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Corona – das Trauma folgt dem Virus und seinen Auswirkungen

07.05.2020 | 86 Kommentare

Die Welt um uns herum verändert sich in einer Geschwindigkeit, die mir den Atem raubt und mir jeden Tag mehr Angst macht.

Nun schweige ich seit Wochen und versuche, meine Gedanken eher für mich zu behalten. Gleichzeitig beobachte ich mit wachsendem Entsetzen, was um mich herum geschieht. Heute ist nun der Tag gekommen, an dem ich nicht mehr schweigen möchte – weder als Mensch noch als Traumatherapeutin.

Unser Umgang mit dem Virus und dessen Folgen

Versteh mich nicht falsch. Ich habe keine Angst vor dem Corona Virus. Ich habe Angst vor den Auswirkungen unseres Umgangs damit. Inzwischen haben wir fast überall Maskenpflicht und das „Social Distancing“ verfestigt sich und wird zur „neuen Normalität“. Überall wird Abstand gehalten und oft sehe ich die Angst in den Gesichtern von Menschen, wenn etwas „zu nah“ wird.

Diese künstliche Distanz wird nun noch verstärkt mit dieser Maske vor dem Gesicht. Ich gehe durch die Stadt und erkenne die Gesichter nicht mehr. Ich kann nicht mehr erkennen, wie es jemandem geht, ich bekomme keine visuelle Resonanz mehr. Hast nicht auch du schon gemerkt, dass das etwas mit uns macht!? Das führt dazu, dass ich keine Ahnung mehr habe, wie dieser Mensch denkt oder fühlt. Ich bekomme kein soziales Feedback mehr, ich fange an, innerlich unsicher zu werden.

Bekommen wir aber kein Feedback, keine Resonanz auf unseren Blick, auf unsere Mimik, auf das, was wir sagen, also schlicht auf uns als Menschen, werden wir selbstunsicher und ängstlich.

Wir Menschen sind darauf angewiesen, in Resonanz zu gehen!

Wir brauchen den Blick, die Mimik einer anderen Person.

Es gibt ein spannendes psychologisches Experiment, in dem Bewerbungsgespräche mit Menschen geführt werden und keiner der Interviewenden gibt per Mimik ein Feedback. Die Bewerber werden einfach mit steinernem Gesicht angeschaut. Der Stresslevel der Bewerber „geht durch die Decke“. Die meisten können sich kaum noch regulieren und versagen oft kläglich bei ihrem Jobinterview.

Soziales Miteinander ist kein „nice to have“ – es ist eine Lebensnotwendigkeit!

Seit Wochen sind nun schon viele Menschen sehr alleine und ohne ein nahes soziales Feedback. Und sie sind nicht nur alleine, sie sind einsam. Viele haben keinen Körperkontakt, spüren keine Umarmung und kein nahes Gespräch mehr in ihrem Alltag.

Die Bundesregierung und die Landesregierungen erlauben in den meisten Fällen den Kontakt unter Familienmitgliedern. Das ist schön, wenn man „direkte“ Familienmitglieder hat und wenn man diesen dann auch noch nah sein möchte. Aber was ist mit denen unter uns, die auch eine Familie haben, diese aber nicht aus Blutsverwandten besteht? Was ist mit allen sog. „alternativen“ Lebensentwürfen?

Einsamkeit macht uns krank. Kontaktlosigkeit kann uns in die Depression führen. Allein sein lässt uns auf Dauer unglücklich werden.

Wir brauchen Kontakt, wir brauchen unsere Freunde, wir brauchen es, miteinander zu lachen, zu kochen, zu sein. Wir brauchen Berührung und Nähe, um uns zu beruhigen. Sogar unser Immunsystem leidet unter dem Social Distancing!

Unser Verstand mag das Social Distancing als Maßnahme verstehen, unser Körper und unsere Psyche verstehen es jedoch nicht.

Wenn wir zu lange allein sind, gehen wir innerlich verloren!

Selbst Menschen, die vielleicht ein weniger großes Kontaktbedürfnis haben, gehen hin und wieder in ein Café, ins Kino, ins Restaurant etc., um am sozialen Leben teilzuhaben. Langanhaltende Einsamkeit verursacht Stress. Dies ist evolutionär tief in uns verankert, ob wir diesen Stress nun in uns wahrnehmen oder nicht. Ich bin mir sicher, wenn man momentan den Cortisollevel von Menschen testen würde, dann würde man einen extrem hohen Stresswert feststellen.

Gemeinschaft als soziales Miteinander

„Gemeinschaft“ umgibt uns normalerweise auf vielen Ebenen. Sie ist oft da, ohne dass wir sie bewusst wahrnehmen – das Eis beim Italiener, der Gang ins Kino, der Bummel durch die Stadt. Überall sind Menschen und unsere Nervensysteme nehmen dies wahr.

All dies wird durch das Social Distancing, durch die Kontaktverbote, durch die Vermeidung von „Menschenansammlungen“ außer Kraft gesetzt.

Wir können das sicher eine gewisse Zeit „aushalten“, aber je länger diese Isolation andauert, desto größer werden die Spätfolgen sein!

Die „traumatischen“ Folgen der Krise

Ich weiß, dass für traumatisierte Menschen andere Menschen oft auch eine Gefahrenquelle darstellen. Dennoch brauchen alle ein Maß an sozialem Miteinander, das momentan nicht mehr gewährleistet ist. Einsamkeit erzeugt Angst, Depression, Traurigkeit, Isolation, Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen und vieles mehr. Angst wiederum erzeugt Einsamkeit, Stress, Depressionen, Wut und Panikattacken.

Andere Menschen haben z.Zt. zu viel soziale Nähe und gleichzeitig zu wenige Fluchtmöglichkeiten. Die Zahlen von Kindesmissbrauch, Gewalt an Frauen und Kindern sind massiv hoch hinter verschlossenen Türen. Der Konsum von Alkohol und Drogen und Streamingdiensten steigt.
Auch die „Pornoindustrie“ verzeichnet Höchstrekorde.

Ich mag mir gar nicht vorstellen, was an vielen Orten gerade hinter verschlossenen Türen geschieht. Ich konnte wenigstens noch in die Schule gehen und draußen spielen, um eine Pause zu haben von dem, wie es zu Hause war. Diese Möglichkeit ist den Kindern nun genommen.

Als Menschen reagieren wir sehr empfindsam auf Enge und soziale Machtgefälle.

In Experimenten konnte man nachweisen, dass unser Stresslevel sich um ein Vielfaches erhöht, wenn wir mit einer dominanten Person auf zu engem Raum eingesperrt werden. In Tierversuchen gibt es Tiere, die dann nach einiger Zeit sogar sterben, weil der Stress so hoch wird. Diese Situation ist sicher für viele Kinder und Frauen und auch einige Männer momentan seit Wochen gegeben.

Als Folge gehen Menschen gehen in den „Shut Down“, der älteste Vagusnerv wird aktiv und Menschen ergeben sich und erstarren. Wir dissoziieren und funktionieren, sind aber nicht „bei uns“. Diese innere Erstarrung findet bei empfundener Auswegslosigkeit statt.

Wir werden in der Folge einen massiven Anstieg von Traumasymptomen sehen, für den wiederum unser soziales Gesundheitssystem überhaupt nicht ausgerüstet ist. Es gibt schon jetzt viel zu wenige Therapieplätze mit gut ausgebildeten Traumatherapeuten. Es wird viele Menschen geben, die neu traumatisiert werden, und viele, bei denen alte Traumata reaktiviert werden und wieder aufbrechen.

Überleben!

Menschen können und haben jede Katastrophe überlebt! Es gab allerdings einen Faktor, sozusagen unsere „Wunderwaffe“, wie wir das geschafft haben:
Durch soziales Miteinander, Gemeinsamkeit und Verbundenheit.
Und genau das ist momentan unterbrochen und noch so viele Lieder bei YouTube über Verbundenheit und noch so viele Zoomtreffen können einen realen Kontakt nicht ersetzen.

Unser Körper kennt den Unterschied.

All das Wissen, das ich gesammelt habe, sagt mir, dass gerade etwas geschieht, dass tiefe Wunden hinterlassen wird. Wunden, die nicht mit dem Verschwinden des Virus vernarbt sein werden. Je länger diese Situation aufrechterhalten wird, desto schlimmer.

Außerdem gibt es zusätzlich noch Bruchlinien, die nur schwer heilen werden, die durch den unterschiedlichen Umgang mit dem Virus entstehen. Dieser wird in Teams, Familien, zwischen FreundInnen und PartnerInnen Risse hinterlassen.
Was passiert, wenn der eine immer Abstand halten will aus Angst und die andere damit vollkommen anders umgeht und die staatlichen Anordnungen nicht einhält?

Was ist mit den tausenden von Menschen, die ihre Familie nicht sehen dürfen? Was ist mit denen, die Angehörige haben, die ins Krankenhaus müssen, und sie diese nicht sehen, nicht unterstützen und ihnen nicht die Hand halten dürfen?
Was ist mit den Menschen, die nicht gemeinsam trauern dürfen, weil es nicht erlaubt ist Trauerfeiern abzuhalten? Hier werden Menschen Jahre darunter leiden, keinen Abschied gehabt zu haben – aber auch darunter, keinen Beistand in schweren Stunden geleistet haben zu dürfen.

Was ist mit Kindern, die nicht mit anderen Kindern spielen dürfen und lernen, dass es besser ist, sich fern zu halten?

Was wird bleiben, wenn Nachbarn andere Nachbarn anzeigen, weil sie Besuch haben?

Und dann sind da noch die Menschen, die eine Depression bekommen oder sich gar suizidieren werden, weil sie ihre Lebensgrundlage verloren haben – weil ihr mühsam aufgebautes Geschäft gerade kaputt gegangen ist oder sie keine Nacht mehr schlafen, weil sie Angst haben, dass dies bald geschieht.
Und egal wie sehr wir vielleicht den Kapitalismus anzweifeln, so sind doch die meisten von uns von einem Lohn abhängig, der von irgendjemandem erwirtschaftet werden muss. Und machen wir uns nichts vor, die Unternehmen, die es nicht überleben werden, sind die „Kleinunternehmer“.

