezogen. Zu wissen, dass es nicht so war und ist ist eine Erleichterung.
    Bitte mach weiter mit deinen Video’s. Nur Jemand der das Problem über das er spricht selbst kennt kann andere Menschen in derselben Situation wirklich verstehen. Bei dir merkt man sofort, dass dem so ist. Jedes Thema bis hierhin hat mich persönlich betroffen und bei einigen dabei wusste ich noch nicht einmal, dass es überhaupt so war. Ich mochte immer den Spruch „Problem erkannt, Problem gebannt“- mir war nicht bewusst wie viele Probleme es in uns geben kann die einem selbst nicht bewusst sind. Die Verbindung von unserem Verhalten zu speziell dieser Unsache kann nur Jemand mir glaubhaft erklären der dieses Problem selbst mal hatte. Jemand anderem würde ich gar nicht glauben. Danke, dass du dich als Betroffene entschlossen hast zu helfen! Viel Erfolg weiterhin!

    Antworten
  4. Maria Groß

    Hallo Dami. Dein Beitrag hat mich sehr berührt und aufgewühlt. Seit über 30 Jahren trage ich diese Schuld und komme damit nicht klar. Ich weiß wie es sich anfühlt, wenn man statt Verständnis und Hilfe, nur Schuld und Verachtung erfährt. Ich kann diese selbst verurteilenden Gefühle nicht abstellen. Ich kenne die Mauer die ich um mich gebaut habe und die Zerstörung die dahinter statt findet.
    Ich habe die damalige DDR Diktatur Haut nah erlebt, wie diese mit dem Thema Vergewaltigung umgeht und Betroffene behandelt hat. Als Täter nicht als Opfer.
    Wie und wo kann ich mich zu einer Einzeltherapie bei deiner Kollegin Diana anmelden. Liebe Grüße Maria.

    Antworten
  5. Felder Astrid

    Danke! Das macht mir einiges klarer und ich komme dadurch in ein anderes Agieren/Reagieren…
    💞👭

    Antworten
  6. Bruno

    Ja, so ist es. Man ist als Opfer naturgemäss darauf sensibilisiert, was einem selbst angetan wurde.
    Also ich soll als Mann einschreiten, wenn Mütter ihre Kinder schlecht behandeln. Ab wann? Wo ist die Grenze, wo man einschreiten muss?

    Antworten
  7. Tanja Schneider

    Ich habe dieses Wegschauen selbst erlebt – überlebt. in der Schlimmsten Form als meine biologische Mutter den Missbrauch auch vor Gericht verleumdet hat und sich stattdessen für die Unschuld des Täters, Ihr zweiter Ehemann, aussprach. Sie hat mich – wieder einmal – im Stich gelassen und mit ihr der Rest meiner Herkunftsfamilie. Deutlich spüren kann ich nach dem Zuhören erstmals was dies mit meinem Selbstwert gemacht hat – womit ich meine „ich bin es nicht wert dass man mich schützt, mir glaubt etc“… Da dieser verrat von meiner Mutter ausgegangen ist hat er mich auf eine Weise tiefer getroffen als der Missbrauch als solche, der von einem mann ausging, mit dem mich keinerlei tieferen Stränge verbunden haben. Er war eben einfach nur der zweite mann meiner Mutter – ich habe ihn auch davor nicht als Vater 2.0 erlebt oder gefühlt. (…) Es gibt mit Sicherheit viele Gründe, warum meine biologische Mutter so reagiert hat, wie sie es getan hat. Finanzielle Abhängigkeit, Ihre narzisstische Persönlichkeitsstörung, vll aber auch dass Sie Ihre eigene Geschichte hätte spüren müssen, Ihren eigenen Schmerz und das hat Sie nicht ausgehalten und hat weggeschaut. Tanja

    Antworten
  8. Uschi

    Hallo, Dami,
    danke für dieses erhellende Video.
    Mir sind dabei einige Lichter aufgegangen.
    Viele Grüße
    Uschi

    Antworten
  9. Carmen

    Ein toller Bericht zu einem sehr wichtigen Thema. So ist die Dynamik in unserer Gesellschaft. Täter zentriert. Es ist unglaublich, wie sehr jeder/e seinen Anspruch auf Besitz geltend macht und dadurch Hilfe eliminiert und Betroffene mundtot macht.