Auch bei uns im Seminarbetrieb stehen alle Räder still. Keine Gruppe findet statt. Körperpsychotherapie ist gerade nicht vorstellbar und wir wissen nicht, wann sich dies wieder ändert. Körperpsychotherapie mit 2 Meter Abstand und Gesichtsmaske wäre reiner Zynismus. Körperkontakt ist nicht „systemrelevant“.

Zu den Langzeitfolgen, die ich befürchte, gehört eine noch größere soziale Getrenntheit. Ein Rückzug in die Kleinfamilie. Eine diffuse soziale Angst, die sich festsetzt.

Ich habe Angst, dass es sich in den Köpfen verfestigt, dass andere Menschen dafür verantwortlich sein könnten, dass ich krank werde oder gar sterbe – dadurch wird mein Gegenüber zum Feind! Schon jetzt sehe ich genau diese Angst in vielen Augen auf der Straße. Der Mechanismus der Angst, der momentan so tiefgreifend ist, ist ein zweifacher:

  • Ich werde krank und könnte sterben
  • Ich stecke jemanden an und bin verantwortlich für deren Tod

Es sei dahingestellt, ob diese Ängste real sind. Sie sind dennoch sehr wirksam und werden lange weiterwirken, auch nachdem der Lockdown beendet ist oder gelockert wird – und wir hoffentlich wieder unmaskiert einkaufen gehen können.
Ich habe Angst, dass momentan auf breiter gesellschaftlicher Basis Sozialphobien verstärkt oder installiert werden. Das wird Folgen haben. Lange.

Es darf diese „neue Normalität“ der sozialen Distanz nicht geben!

Eine „neue Normalität“ wird uns langfristig nicht stärker machen, sondern schwächer. Menschen werden noch weniger Bindung und Verbundenheit fühlen und dies wir uns psychisch schädigen – als Individuum und als Gesellschaft.

Kein Mensch ist eine Insel. Bitte vergesst nicht, was ein normaler Umgang miteinander ist. Vergesst nicht, dass ein Gesicht auch zum Lächeln da ist und Hände zum Berühren. Bitte tragt die Maske nur, wenn es wirklich notwendig und verordnet ist. Nutzt die Zeit auf der Straße wieder Kontakt herzustellen und mit Menschen zu reden, Menschen anzulächeln. Lasst uns einander das Gefühl geben, dass wir wichtig sind und gesehen werden.
Das Leben wird weiter gehen. Wir müssen nun entscheiden, wie es weiter gehen soll.

Einen spannenden Artikel, wie ich finde, hat dazu auch die Traumaexpertin Michaelea Huber verfasst:
https://www.stern.de/gesundheit/corona–trauma-expertin-kritisiert-umgang-mit-der-krise-scharf-9248114.html

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86 Kommentare

  1. Clara

    Hallo Dami, vielen Dank für diesen Beitrag, den ich nur unterstützen kann und der auch mir aus tiefstem Herzen spricht! Es tut sehr gut, dass sich jemand traut, dies auszusprechen. Danke! Ich hoffe auch sehr, dass dieser Alptraum bald wieder vorbei ist und Menschen sich wieder nah sein können und diese Isolation ein Ende hat.

    Antworten
  2. Bianca

    Das drückt genau aus, was ich fühle. Die Menschen betrachten sich misstrauisch gegenseitig, Kontakt kann den Tod bringen, so fühlen sich die Blicke an.

    Ich selbst kann die Maske kaum (er)tragen, sie ist wie eine Mauer, die meine Antennen blockiert, ich kann mein Bauchgefühl nicht sprechen lassen, wenn ich die Mimik des Anderen nicht sehe.

    Ich hoffe von ganzem Herzen, dass wir das Gefühl der Bedrohung wieder vom Gefühl des Berührt- Werdens (körperlich und geistig) trennen können werden.

    Danke für diesen Beitrag <3

    Antworten
  3. Anke Modrow

    Vielen herzlichen Dank für Deinen Beitrag, liebe Dami. Du sprichst mir so aus dem Herzen!

    Antworten
  4. Shafiya Caroline Yao

    Danke von ganzem Herzen, liebe Dami Charf, für das Teilen Ihrer Wahrnehmung!
    Letztes Jahr bin ich – welch ein Segen! – mit Ihrem Buch „Auch alte Wunden können heilen“ in die Traumata meiner Kindheit eingetaucht und seitdem auf einem guten Heilungsweg … doch dadurch nochmal mehr sensibilisiert für die Thematik… und mich erschüttern meine Beobachtungen in den letzten Wochen vor allem seit der Maskenpflicht. Ihr Beitrag hier bestätigt meine Ahnungen.
    Danke für Ihr Wirken!

    Antworten
  5. Ilona Gocht

    Liebe Dami Charf, das hast du sehr gut auf den Punkt gebracht. Ich empfinde diese Maskenpflicht / – gebot unverantwortlich und in keinem Verhältnis zu Aufwand und Nutzen/Ergebnis. Abstandhalten in der Öffentlichkeit und wer meint, es zu wollen oder müssen ist völlig okay.
    LG Ilona

    Antworten
  6. Eva

    Liebe Frau Charf,
    ich danke Ihnen aus ganzem Herzen für diesen wunderbaren Artikel – Sie sprechen mir damit aus der Seele bzw beschreiben sehr genau, wie es mir geht bzw seit den ersten Tagen dieses lock down geht. Die beängstigenden Gefühle von Einsamkeit durch die verordnete Isolation. Das komplette Fehlen jeglicher Berührung und -wie Sie es treffend beschreiben – nunmehr auch das abhanden kommen von einem Gegenüber, weil die meisten Menschen ihre Gesichter hinter Masken verstecken…all das macht mir Angst – eine Angst vor den Kollateral- bzw Folgeschäden. Danke für Ihre starken Worte!

    Antworten
  7. Melanie

    Liebe Dami, vielen Dank für deine offenen und ehrlichen Worte. Die Maßnahmen haben mir seit jeher mehr Angst gemacht als das Virus. Und so bin ich gerade dankbar, dass ich ein paar Menschen in meinem Umfeld habe, die ähnlich denken. Und mir persönlich hilft es auch und tut es gut, samstags nachmittags mit Gleichgesinnten in der Innenstadt friedlich (und angemeldet) für unsere Grundrechte dazustehen, Die Gedanken sind frei zu singen und mich auch so weniger allein zu fühlen. Wohlmeinende Polizist*innen, die wissen, dass die Masken zumindest keinen Selbstzweck haben, gucken nicht so genau hin, wenn man sich mal demaskiert und tief atmet.
    Ich hoffe, dass alle denen es ähnlich geht, solche Gruppen und Versammlungen in ihrer Nähe finden oder initiieren können.
    Herzlich, Melanie

    Antworten
  8. Nini

    Liebe, liebe, liebe Dami!
    Ich kann dir gar nicht genug danken für diesen Beitrag!
    Du sprichst mir so sehr aus der Seele, dass ich jetzt eigentlich erst mal weinen gehe.
    Du beschreibst mit einer so großen Klarheit, was mir sorgen macht und wovor ich Angst habe. Danke!

    Ich brauche nicht viel an Kontakt, aber das wenige, was ich brauche ist vollständig weg. Ich habe Familie, mit der ich zusammenlebe, aber suchende gibt es immer mehr Spannungen.

    Die Masken stressen mich so sehr, dass ich nirgendwo mehr hingehen will. und wenn es doch mal sein muss, ziehe ich den Kopf ein, setze am liebsten noch Kapuze und Sonnenbrille auf und erledige alles, so schnell es geht. Ich kann niemanden anschauen, also schaue ich an den Menschen vorbei oder auf den Boden. Im Grunde versuche ich jetzt wieder, mich einfach unsichtbar zu machen.

    Ich beobachte, dass ich unter der Maske sämtliche Mimik einstelle.

    Ich beobachte, dass ganz viele meiner Trauma-Symptome, die noch im März (nach 2 Jahren Therapie) viel besser waren, wiederkommen und teilweise schlimmer sind als früher.

    Gestern hat mich meine Nachbarin am Arm berührt und was ist passiert: ich bin furchtbar erschrocken. Und ich bin erschrocken, dass ich darüber erschrocken bin.

    Ich habe große Angst, dass all das jetzt für immer so bleibt. Das ist keine Welt, in der ich leben will.

    Nochmal danke für deine Offenheit! Ich hab mich schon gefragt, warum man nichts mehr von dir hört und ich habe dich vermisst.

    Herzliche Grüße, Nini

    Antworten
  9. Yvonne

    Liebe Dami, deine Worte sind meine Gedanken. Schon seit mehreren Wochen beobachte ich traurig die Geschehnisse mit Sorge. Als verkündet wurde, dass man 2 m Abstand halten soll und sich nicht mehr die Hände geben darf, triggerte das auch in mir eine alte Wunde, der ich mich liebevoll zuwandte. Das kleine Baby von damals meldete sich, allein gelassen im Brutkasten, die Haut schmerzend vor Berührungssehnsucht, als wäre sie eine verdurstende Pflanze, die nach Wasser lechzt… Doch ich habe gelernt mit meinen Traumatas umzugehen… doch wie viele Menschen noch nicht? Daheim fühle ich mich wohl, da gehe ich meinen üblichen Tätigkeiten wie vor der Krise nach. Das gibt mir Sicherheit und Halt. Doch bewege ich mich im Aussen, fühle ich mich fremd, wie nicht von dieser Welt und es fühlt sich zutiefst falsch an… ich habe mich inzwischen daran gewöhnt, doch eigentlich will ich mich nicht daran gewöhnen… ich fühle mich trotzig und rebellisch gegen die Anordnungen. Ich will selber entscheiden, eigenverantwortlich handeln, natürlich mit Respekt vor den Menschen, die wirklich Angst haben vor dem „bösen“ Virus.

    Doch ich habe Angst vor den Massnahmen und den Folgen, die ich für weitaus gefährlicher halte, als ein Grippevirus wie C. Ich habe Angst, dass wir in einer Gesundheits-Diktatur landen, Angst vor Impfungen und Immunitätsnachweisen und all den Ideen, die kursieren oder gar geplant sind.

    Ich habe Angst um meine FREIHEIT!!! Das weckt auch Wut und Zorn in mir, was ich begrüsse damit in Kontakt zu kommen um meine Grenzen zu spüren.

    Ich wünsche uns allen Mut und Kraft in dieser schweren Zeit, vor allem auch heilsame Gemeinschaft und Kontakte fernab von Masken und Social Distancing.

    Alles Liebe

    Yvonne

    Antworten
  10. Elisa

    Liebe Dami,

    Auch mir spricht dieser Beitrag zu 100% aus dem Herzen, ich hätte es nicht besser in Worte fassen können, was mir seit Tag 1 dieser Krise Sorgen bereitet – nicht ein eventuell existierendes Virus, sondern die Folgen für unser soziales Miteinander und unser Seelenwohl.

    Ich habe im letzten Jahr angefangen, mich intensiv mit Traumapsychologie und meinen eigenen Kindheitstraumata auseinander zu setzen, habe angefangen, mich anderen Menschen zu öffnen, verstanden, wie schön es ist, in der Lage zu sein, authentische Begegnungen zu haben, verstanden, wie wichtig auch absichtsloser Körperkontakt unter Freunden und Bekannten ist… umso schlimmer und schockierender ist es für mich, jetzt miterleben und mit ansehen zu müssen, wie uns diese Lebensnotwendigkeit entzogen wird.

    Zusätzlich zu den Belastungen der Corona-Situation habe ich zu Anfang des Lockdowns eine zutiefst retraumatisierende Erfahrung durch eine Trennung durchmachen müssen, zeitgleich angefangen, einen Umzug zu organisieren, wodurch ich seit Wochen keinen sicheren Rückzugsort mehr habe, und habe nun durch die Maskenpflicht auch noch meinen Job im Verkauf und damit meine finanzielle Grundlage, sowie weitere wichtige Sozialkontakte verloren, denn ich halte einfach keine 7 Stunden mit so einem Ding im Gesicht aus!

    Ich fühle mich mit Maske degradiert, in meiner körperlichen Freiheit massiv einschränkt, fremdbestimmt und sozial isoliert. Es löst in mir eine rasende, hilflose Wut aus, nicht nur, was meine eigenen Bedürfnisse betrifft, sondern auch, wenn ich mir anschaue, was es mit meinen Mitmenschen macht. Arbeiten ist für mich undenkbar geworden, einkaufen und selbst das Bezahlen an der Tankstelle zu Aktivitäten, die man nur noch unternimmt, wenn auch der letzte Krümel Brot aufgegessen und der letzte Tropfen im Tank verbraucht ist.

    Der Schmerz der Einsamkeit, den das Bindungstrauma in meiner Kindheit hinterlassen hat, ist durch diese neue Gesamtsituation zu einem Monster herangewachsen, das nur noch durch ‚Abschalten‘ zu ertragen ist. Was bleibt ist eine Gereiztheit, die ich von mir kaum kenne und ein Zustand des ‚irgendwie funktionieren‘. Und trotzdem weine ich fast jeden Tag.

    Als wäre es nicht genug, die Menschen solch zutiefst schädigenden Situationen auszusetzen, wird es uns auch noch erschwert, Hilfe zu bekommen… wie du schon schreibst – Körpertherapie mit Sicherheitsabstand?! Wohl kaum.

    Ich bin an einem Punkt, an dem ich unter normalen Umständen professionelle Hilfe in Anspruch nehmen würde… allein jedoch der Gedanke daran, jemandem mit Maske gegenüber zu sitzen, in einem Setting, das Mimik und Empathie erfordert, oder Videochatangebote in Anpruch zu nehmen, wenn man vielleicht einfach nur eine Umarmung braucht, oder sei es nur jemand Reales, der einfach da ist, lässt mich den Schlüssel in der Haustür von innen doppelt umdrehen wollen, denn die Welt da draußen ist innerhalb von wenigen Wochen so viel trostloser geworden.

    Ich frage mich, wie lange es dauern wird, bis ich die Folgen dieses neuen Traumas verarbeitet haben werde und wie vielen Menschen es gerade ähnlich geht.

    Je verrückter die Lage jedoch wird, umso mehr wächst der innige Wunsch in mir, eines Tages selber in der Lage zu sein, anderen Menschen mit ihren Traumata zu helfen…

    Ich wünsche dir, Dami, und jedem, der das hier liest, unendlich viel Kraft und innere Ruhe! Jeder Sturm zieht auch vorüber. Und die Sturmschäden beseitigen wir als Menschheit gemeinsam, in Frieden!

    Herzlichst, Elisa

    Antworten
  11. Andrea Pirstinger

    Da ich, offiziell deutsche Staatsbürgerin, nicht in Deutschland sondern in Schweden lebe, beobachte ich sowohl die eine wie die andere Nation in der derzeitigen Situation.
    Vieles von dem, was du Dami hier benennst, haben die z.Zt. verantwortlichen Menschen (Regierungsmitglieder und Wissenschaftler*innen) in Schweden von vornherein berücksichtigt.

    Auch bei uns in Schweden gibt es viele Menschen mit unterschiedlichen Sorgen, Nöten, Ängsten in der jetzigenSituation. Aber generell ist Panik und Hysterie nicht ganz so stark wie in Deutschland. Deutsche Medien haben bisher immer nur aus der Großstadt/dem Großraum Stockholm berichtet, Aber Stockholm ist nicht ganz Schweden!
    Bei uns hier draußen auf dem Land (ich wohne nur ca. 80 Meter von der schwedisch-norwegischen Genze entfernt), sieht es ganz anders aus als in den vergangenen Wochen in Stockholm. Hier, in „meiner“ Region hält sich der größte Teil der menschlichen Bevölkerung an die von der nationalen Gesundheitsbehörde empfohlenen und von der schwedischen Regierung verordneten Maßnahmen.

    In der Öffentlichkeit hier trägt kein Mensch eine sog. Schutzmaske.

    Wir können einander weiterhin erkennen (Mimik), wenn wir uns in einem gewissen physischen Abstand begegnen.

    Kein Mensch auf diesem Planeten weiß z.Zt. was in der jetzigen Situation die positivere Strategie ist. Das wird sich erst nach einigen Jahren durch genaue Analyse herausstellen.

    Antworten
  12. Falk

    Der Spuk ist vorbei, die Menschen wachen auf

    Antworten
  13. Aileen Keppler

    Liebe Dami, du schreibst mir aus der Seele. In der Corona Zeit kamen bei mir vor allem durch die Maskenpflicht sehr sehr verdrängte Erinnerungen hoch. Zum Glück kann ich inzwischen so bewusst damit umgehen das ich es nutzen kann um damit weiter zu arbeiten. Allerdings war gerade die Reaktion des Nervensystem schon sehr heftig.

    Die Veränderungen im gesellschaftlichen Miteinander finde ich sehr gruselig. Merke aber an mir selbst, daß ich viel mehr „Vertrauen“ habe als viele viele andere Menschen.

    Hoffen wir das Beste für die Zukunft.

    Danke für deine Zeilen

    Antworten
  14. Helga Maria Schmid

    Liebe Dami!
    Ganz herzlichen Dank für deinen Beitrag. Es geht mir genauso wie du es beschreibst.
    Die Traumaarbeit, die ich mit und an mir in den letzten Jahre leistete, verpufft irgendwohin. Die Familie, die mich traumarisiert ist nun die einzig legale Möglichkeit, Menschen zu treffen…
    Ich realisiere einen inneren Rückzug, eine Hilflosigkeit, eine Perspektivlosigkeit. Die Erstarrung, die ich bei mir erkennen und lösen konnte, kriecht wieder in mich hinein – mächtiger denn je zuvor.
    Was ich mir für die nahe Zukunft vorgestellt und organisiert habe fällt aus und / oder ist komplett in Frage gestellt. Alternativlos.
    Sehr stressen mich auch die Menschen, die das Ganze gut und richtig finden und kritiklos und freudig diesen Wahnsinn mittragen.
    Die Masken vor den Gesichtern verstören mich im tiefsten Inneren. Die Lernaufgabe der Kinder „sozialer Kontakt macht krank und tot“ entsetzt mich.
    Ich bin eine tatkräftige, sehr lebenserfahrene Frau, die schon viele Situationen meisterte. Was hier auf uns zurollt – ich weiß es nicht.
    Im Geiste mit Euch allen verbunden, Helga

    Antworten
  15. Claudia

    Ja – und jetzt? Jetzt wissen wir alle wie schlecht es uns geht und wieviel Folgen das alles haben wird. Das fühle ich jeden Tag am eigenen Leib – im wahrsten Sinne des Wortes. Ermutigend fand ich das jetzt nicht,,, sorry, Dami.
    Claudia

    Antworten
  16. Bine

    Liebe Dami,

    ich danke dir von Herzen für deine Sicht und Beschreibung der aktuellen Situation. Auch ich leide sehr unter der Isolation. Nach einer Retraumatisierung im letzten Jahr (narz. Missbrauch s. o.) bin ich in den shutdown geraten, keine Familie, kaum noch Freunde in der Nähe.

    Da ich mich seit vielen Jahren vom TV und den ÖR Medien verabschiedet habe und mich nur noch in den alternativen Medien informiere, bin ich durch mein Umfeld zur Verschwörungstheoretikerin erklärt worden.

    Mir hat die Bewegung WIDERSTAND 2020 wieder Mut gemacht, etwas verändern zu können und mich aktiv einzubringen. Ich fühle mich nicht mehr ganz so verloren, seit ich an den friedlichen Demonstrationen in Köln unter Gleichgesinnten jeglicher Art wieder etwas Verbundenheit spüren kann.

    Liebe Grüße
    Bine

    Antworten
  17. Kornelia Witt

    Es berührt mich sehr, dass nun für nahezu alle Menschen auf der Welt etwas spürbar ist, was mich schon seit etlichen Jahren belastet. Ich bin aufgrund meiner diversen Krankheiten völlig vereinsamt und dieser Beitrag beschreibt genau, was mit mir geschehen ist.
    Bisher beneidete ich die Menschen da draußen um ihr Leben, denn ich hatte keins mehr. Nun erkenne ich, dass diese Leidensjahre mich vorbereitet haben auf jetzt – denn habe gelernt, mit dieser Situation umzugehen – für alle da draußen ist es der blanke Horror und ich kann alle damit aufkommenden Gefühle sehr, sehr gut verstehen.