    Antworten
  10. Tanja B

    Was für schlimme Dinge hier manche erlebt haben…
    Mein aufrichtiges Mitgefühl.
    Ich hoffe euch geht es in Zukunft besser als in der Vergangenheit…

    Ich konnte mich auch in obigen Artikel wiederfinden, nämlich da, wo man ignoriert wird, wenn man von eigenen schlimmen Erfahrungen berichtet. Ich weiss nicht, wenn mir jemand schlimme Dinge erzählt die er mitgemacht hat, dann ist bei mir erstmal grundsätzlich Verständnis und ein Ernst nehmen da? Aufmerksamkeit eben.

    Ein „Freund“ von mir ist ein Mensch der knallhart auf harte Geschichten nichts sagt und wartet bis „es ausgestanden“ ist.
    Ich habe in der Vergangenheit immer wieder seine Reaktion betrachtet und kann das gar nicht glauben. Und wenn man nachhaltig warum er nichts sagt kommt tatsächlich sowas wie er wüsste ja nicht was er sagen soll. Unfassbar wie Empathielos Menschen sein können.

    Der Artikel hat mir sehr gefallen, vielen Dank dafür.

    Antworten
  11. Petra Luise

    Liebe Dami,
    vielen Dank für dieses Video und besonderen Dank, dass du diesen Therapeuten aus deiner Fortbildung „entlassen“ hast.
    Ich selber habe ein frühkindliches komplexes Traumageschehen erlebt, mit Borderline-Mutter und gewalttätigem Stiefvater und einer Umgebung, die ebenfalls nicht reagierte. Unter letzterem leide ich bis heute am meisten.
    Meine persönliche „Krönung“ im Frühjahr war allerdings meine Therapeutin, als ich ihr schilderte, dass mich die Corona-Maßnahmen 1:1 in meine Kindheit katapultiert haben und (nicht nur) ich natürlich dadurch jetzt retraumatisiert bin, war ihr Kommentar: „Wieso, was wollen Sie denn? Sie sind doch nicht im Gefängnis und werden gefoltert.“
    Diese Dame hab ich dann auch entlassen.
    Liebe Grüße Petra Luise

    Antworten
  12. Daniel

    Jetzt muss ich mal hier etwas wesentliches Mitteilen, was ich hier sehr schmerzlich vermisse.

    Es gibt trotzdem eine Vielzahl von Menschen, die unverschuldet in eine Notsituation geraten und zusätzlich noch die wildeste Schikane ( Mobbing ) Ablehnung von Menschen, Behörden, o.Vereine erleben müssen. Die Frage ist: Wie geht man damit um ?? Wie geht man mit seinem allgegenwärtigen Leid und der Resignation anderer Menschen um ?? Wenn ich mich demütig und kritisch selbst reflektiert hinterfrage, was ich tun kann um meine Situation zu verbessern, wenn ich keine Chance bekomme/habe, die Täter in ihre Verantwortung und ihre Schranken zu weisen, was mache ich dann, wenn es niemanden mehr gibt, der mich darin unterstützt, weil es den meisten zu anstrengend ist, einfach mal nur da zu sein ?? Täglich stehe ich auf und lerne Eigenverantwortlich und Verantwortungsbewusst zu leben. Jedoch lebe ich seit 10Jahren in einer hoffnungslosen Situation (u.a.körperliche Erkrankung), zu wissen, es gibt anscheinend mehr Menschen, die alles erklären wollen warum etwas ist wie es ist, statt einfach zu entscheiden, „hey, ich mag Dich und wo kann ich Dir helfen“. So eine Haltung: habe ich seit 44Jahren, noch nie kennen gelernt, abgesehen von menschlicher Zuneigung.