    Antworten
  18. Susanne

    Vielen Dank für den Artikel. Als schwer und komplex Traumatisierte kann ich das alles gut nachfühlen, allerdings habe ich selbst wenig Probleme mit dem Shutdown. Ich habe eine Person, die ich umarmen kann (mein Ex-Mann, wir sind noch gut befreundet), weiß nicht, wie es wäre, wenn gar keiner da ist. Ich arbeite aber auch freiberuflich seit 25 Jahren als literarische Übersetzerin und bin Alleinsein in der Wohnung seit der Trennung vor 15 Jahren gewöhnt.

    Ich fände es gut, wenn es eine Bewegung gibt, die diese Sorgen aufnimmt. Das Problem ist, dass alles, was derzeit an „Widerstand“ kommt, sich in Richtung Verschwörungserzählungen sammelt, das finde ich sehr bedenklich und schade, weil da dann viele begründete Sorgen untergehen.

    Ich wusste übrigens lange nicht, dass ich mit meiner Vorgeschichte mich von der Maskenpflicht befreien lassen kann. Das löst nicht das Problem der Mimik beim Gegenüber, das ist klar. Aber es ist trotzdem eine Möglichkeit.

    Im Übrigen muss ich in einem widersprechen: hier in meiner Kleinstadt habe ich das Gefühl, dass sich nur noch wenige an social distancing halten. Die Jüngeren sowieso kaum, die Älteren auch immer weniger. Masken werden hier auf der Straße nicht getragen; nur im Laden, das ist aber auch eh nicht der Ort für mich, in Kontakt mit Leuten zu gehen, die ich z.B. kenne. Ich will das Grundproblem nicht minimierem, gar nicht, aber ich erlebe es hier nicht so. Ich treffe mich mit Freunden draußen, ohne Maske, klar Umarmungen fallen weg, aber ich habe auch Risikogruppen-Freunde, für die (und für alle anderen) ich das gerne gemacht habe.

    Die Frage ist: wie kann man vernünftigen Druck auf die Regierung ausüben, um die sozialen und psychischen Folgen besser berücksichtigt zu finden, ohne Teil der Verschwörungserzählungs-Gruppe zu werden? Da wäre doch auch ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern, Traumaexperten etcpp möglich, oder? Wäre schön, ich wäre sofort dabei.

    Antworten
  19. Dani

    Danke für das Erklären der Symptome und für diesen Beitrag dem ich, äußerlich nickend und innerlich fühlend, vollumfänglich zustimme.

    *ein warmes Lächeln in den Raum sendend*
    Dani

    Antworten
  20. Sabine

    Liebe Dami,

    auch ich danke Dir für diesen Artikel und würde ich bitten als Therpeutin eine diesbezügliche Petition an den Gesundheitsminister zur Aufhebung der Maskenpflicht mit den von Dir hier genannten Gründen zu starten. Das ist ganz einfach z.B. über die Plattform change.org möglich oder unter openpetition.de

    Ich habe ähnliche Bedenken von Anfang an in meinem Umfeld geäußert, doch wurde ich damit belächelt, weil ich ja nicht „vom Fach“ bin sondern nur meinen gesunden Menschenverstand und mein Bauchgefühl eingesetzt habe.

    Wenn Du als Fachfrau eine solche Petition erstellen würdest, dann würden sicher viel mehr Menschen darüber nachdenken und ich würde sie sofort unterschreiben und in meinem Umfeld rumschicken.

    Wir brauchen einfach Menschen, die weiter schauen und nicht nur Befehle ausführen. Schließlich leben wir nicht mehr im alten Preußen, sondern in einer – eigentlich – demokratischen Republik mit Rechten des Einzelnen, an denen sich die Regierung nicht so einfach langfristig vergreifen darf.

    Ich danke Dir für Deine Worte und grüße Dich ganz herzlich!
    Sabine

    Antworten
  21. Barbara

    Liebe Dami, ich danke dir von ganzem Herzen, dass du ausdrückst, was ich von Anfang an empfunden habe, ohne Kontakt gehe ich kaputt. Ich vermisse die Sorglosigkeit im Miteinander, leide unter der staattlichen Kontrollmöglichkeit, der Angst, was falsch zu machen und bestraft zu werden. Ich merke, wie wesentlich mir Freundschaften geworden sind, und dass ich nicht bereit bin, wegen dieser besch…. Krise, Freundinnen zu berlieren, ich sage das dann in Gesprächen, und wir wechseln das Thema. Aber jetzt ist selbst meine Therapeutin im Angstwahn und ich werde wohl pausieren. Und ich umarme andere hinter geschlossen Türen, als müsste ich mich für mein Bedürfnis nach Geborgenheit schämen.

    Antworten
  22. Marion Welz

    Liebe Dami,

    du beschreibst die Situation sehr zutreffend für mich und schaust zurecht auch auf die Menschen, die nicht aus dieser Situation ausbrechen können (Missbrauch) oder auf Menschen, wo der fehlende Kontakt (insbesondere die Risikogruppe der älteren Bevölkerung) ein geschwächtes Immunsystem zur Folge haben kann und diese somit anfälliger werden können für Infektionen aller Art. Diese Personengruppen werden dann wohl auch später nicht adäquat statistisch erfasst werden können…

    Ich möchte auch berichten, dass mich persönlich Corona hat wachsen lassen und damit auch in jeder Krise eine Chance stecken kann. Etwas ausführlicher berichte ich auf meiner Seite

    liebe-ist-wahr-haftig.de

    …denn in jedem schlechten steckt auch etwas Gutes. Und ich möchte ermuntern, auch das jeweils positive zu betrachten, denn das positive wirkt in uns selbst weiter. Ich möchte Mut machen, an sich zu glauben.

    In diesem Sinne mit einem lieben Gruß aus Berlin

    Marion Welz

    Antworten
  23. Anonym

    Danke für den Beitrag. Die Überlegungen finde ich grundsätzlich richtig, aber ich würde es nicht ganz so rabenschwarz sehen. Wir haben vieles noch selber in der Hand. Auch mit 2m Abstand kann man sich noch zulächeln oder mal einen Spass machen, man kann immer noch einen Schwatz mit den Nachbarn halten, sich draussen mit einer Thermoskanne Kaffee treffen, Stühle unter dem Balkon aufstellen und zusammen plaudern – und vorallem über anderes reden als Viren. Man kann Fahrrad fahren und in die Natur gehen, Tiere streicheln (da „unkontaminiert“) und sich statt jeden Tag nur 1x pro Woche mit dem ganzen Virusprocedere befassen. Ich bin selber in einer schwierigen Phase, was Psyche & Trauma anbelangt und ganz klar ist das jetzt keine einfache Zeit mit den reduzierten Sozialkontakten. Ich will das Ganze nicht bagatellisieren, aber alles hat immer zwei Seiten, die jetzige Zeit ebenfalls: die Einen kommen in der täglichen Hektik endlich mal zur Ruhe, anderen fordert die Ruhe vielleicht zuviel ab. Einige werden ihre Bedürfnisse besser spüren, weil sie endlich mal Pause machen können, andere werden vielleicht verzweifeln, einige werden plötzlich kreativ, wieder andere kämpfen um ihre Existenz, und Eltern haben vielleicht endlich Zeit für ihre Kinder. Vielleicht schätzen wir nach all dem alles wieder mehr, was für uns viel zu selbstverständlich geworden ist.

    ES IST WIE ES IST, ABER ES WIRD, WAS WIR DARAUS MACHEN.
    Wir müssen aus dieser Opferrolle herausgehen (Opfer des Virus, Opfer des Staates) und mit dem, was wir haben einfach das uns Bestmöglichste tun. Es liegt nicht nur, aber AUCH in unserer Hand.

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  24. Petra Luise

    Liebe Dami,
    ich erlebe grade meine Kindheit noch einmal: das schreckliche Gefühl unter nicht nachvollziehbarer, überkontrollierender, als willkürlich empfundener Tyrannei zu leiden, unter dem Vorwand, es geschehe „nur zu meinem Besten“. Früher hab ich mich auch mit Schulbesuch und bei Freunden „über Wasser“ gehalten und hab mich damit getröstet, dass ich irgendwann erwachsen bin und abhauen kann.
    Aber wohin sollte man jetzt noch flüchten können, da es ja überall auf der Welt so ist?
    Es bleibt uns also nur, jetzt als Erwachsene auf unsere Eigenverantwortung für uns selbst und andere zu bestehen, denn wir sind keine doofen Schafen oder Kleinkinder, die nicht wissen, was gefährlich ist und was nicht. Wir verantworten unser Leben JEDEN Tag! Und wenn tatsächlich eine neue Gefahr auftaucht, muss es Aufklärung geben, nicht Bevormundung.
    Ich finde es sehr gut, dass du dich jetzt geäußert hast. Endlich, möchte ich fast sagen!
    Denn, ist Schweigen nicht auch ein Traumasymptom?
    Herzliche Grüße
    Petra Luise

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  25. Ilka

    Liebe Dami,
    es ist schön, jetzt von Dir zu hören in dieser Art. Ganz am Anfang von Corona hatte ich mal an einem zoom-Treffen mit zweien Deiner Kolleginnen teilgenommen, war aber ziemlich enttäuscht darüber, dass sie im chat nicht auf meine Äußerungen bezüglich der momentanen Situation reagiert haben, sondern irgendwie so „normal-traumatherapeutisch“ waren.
    Da habe ich mich dann innerlich und äußerlich distanziert und war eigentlich traurig darüber, denn ich halte sehr viel von Dir und Deinem Konzept.
    Auch würde ich gerne irgendwie teilnehmen an Therapie, weiß aber nicht, ob dass überhaupt möglich ist vom Platz her und inzwischen auch von den Finanzen, da auch ich alle meine Einnahmen verloren habe.
    Die Corona-Situation bringt für mich persönlich insofern kaum Unterschiede, da ich auch vorher sehr unter meiner Einsamkeit gelitten habe. Allerdings bringen die diktatorischen Vorschriften sehr viel Wut in mir hoch. (die sowieso latent immer da ist). Es gibt aber auch viele neue Kontakte, bzw. intensivere K. durch das ganze Geschehen. Die Gesellschaft teilt sich auf in 2 Lager.
    Ich versuche, in Frieden zu bleiben und weiterhin mich auf Mut und Vertrauen zu konzentrieren. Es gibt soo viele Gründe, Angst zu haben, es ist erstaunlich, was mein Geist immer wieder produziert.
    Ich weiß nicht, ob ich es in diesem Leben noch schaffe, mich davon zu befreien. Wie ist das eigentlich, wenn man traumatisiert aus diesem Leben scheidet?
    Alles Gute für Dich und Dein Team
    Ilka

    Antworten
  26. Jeanette Meyer

    Liebe Dami, vielen Dank für diesen so wichtigen Beitrag! Er drückt aus, was ich empfinde. Deine Arbeit ist so wertvoll. Danke, dass du dein Wissen in die Welt trägst.
    Ich erlebe in meinem beruflichen Umfeld genau diese Angst und spüre am eigenen Leib, welche Schäden diese Angst vor Ansteckung anrichtet.
    Herzlichen Gruß, Jeanette

    Antworten
  27. Katharina

    Danke Dami,
    Du sprichst das aus, was ich auch sehr stark wahrnehme, besonders in den Läden und im ÖV, an den Orten, wo wir Maskenpflicht haben.. Schlimm ist, dass von manchen Stellen angeraten wird, die Maske immer zu tragen ( ein Fleyer von den Apotheken). Das ist alles sehr fraglich, denn unter den Masken sammeln sich die Keime.
    Eine gegenteilige Erfahrung mache ich, wenn ich in der Natur bin: die Menschen die sichtbar keine Angst haben, sind zugewandter, offener und es entsteht schneller mal ein Gespräch.

    Antworten
  28. Sandra

    Liebe Dami, vielen lieben Dank für deinen tollen Artikel. Er hat mich wirklich sehr berührt, mir gleichzeitig aber auch das tröstliche Gefühl gegeben, nicht allein in dieser Situation zu sein. Ich fühle mich wirklich sehr getröstet und vorallem gesehen. Danke dir dafür!

    Antworten
  29. Nirmita

    Liebe Dami,

    danke von herzen, dass du dies schreibst ! ich habe noch garnicht fertig gelesen und ich bin schon jetzt sehr berührt und gehe in Resonanz auf deine Wahrnehmung.

    Nitmita

    Antworten
  30. Dirk Ohlsen

    Liebe Dami,

    ich bin selbst in der Traumatherapie tätig und kann Deiner Einschätzung nur zustimmen. Es ist Zeit, dass die Menschen aufwachen und mit ihrem Bewusstsein verstehen, dass es Grenzen staatlicher Eingriffe in die Willensfreiheit bzw. Wahlfreiheit geben muss – noch dazu wo es gemessen an der Gesamtsterblichkeit es sich hier um etwas „harmloses“ handelt, wenngleich sicher jedes Leben wertvoll ist. Aber es muss eine Abwägung geben zwischen den unmittelbaren Folgen dieser Erkrankung und den vermeidbaren Folgen für unser Soziales Miteinander und auch unsere langristige Gesundheit. Im Moment scheint es immer klarer zu werden, dass die verabreichte „Medizin“ schädlicher sein wird für unsere Zukunft, als die Pandemie an sich.

    Persönlich bin ich sehr mit dem Christusbewusstsein verbunden und würde ernsthaft die provokative Frage stellen wollen „Wie wäre Jesus mit dieser Situation umgegangen“? Was würde die Liebe tun? Ist das Leben an sich und auch das „miteinander Überleben“ nicht eine Frage göttlicher Gnade und Achtung vor den Wundern der NAtur. Wo bleibt in der öffentlichen Bericherstattung der Hinweis auf das menschliche Potential, auch der Selbstheilung, die beständig jeden Tag stattfindet?

    Ich bleibe hoffnungsvoll, dass immer größere Teile der Bevölkerung „aufwachen“ werden.

    Alles Gute für Dich und viel Erfolg bei Deiner Arbeit !

    Antworten
  31. Corinne

    Liebe Dami, ja, genau so empfinde und befürchte ich auch! Ich bin mit mir an einem Punkt angelangt, an dem ich mich für die menschliche Nähe entscheide – allen möglichen Folgen zum Trotz!! Ich habe mich entschieden, psychisch zu überleben. Ich habe keine andere Wahl! Mein Trauma sieht keine andere Lösung als die der menschlichen Nähe, will ich nicht am ,Social distancing‘ sterben.

    Antworten
  32. Margarete Kirner,

    Liebe Dami,
    Danke für deinen unterstützenden Artikel.
    Ich habe vor einer Woche begonnen, wieder aktiver auf Freunde u Familie zuzugehen.
    Ich Frage immer jeden ob es o.k. ist und akzeptiere die Antwort. Ich trage die Maske nur, wenn ich muss.
    Damit fühle ich mich wieder etwas freier von dem Gedanken „fühlt sich mein Gegenüber bedroht“.
    Ich hoffe sehr dass die Menschen bald aus dieser Starre aufwachen.
    Liebe Grüße
    Margarete Kirner

    Antworten
  33. Gigi

    Hallo an Dami und alle Interessierte,

    danke für diesen Artikel, ich kann das Geschriebene nur unterstreichen!

    Gerade für Menschen, die sich derzeit – wie auch ich – in einer Psychotherapie (kassengetragen oder alternativ über HP) befinden, ist diese Corona-Krise nicht nur gesundheitlich auf der Körperebene durch die Ansteckungsgefahr, sondern gerade auch psychisch und seelisch eine absolute Katastrophe!!! Vor allem, weil ich festgestellt habe, dass es vor allem der vertrauensvolle persönliche Kontakt ist, der in einer Therapie absolut entscheidend und heilsam ist.

    Wenn nun sogar Psychotherapie in diesen Zeiten auch noch verhindert wird, dann ist es kein Wunder, wenn die Leute (wieder) durchdrehen.

    Meine Heilpraktikerin bietet immerhin noch Online-Sitzungen an, aber das ist m.E. nur für Gesprächsbasierte Therapien sinnvoll. Jegliche Form von Psychotherapie, die unter Einbezug des Körpers (Körperwahrnehmung etc.) stattfindet, finde ich online wenig effektiv. Gibt es da bei euch ähnliche oder andere Erfahrungen?

    Was sagst du dazu, Dami?

    Ich hoffe, dass die entsprechenden Berufsverbände für HP (Psychotherapie) schnellstmöglich wieder Präsenzsitzungen zulassen. Meine Therapeutin schrieb heute noch per Mail, dass es noch eine zeitlang dauern kann…

    Doch ehe ich gar keine „Behandlungs“-Möglichkeit habe, nehme ich wohl das Online-Angebot wahr, um wenigstens weitermachen zu können.

    Übrigens: rein rechtlich ist in Niedersachsen ab heute 11.05. sogar Erwachsenenbildung in eins zu eins-Form erlaubt, mit den entsprechenden Hygiene- und Abstandsregeln (ohne Maske!!!) Dazu zählen auch z.B. Coachings, was ja auch eine Form von „Lebensberatung“ ist.

    Warum dann keine Psychotherapie??? Dabei sitzt man ja auch in einem gewissen Abstand zueinander (wenn es nicht gerade Körperpsychotherapie ist)!!!
    Für mich ist das alles nicht logisch und ich bin sehr irritiert über die Entscheidungen, die da politisch getroffen werden…

    beste Grüße und alles Gute!

    Antworten
  34. Widersynnig

    Hallo, ich kann deine Argumentation gut verstehen.
    Ich (60+) werde immunsupressiv behandelt und bin dadurch besonders gefährdet. Trotz Trauma möchte ich noch älter werden. Das möchte auch meine Tochter, die im Autismus-Spektrum ist. Sie ist sehr verstört durch die neuen Regeln, davon, dass sich viele nicht daran halten und kann selbst keine Maske tragen. Da sie Mimik ohnehin schlecht deuten kann, und besonders Augen ( die nun hervorgehoben sind) für sie bedrohlich sind, ist sie von der Situation sehr gestresst. Sie hat nur geringe soziale Kontakte ( Assistenz, Therapien, Einkauf etc.) und die finden nun unter befremdlichen Umständen statt.
    Aber das ist besser, als wenn man die besonders gefährdeten Personen weg schließt oder als Kollateralschäden hinnimmt. Zu diesen Personen gehören auch viele junge Menschen und Eltern, die wie ich unterstützend auch ihren bereits erwachsenen Kindern beistehen.
    Wie unvernünftig viele Menschen in D sind, konnte man gut am Wochenende sehen
    ( Demos in den Großstädten wg. der Einschränkungen).
    Diese Aspekte finde ich in deinem Beitrag leider nicht wieder. Schade.