    Antworten
    • Dami Charf

      Hallo Daniel,
      eine wirkliche Hilfe ist über solche Beiträge einfach nicht möglich, hier geht es tatsächlich nur darum,
      die Dinge zu erklären.
      Ich kann dir nur raten, dir eine Begleitung vor Ort zu suchen, dann kann individuell geschaut werden, welche Unterstützung
      für dich hilfreich ist.
      Alles Gute für dich!
      Herzliche Grüße
      Dami

      Antworten
  13. Lilly

    „Verletzt werden ist das eine, aber dass mich niemand damit sieht, das ist einfach eine Katastrophe. Diese Reaktion löscht mich aus!“

    Vielen Dank, Dami. Deine Texte sind sehr wertvoll. Du drückst darin innere Zustände aus, die von Betroffenen oftmals nicht artikuliert werden können. Ich bin in den späten 90er Jahren Opfer von Gewalt geworden und habe keinerlei Gehör oder Hilfe erhalten. Weder aus meinem Freundeskreis noch von institutioneller Seite. Der Täter hat sich der von ihm begangenen sehr schweren Straftaten vor anderen Personen sogar gebrüstet – völlig folgenlos.
    Mich haben diese Vorgänge wie mundtot, ja stumm, werden lassen.
    Obwohl die Erlebnisse fast 25 Jahre zurückliegen, entlastet es sehr, in Deinen Texten auf Verständnis zu stoßen.

    Antworten
  14. Anonym

    Nirgends war die Schuldzusprechung, das Weggucken von amtlichen Stellen, die Bloßstellung so böse wie in Göttingen. In keiner anderen Stadt, (maximal wenn es um das OEG ging, da geht es aber um Geld) und ich war gezwungen, viel herum zu kommen.
    Dann wundert man sich, das ein Opfer kein Bedarf mehr auf Therapie, Traumaklinik oder die entsprechenden Amtsstellen mehr hat, nicht mal mehr zu einem Amt will, weil es auch dort die Erfahrung macht genötigt zu werden, um Hilfe zu bekommen. Und von den Helfern wurde zusätzlich noch gesagt, „oh deine Sachbearbeiterin würde alles für Sie bewilligen“. Ja klar, wer’s glaubt, deshalb wollte sie die Hilfen auch einstellen, während man schlimmste Zeiten auf der Traumastation durchmacht, man nicht wusste, ob sein Zuhause bei der Bombenentschärfung zerstört wird bei Pandemie und im tiefsten Winter und körperlich krank. Ja, ich weiß, dass eine von denen das hier erlesen könnte, sicher Rückschlüsse ziehen könnte, aber das ist mir wurscht. Ich bin hier transparenter, als die es je waren oder vermutlich schaffen.

    Mal schauen, ob Sie diesen Eintrag auf Ihrer Homepage aushalten. In einer Stadt die meines Erachtens Loyalität mit Selbstbewusstsein verwechselt, oder nur selbstbewusst ist, weil die Stellen von überall Schutz/Stillschweigen/Lobgesänge erfahren. Nur Opfer erfahren kein Schutz. Die sind oft eh schon alleine, wer will sich da wehren, das Opfer kann es ja eh nicht. Da muss man nichts tun.
    Aber wehe ich will zurück, dann wird ein auf „Scheinschutz“ gemacht und ich weiß auch warum: in einer anderen Stadt könnte es wieder zu einem anderen Ergebnis kommen und dann würde diese Stadt hier ziemlich blöd dastehen.
    Ich kann niemanden mehr glauben.
    Es läuft hier nicht korrekt.

    Daran sieht man, dass niemand mit Macht es nötig hat sich selbst alleine regulieren zu müssen, um sich korrekt zu verhalten. Am schlimmsten ist es halt, wenn man dann noch Loyalität zum Dank erhält.
    Der Mann der seine Frau an den Bulli knallt, der Mann der seine Frau und Kinder schlägt, der Mann der Lust hat und nicht weiß wohin damit, der Politiker der strafbare Bildchen auf seinem PC hat und trotzdem noch Schutz erfährt,
    Ämter die Hilfe mächtig androhen untersagen und auch noch Loyalität durch die Einrichtung selbst bekommen. Gehts noch verlogener????

    Jetzt wissen alle, warum ich so ein Hass auf Loyalität habe.

    Loyalität muss man sich erarbeiten, dass bekommt man weder einfach so, noch als Vorschuss, noch wenn man sich falsch verhalten hat.

    Antworten

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