    Antworten
  35. Irène

    Sehr treffend beschrieben, liebe Dami! Vielen Dank dafür.
    Es ist schon interessant, wie jetzt die Aufmerksamkeit plötzlich so sehr auf das Zwischenmenschliche gelegt wird, während wir während Jahrzehnten daran fleissig gearbeitet haben, eine nie dagewesene Individualgesellschaft, wo sich jeder möglichst selbst verwirklicht, zu schaffen. Das sieht man ja schon allein an dieser Selfie-Manie, die überall grassiert. Alles muss bei Insta, Twitter oder Facebook gepostet werden, sozusagen jeder Hennenschiss.
    Vor rund 16 Jahren hab ich meinen Job verloren und bis heute keinen neuen bekommen, lebe daher seit rund 14 Jahren von Sozialhilfe und bin seither quasi in diesem Lockdown, wie das heute so schön heisst, gefangen. Inzwischen bin ich 57 Jahre alt und keinen hat es je gekümmert, was ich denn eigentlich so mit meinem Leben anfange, ohne Kontakte, ohne Familie, ohne Arbeit. Im Gegenteil, nach und nach haben sich alle von mir entfernt, aus welchen Gründen auch immer. All das, was eben alle jetzt so wichtig ansehen, fiel bei mir nach und nach weg. Heute stehe ich komplett alleine da.
    Da reden plötzlich alle von Dingen, die sie vor der Krise womöglich nicht mal allzusehr praktiziert haben, die aber nun, wo von aussen diese Zwangsmassnahmen gelten, auf’s Übelste kritisiert werden (ich denke da an die Zwangsveranstaltungen mit der Familie an Ostern, Muttertag, Weihnachten usw., wo ja nicht selten die Familienkräche stattfinden, weil sie sich ja alle ach so viel wert sind).
    Nun, ich habe in den 14 Jahren meine Familiengeschichte aufgearbeitet, liess mich immer mal wieder kurzzeitig therapeutisch begleiten, habe viel über Gesundheit durch das Studium der 5 biol. Naturgesetze gelernt (v.a., dass es Viren und Ansteckung nicht gibt) und bin inzwischen – trotz Traumata und narz. Missbrauch in der Kindheit – ein regelrechter Fels in der Brandung oder ganz einfach erwachsen geworden.
    Wenn wir alle gewollt wären und unsere Mütter in der Schwangerschaft und in den ersten 5 Lebensjahren voll JA zu uns gesagt hätten (nicht arbeiten gegangen wären), hätten wir heute nicht so unselbständige, im Kindesalter stehen gebliebene Erwachsene, die ohne jemand anderen nicht sein können. Blicken wir in die Tierwelt, ist das dort so ganz anders, da sind die Kleinen schon bald selbständig, gehen ihrer Wege und vermehren sich auf natürliche Weise. Der Mensch wurde total deformiert, uns wird seit Jahrhunderten alles Mögliche eingeredet, damit man uns am Gängelband halten kann (Konsum, Partnerschaft etc.) und wenn man’s nicht hat, ist man automatisch nicht dabei. DAS ist es, was jetzt alles hervor bricht. Veränderungen tun weh, v.a. die, die man nicht selber gewählt hat, das weiss ich heute aus eigener Erfahrung. Man geht aber nur dran kaputt, wenn man am alten Paradigma festhält, das uns, wie in der Truman Show, eingeredet wurde, dass es so und so sein muss, sonst ist es nicht „normal“. Jetzt ist radikales Umdenken angesagt und nicht wieder alles im Aussen zu suchen, im Innern jedes Einzelnen fängt es an. Es ist eine ziemliche Achterbahnfahrt, aber die lohnt sich.

    Antworten
  36. Tanja

    Liebe Dami,
    vielen Dank für deinen wertvollen Beitrag.
    Auch mir sprichst du aus der Seele.
    Ich bzw. mein Körper hat erst in den letzen Monaten – mit Hilfe einer körperorientierten Traumatherapie – wieder gelernt, dass Nähe nichts Schlechtes ist vor dem man Angst haben muss.
    Ich habe wirklich Jahre dafür gebraucht, dass ich nicht mehr bei jeder Berührung zusammenzucke.
    Durch diese ganzen Abstands- und Distanzierungsregeln sind jetzt jedoch wieder die alten Ängste zurückgekehrt und Nähe macht mir wieder Angst.
    Diese ganzen Distanzierungs- und Abstandsregeln haben in der Tat nicht unbedingt einen positiven Effekt.
    Vielleicht stecken sich dadurch Menschen weniger an und bleiben körperlich gesund (oder auch nicht) – aber für was für einen hohen Preis !
    Es tut so gut zu lesen und zu wissen, dass es Menschen gibt, welche auch die Kehrseite der Medaille sehen können !

    Antworten
  37. Eva

    Liebe Dami, das habe ich vermisst, endlich ein klares Statement von dir. Aber ich kann es gut verstehen, ich war auch einige Wochen sprachlos. Und ich teile deine Angst. Ich habe das Glück, seit Ende Februar in unserem Haus auf der kleinen kroatischen Insel Vis verbracht zu haben. Obwohl die Insel isoliert wurde und im Prinzip auch alle Maßnahmen wie in D galten, nehmen hier viele die Maßnahmen nicht so streng und Masken trägt fast keiner mehr, auch nicht beim Einkaufen. Man begrüßt sich wieder mit Handschlag oder umarmt sich.
    Ende Mai werden wir wieder zurück nach Deutschland fahren und ich bin gespannt, wie sich das Land in den 3 Monaten verändert haben wird.
    Ich habe die ganzen Prozesse von hier aus verfolgt und mich auch sehr oft zu Wort gemeldet und damit viele „Freunde“ verloren und andere Menschen neu hinzugewonnen. Habe auch Blogartikel geschrieben und werde weiter meine Meinung sagen und jeden umarmen, der das auch will.

    Antworten
  38. Gertraud Eder

    Liebe Dami,
    Ich war sehr berührt als ich deinen Beitrag las und Tränen purzelten über meine Wangen.
    Endlich hat jemand das ausgesprochen bzw, geschrieben was ich schon lange fühle und empfinde.Danke danke dafür. Meine Lebendigkeit und Lebensfreude
    ist immer in mir und geht nie verloren, auch wenn ich sie nicht immer so voll spüren kann. Zu diesem Selbst-Vertrauen und an den Glauben an die eigene inneren Kraft, möchte ich auch gerne andere dazu ermutigen.
    herzlichst Gertraud

    Antworten
  39. Petra

    Liebe Dami,
    vielen Dank für deinen Artikel!
    Auch mir machen die Folgen der Pandemie viel mehr Angst als das Virus selbst. Das halte ich für nicht viel gefährlicher als das jährliche Grippevirus.
    Und trotzdem reagiert mein Körper mit großer Angst, wenn ich jetzt mit Menschen zusammentreffe. Ich möchte weglaufen, und wo das nicht geht, ziehe ich mich in mir zusammen und ducke mich hinter meiner Maske. Ich möchte das nicht, möchte so sein wie früher, möchte wenigstens innerlich auf sie zugehen und sie anlächeln – und kann doch nicht anders.
    Obwohl ich also keine besonders große Angst vor dem Virus habe und die meisten Maßnahmen für völlig übertrieben halte, sind die anderen Menschen für meinen Körper zur Bedrohung geworden. Körper und Geist klaffen weit auseinander.
    Ich weiß nicht, warum das so ist. Und ob das wieder weggeht.
    DAS erschreckt mich am allermeisten!!!
    Petra

    Antworten
  40. Ingrid Tabert

    Liebe Dami,
    ich kann die Angst vor der Isolierung wohl nachvollziehen, auch wenn ich sie nicht habe. Nur den Zeitpunkt des Blogs jetzt verstehe ich nicht ganz, wo doch durch die Lockerung der Maßnahmen, die hier in Deutschland, sicher von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ausgeprägt, nie so restriktiv wie in den Nachbarländern außer Schweden gewesen sind. Ich gehe durch die Stadt Hannover ohne Maske und setzte diese nur in Läden auf. Und eben auch in öffentlichen Verkehrsmitteln. Ansonsten sehe ich in viele lächelnde Gesichter auf und der Straße und im Stadtwald. Meines Wissens nach gibt es keine Stadt in Deutschland, in der eine generelle Maskenpflicht vorgegeben ist. Ich treffe mich in kleinen Gruppen mit Freunden und nehme in emotionalen Situationen auch jemanden in den Arm. Das ist dann sicher nicht gewünscht aber auch nicht verboten. Schwierig wird es dann, wenn Menschen, aus welchen Gründen auch immer, in Pflegeeinrichtungen leben. Nur weiß ich auch keinen anderen Ausweg aus diesem Dilemma. Und auch hier werden die Restriktionen gelockert und Kontakt wieder möglich.
    Wie kann es denn anders gehen als Abstand halten zum Schutz derer, die gefährdet sind. Ich habe für mich selbst auch keine Sorge vor einer Infektion mit SARS-CoV2, bei Freunden von mir mit diversen Vorerkrankungen allerdings schon.
    Und natürlich hoffe ich, dass wir alle diese Krise gut überstehen und daran wachsen.
    Herzliche Grüße, Ingrid

    Antworten
  41. Manuela

    Liebe Dami,

    Vielen Dank für diesen Beitrag, der mir Input zum reflektieren gibt. Ich selbst bin jemand, der das mit den Sozialen Kontakten nie gelernt hat. Dank deines Online-Kurses „Mit Trauma leben“ (Okt 2019) sind mir diesbezüglich einige 😉 Augen geöffnet wurden und zum ersten Mal kann ich neue Wege in diese Richtung gehen. Wenn denn Corona nicht wär…
    Weißt du, mir – als (erlerntem) kontaktscheuen Menschen tut es gut, dass die Straßen nicht mehr so voll von Menschen sind, oder im Supermarkt nicht mehr dieses Gerangel herrscht und dieses (nervige) „Können Sie mal ’ne zweite Kasse öffnen“. Ich denke es wird vieles in die Richtung „online“ und Selbstbedienung gehen, mir persönlich ermöglicht das auch eine neue Freiheit. Da wo ich mich vorher überwinden musste, oder vermieden habe, stehen mir neue Handlungswege. Das auf Abstand bleiben beruhigt mein Nervensystem, ich kann besser im Körper bleiben und fühle mich lockerer im Umgang mit Menschen, wenn sie mir nicht zu (so) nah stehen. Auch mit der Maske ist für mich Erleichterung und Übung zugleich, ich „muss“ jetzt in die Augen schauen ;-), aber da nicht das ganze Gesicht zu sehen ist, ballert auch nicht gleich die volle Emotion hoch. Zudem fällt es heute nicht mehr auf, wenn ich allein unterwegs bin oder mich allein beschäftige, es ist „normal“ geworden.
    Auf der anderen Seite, befürchte ich, wachsen Familien und bestehende Freundeskreise näher zusammen, so dass es schwerer wird, neue (enge) Kontakte zu knüpfen, und entsprechend schwerer für mich, an meiner Situation etwas zu ändern.
    Vielen Dank zu den Ausführungen bzgl. Mimik und Gedanken und dgl. lesen, das war mir so gar nicht bewusst. Ein Grund mehr, mich besser in meinen Gegenüber zu versetzen, wie ich auf ihn wirke.
    Ich wünsche mir, dass diese Zeit auch eine Chance wird, uns zu besinnen, wie wichtig BEIDE Seiten sind, dass Alleinsein mit sich und die Gemeinschaft und wir viel von unserer „Andersartigkeit“ lernen können.

    Antworten
  42. Brigitte

    Viele lieben Dank Dami für Deine Offenheit und ja Du sprichst mir aus dem Herzen und hast es so sehr auf den Punkt gebracht!

    Wir sind alle durch die äußeren Begebenheiten u.a. im begründeten Angst-Modus gefangen und damit in Flucht, Gegenwehr oder Erstarrung, was für unseren Körper und unsere Psyche immensen Dauer-Streß bedeutet, das Immunsystem schwächt und auf Dauer krank macht.
    Wir können nicht fliehen, wir können uns nicht wehren und doch tun wir es, indem wir u.a. unsere Emotionen und Gefühle nicht wollen und ggf. in die Erstarrung fallen, uns ausgeliefert und bedroht fühlen und in die Sinnlosigkeit rutschen können.
    Stecken wir in unserer Angst fest, sind wir anatomisch nicht mehr in der Lage klare Gedanken zu haben, unsere Emotionen überwältigen uns und unser Fokus ist nur auf das gerichtet was Angst weiter aufrechterhält. Dazu kommen weitere Emotionen, was wir oftmals nicht einmal bewusst wahr nehmen. Ich kann mir zwar einiges, aber mag mir nicht im Detail vorstellen, was in so vielen Familien und der Gesellschaft allgemein passiert, wenn diese Emotionen unreflektiert ausbrechen und dies zum Teil ja schon geschieht.

    Ja diese Zeit ist eine extreme Herausforderung für uns alle.
    Auch wenn mir viel bewusst ist und ich mir in meinem Leben viel angeeignet habe, werde ich ebenfalls stark angetriggert in meinen Ängsten, alten Traumen etc.. Ja ich bin in den letzten Wochen durch so vieles durchgegangen und ja es ist schwer alles anzunehmen, statt abzulehnen (das Gegenteil erzeugt nunmal mehr davon – Druck erzeugt weiteren…). Ja mir ist auch bewusst geworden wie sehr mein Fokus feststeckte, auch ohne Medienkonsum. Aber ich habe für mich die Entscheidung getroffen, einiges achtsam zu ändern, Stück für Stück. Die Chance zu nutzen. Mir allem gewahr zu sein,alte Vermeidungsstrategien zu erkennen und in Frieden mit meiner Vergangenheit zu kommen.
    Den Fokus mehr auf das zu richten was geht oder was ich selbst tun könnte. Die Verantwortung zu mir und für mich zurückzuholen, nachdem mir bewusst wurde wie wenig ich das gelernt habe und damit meine Kraft abgegeben habe so oft in meinem Leben, an wen und was auch immer. Mitgefühl für mich selbst und andere zu entwickeln und im Rahmen der momentanen Möglichkeiten aktiv zu leben.

    Ja auch Erkenntnisse können Angst machen, Selbstvorwürfe erzeugen, neue Fragen aufwerfen. Doch nur indem ich es erkenne, kann ich auch die Entscheidung treffen was ich ändern will und Wege finden es auch zu tun. Ja, es ist eine große Herausforderung, mir ist aber auch bewusst, dass ich nur dadurch lerne und mich weiter entwickeln kann, über mich selbst hinauswachse und nach und nach kommt sogar ein wenig Freude in mir auf, wenn ich etwas neu lerne…

    Leben bedeutet stetige Veränderung, die wir oft nicht wahrhaben wollen und die uns wiederum Angst macht, da wir erst einmal ins Unbekannte gehen müssen. Wir stehen i.M. vor möglichen Veränderungen, die wir in dieser Form noch nie erlebt haben und sicher keiner so wollte. Doch ich halte an dem tiefen Glauben fest, dass wir Menschen zu viel mehr fähig sind als wir glauben und dass in jeder Krise auch Chancen stecken können, für jeden Einzelnen und global.

    Es geschieht so viel scheinbar Irrsinniges, aber ich mag mich durch das was ich sehe oder wahrnehme nicht mehr in niederen Emotionen, Unverständnis und Dramatik versetzen lassen. Ich mag erkennen können was ich gerade nicht ändern kann, aber auch das was ich vielleicht tun kann. Wie sagte Einstein so wahr (sinngemäß wiedergegeben): Ein Problem lässt sich nicht durch die gleiche Weise lösen durch welche es entstanden ist.

    Ich wünsche uns allen von Herzen, dass wir sinnvolle Wege finden, mit dieser Situation friedvoll umzugehen, sie zu nutzen. Das jeder die Hilfestellungen bekommt, die er braucht und wir echtes Mitgefühl füreinander und für uns selbst wiederentdecken. Ich habe so oft in meinem Leben gesagt, ich kann ja nicht weil…, allein kann ich nichts bewirken… Heute weiß ich so vieles beginnt bei mir selbst und jeder bewirkt etwas…immer.

    Ja wir sitzen grade alle im gleichen Boot und ja wir brauchen Sozialkontakte, Nähe, Körperkontakt und das Gefühl der Verbundenheit, dazuzugehören, anerkannt und in Sicherheit zu sein. Wie haben wir all das, als wir es noch konnten auch gelebt? Was hat uns das gegeben und was haben wir gegeben? Und was können und wollen wir in Zukunft, gleich wie sie aussehen mag tun? Wie können wir all das ggf. neu erfahren und erhalten? Wie wollen wir wirklich leben und was ist dafür auch eigenverantwortlich nötig? Welche Veränderungen wünschen wir uns wirklich?

    Ich wünsche uns allen, dass wir die Chance nutzen in inneren Frieden und in äußeren zu kommen, gleich was uns gerade wiederfährt, denn auch das strahlen wir nach Außen und berührt auch auf Entfernung andere.

    Wir sehen die Angst in den Augen, hinter den Masken. Schenken wir ihnen ein Lächeln, was über die Augen strahlt, oder eine wohlgemeinte Geste, das tut uns gut und anderen. Entdecken wir die Wirkung von echter Empathie.
    Ja wir brauchen direkten Kontakt, doch nutzen wir gerade heute unsere sehr kraftvollen weiteren Kontaktmöglichkeiten. Einen liebevollen Gedanken, den wir an andere schicken und von dem ich weiß, dass er auch ankommt, wenn auch unbewusst. Ein Wort, was andere berührt, ein hoffnungsvoller Impuls, der vielleicht anderen Mut machen kann… Und noch so viel mehr. Ich habe gelernt, dass jeder Gedanke, jedes Gefühl etwas mit mir macht und Wirkung im Außen erzeugt und auch auf mich/uns zurückkommt. Gleich in welche Richtung und welchem Inhalt.

    Ich wünsche uns allen viel Kraft und Mut, auch mal etwas auszuprobieren, was wir noch nie gemacht haben und neue Erfahrungen zu machen.
    Ich habe z.B. noch nie so ehrlich und ausführlich im Netz geschrieben, dazu brauchte ich viel Mut:-) Doch vielleicht kann der ein oder andere etwas mit meinen Gedanken anfangen…
    Auch wenn wir gerade meterweit in dem Boot auseinander sitzen, scheinbar isoliert, so können wir doch auf anderen Ebenen ein stückweit wieder mehr zusammen rücken.

    Von Herzen alles Liebe an alle und eine immaginäre Umarmung auch wenn ich keinen kenne, der das liest…, aber auch in meinem/unserem Boot sitzt.

    Und DANKE Dami für Dein so sein, das was Du gibst und das es Dich gibt.

    Brigitte

    Antworten
  43. Cornelia Fiedler

    Liebe Dami, aus deinen Worten spricht so viel Menschlichkeit und Mitgefühl, du beschreibst hier vieles, was auch ich mir schon dachte und was ich auch zunehmend immer mehr fühle. Gestern bekamen wir eine Email von der Schule, worin stand, dass die Kinder dort nicht mehr singen dürfen. Das darf einfach so nicht weitergehen, es tut mir in der Seele weh.

    Antworten
  44. Annette

    Ich lebe zwar nicht in Schweden, sondern in einem kleinen Dorf nahe Göttingen.
    Auch hier ist das CoronaThema zum Glück wenig spürbar.
    Ich erlebe die Auseinandersetzung mit demThema als schwierige Gradwanderung zwischen Panikmache und Aufklärung.
    Wichtig ist mir zu sagen,dass notwendige therapeutische Massnahmen und damit auch die Körperpsychotherapie weiterhin ganz normal ablaufen und stattfinden!

    Antworten
  45. Olivier Klotz

    Aus Sicht der Traumatherapie habe ich die Pandemie bisher noch nicht bedacht.
    Ich kann nur jedem empfehlen, sich seines Souveräns bewusst zu werden und eigenverantwortlich und liebevoll zu handeln, auch im Umgang mit sich selbst!
    Jeder Tag dieser denkwürdigen Zeit bietet sich an, sich von den „Nachrichten“ abzuwenden oder nur noch minimal zuzulasssen im eigenen Alltag und bewusst den Fokus darauf zu lenken, auf die alte Normalität!
    Wir wurden bisher immer ermuntert, den Telefonhörer aufzulegen, wenn z.B. ein Enkeltrickbetrüger anruft! Dieses Mal findet der Betrug auf unseren Bildschirmen statt, nur rät einem niemand, einfach abzuschalten! Wir werden nämlich gerade auf viel subtilere Art und Weise um unsere menschlichen Werte betrogen.
    Ich hoffe, dass viele Menschen die Angst überwinden können, wenn ihnen klar wird, dass es Angst braucht, um zu wissen, was Mut ist!
    Der Anfang von Mut ist ein tiefer Atemzug, auf den ein zweiter folgt und so weiter.
    Habt Mut!

    Antworten
  46. Manuela

    immer nur wehklagen. Klagen und Jammern verbindet

    Antworten
  47. Juli

    Liebe Dami,
    ich stimme Dir von ganzem Herzen zu. Die fast schon Hysterie mancher Menschen in den Geschäften, (es gibt ja genug wovor man Angst haben kann) ist schwer auszuhalten.
    An mir beobachte ich den emotionalen Rückschlag, der mich selbst trifft. Und der Stress, mehr als 5 Menschen auf einmal zu treffen.
    Interessant finde ich Deinen Gedanken mit den Teams die es auch teilweise sprengt, wie Du schon sagst -aufgrund unterschiedlicher Standpunkte z. B. in Bezug auf Ausgeglichenheit.
    Du und Dein Team, Ihr macht so gute, wertvolle Arbeit…bitte nicht aufgeben, und auch alles Gute für Euch!

    Antworten
  48. K.

    Liebe Dami, auch mir hast du aus dem Herzen gesprochen, das mir gestern fast noch zerrissen wäre aufgrund des Mangels an Nähe und Berührung. Deine Worte sind heilsam, weil ich mich mit meinen in den letzten Jahren hart erkämpften Gefühlen gesehen fühle. Es ist eine schwierige Situation, die schwierige Entscheidungen erfordert, vor denen ich mich fürchten würde. Aber es muss auch an die menschliche und psychische Seite appelliert werden. Herzlichen Dank!!!

    Antworten
  49. Limosa

    Liebe Dami,

    schön zu lesen „Wir Menschen sind darauf angewiesen, in Resonanz zu gehen!“.
    Ich hoffe, dass uns dies jetzt wieder bewusst wird und wir nach der Krise anders handeln als bisher. Denn schon seit längerer Zeit gibt es dieses diffuse „social distancing“ mittels Smartphone. Stieg ich morgens in den Bus, war es vollkommen still, viele Kinder derselben Klasse saßen zugestöpselt und schauten auf ihr Handy ohne jegliche Mimik. Bei uns Erwachsenen war es nicht besser. Öffentlicher Raum schien fast ein Störfaktor zu sein. Und auch sah ich wenige Kinder und Jugendliche draussen spielen oder rumsitzen. Zuhause vor dem Rechner beim Spielen oder „Zocken“ können sie reagieren und Punkte anstatt Nähe sammeln. Emojis statt Blickkontakt.

    Und manch einer klickt auch lieber bei Amazon statt eine Buchhandlung mit seiner realen Auswahl, dem Anlesen von Büchern und vielleicht einem Small-Talk zu besuchen.

    Viele Jahre wurde auch die völlige psychische Autonomie gepriesen. Und über all myKrankenkasse, myBank, my….. my… my…. Menschen, die lernen in ihrer eigenen Blase zu leben, alles online zu machen, werden zu einsamen Menschen, zu unzufriedenen Menschen und zu guten Konsumenten.

    Wagen wir gemeinsam den Aufbruch aus unseren Blasen mit und ohnr Maske

    Limosa

    Antworten
  50. Andre

    Liebe Dami! Vielen Dank für die deutlichen Worte! Ich bin Naturwissenschaftler und mir dreht sich regelrecht der Magen um, wenn ich sehe, wie hier Statistk umgegangen wird und diese geradezu „vergewaltigt“ wird, um die Daten so dramatisch wie möglich erscheinen zu lassen. Ich bin auch der Meinung, dass der Schaden, der durch Kontaktverbot, Maskenpflicht und „Social Distancing“ entsteht, den fraglichen Nutzen der Maßnahmen um ein Vielfaches übersteigt. Wenn ich von einigen Experten oder Politikern vernehme, dass Abstand halten die neue Normalität sein soll, dann gruselt es mir. Da ich mir kaum vorstellen kann, dass die Institute, die die Zahlen veröffentlichen, ihr Handwerk nicht beherrschen, drängt sich mir der Verdacht auf, dass möglicherweise ganz bewusst Panik erzeugt werden soll. Vielleicht sollen die Maßnahmen in erster Linie auch nur dazu dienen, durch Erzeugen von Angst und gegenseitigem Misstrauen die soziale Bindung in der Gesellschaft zu spalten. Ich kann daher nur apellieren, nicht unreflektiert alles zu glauben, was von den Medien übermittelt wird und immer mitzudenken und darauf zu achten, ob die Mitteilung auch sachlich begründet wird, oder ob mit emotionalen Mitteln gearbeitet wird.

    Antworten
  51. Barbara

    Liebe Dami, liebe Mitmenschen,

    ich bin auch der Meinung, dass die Maßnahmen unverhältnismäßig und traumatisierend sind. Die Regierung verhält sich im Moment wie ein Täter. Sie schützt uns nicht sondern traumatisiert uns. Dabei präsentiert sie sich sogar noch als „Retter“. Letzteres ist ein typisches Verhalten von Tätern.

    Meiner Meinung nach ist das Recht (nicht die Pflicht!) auf menschlichen Kontakt ein Menschenrecht.

    Jede Woche treffen sich auf der ganzen Welt Menschen, um zu zeigen, dass sie diese Maßnahmen nicht möchten. Jede Woche werden es mehr. Wir gehen einfach hin und meditieren. Mit Maske und Sicherheitsabstand. Mit Respekt. Aber wir sagen mit unserer Anwesenheit: NEIN, wir wollen diese Maßnahmen nicht.

    Schließlich leben wir doch in einer Demokratie und jeder Mensch hat eine Stimme.

    Vor dem Berliner Bundestag sieht eine Friedensmeditation dann so aus: https://www.youtube.com/watch?v=6Ldg8XjlriA

    Sie finden in ganz Deutschland statt, vielleicht kommst du auch dazu?

    Auf der ganzen Welt stehen die Menschen auf, es werden immer mehr: https://www.youtube.com/watch?v=KvvhSu9UHbk

    Ich glaube fest daran, dass dieser Umbruch eine große Chance für die Friedensbewegung sein kann. Jetzt merken wir, was wichtig ist, was wir wirklich brauchen: Gemeinsamkeit, Freiheit, Liebe. Und was wir nicht brauchen: Jobs, Geld, Isolation.

    Ich trage übringens (nur wenn es unbedingt sein muss) eine Maske, die ich aus Klarsichtfolie gebastelt habe – damit andere Menschen mein freundliches Lächeln sehen können 🙂

    PS Ich hoffe das posten der Links ist ok, ich möchte euch ein wenig Mut machen. Gemeinsam sind wir stark!

    Alles liebe für euch.

    Antworten
  52. Silke

    Liebe Dami,
    du sprichst mir so aus der Seele. Die derzeitige Situation reißt alte Wunden auf, die Schmerzen sind kaum zu ertragen. Ich wusste nicht, dass Masken bzw. die nicht vorhandene Mimik der maskentragenden Menschen so bedrohlich auf mich wirken und so viel Angst und Verzweiflung in mir auslösen können. Die fehlenden Kontakte machen mich einsam und traurig. Mein Herz zerreißt bei dem Gedanken, wieviele Menschen als Folge der Krise bzw. der getroffenen Maßnahmen Leid und Hoffnungslosigkeit erfahren müssen und ich wünschte dies nicht ertragen zu müssen.

    Antworten
  53. Carolin Otzelberger

    Danke, danke, danke!
    Ich glaube jeder, halbwegs empathische Mensch denkt und fühlt all das genauso. Doch aus der Feder einer erfahrenen Traumatherapeutin hat es hoffentlich mehr Gewicht.
    <3

    Antworten
  54. Evelin

    Liebe Dami
    Ich genieße mein Enkelkind, dass mich abknutscht und mich nieder kuschelt. Diese ehrliche, direkte, herzliche und innige Körperlichkeit tut mir so gut, ja, das brauchen wir alle so sehr. Menschen die uns nahe stehen, uns nahe sein dürfen und uns einfach gut tun.
    Bin tief traurig, dass es so viele Menschen gibt, die gerade jetzt einsam sind und keine Umarmungen spüren, kein Lächeln erhalteneinfach keinen Kontakt zu anderen Menschen haben dürfen. Es ist verboten, und dieses Verbot kommt von Menschen, die uns ihre Angst überstülpen.
    Nur wenn’s unbedingt sein muss, setze ich eine Maske auf. Ich möchte weiterhin lernen „maskenfrei“ und in Freiheit zu leben.
    Dami, ich freue mich immer, wenn ich von dir höre/lese.
    Danke dir von Herzen.

    Mitakuye Oyasin – Alles ist miteinander verbunden (Lakota)

    Evelin

    Antworten
  55. Ute Strauß

    Liebe Dami,
    das, was Du in deinem Blogartikel geschrieben hast, war das Lesenswerteste der ganzen Corona-Krise und ein absolutes MUSS als Lektüre für alle Traumatherapeuten.
    Danke, danke , danke für Dein Wissen, deine wertvolle Arbeit und dass Teilen Deiner Weisheit!

    Antworten
  56. Monika Behrendt

    Liebe Dami

    ich habe so eben an den Ministerpräsidenten meines Landes NRW einen Brief geschrieben, um ihm Rückmeldung zu geben, was alles an Unmenschlichkeiten in seinem Land im Namen der „guten“ Sache geschieht, die Leben retten will.
    Jetzt bin ich so im Schreibflow, dass ich meine Geschichte auch hier erzählen möchte, aber nicht um ein …oh, du Arme … zu bekommen, nein, genau das Gegenteil möchte ich erreichen.
    Aufwachen und sich bewußt machen, was Angst in Menschen auslösen kann, die in normalen Zeiten freundliche, liebenswerte Menschen mit Verantwortung für andere sein konnten.
    Bei meinem ersten Friseurtermin nach langer Zeit, auf den ich mich sehr gefreut hatte, passierte folgendes:
    Ich habe nach Einhaltung aller strengen Regeln, Händewaschen, Abstand halten, Mundschutz anlegen schnell bemerkt, dass mir unter der Maske das Atmen sehr schwer fiel, tiefes Luftholen und leichte Panik war in mir.
    Als ich daraufhin versucht habe, mir etwas mehr Luft durch leichtes Hochschieben des unteren Randes der Maske zu verschaffen, war sofort die Reaktion der Chefin aus diesem Friseurladen … wenn, sie das noch einmal tun, muss ich die Polizei rufen, so etwas dulde ich in meinem Laden nicht!
    Meine Panik wuchs, ich bekam einen Hustenreizanfall, mir wurde das Glas Wasser verweigert, um das ich bat. Ein Bonbon zum Stillen des Hustenreiz durfte ich auch nicht lutschen und mir wurde angedroht, wenn ich mich jetzt nicht ….. füge … , würde ich des Ladens verwiesen, auch mit den noch nassen Haaren.
    Mir half keiner, als mir beim Bezahlen schwindelig wurde und ich mich auf eine Treppe setzen musste, und ich bekam so etwas wie Lokalverbot.
    Ich bin eine Frau von 70 Jahren, gehe seit 10 Jahren zu diesem Friseur, wollte nur einen neuen Kopf … und atmen.
    Was passiert nur mit den Menschen in diesen Zeiten der Angst?
    Wo bleibt Menschlichkeit und wo auch die Verantwortung für den anderen, die doch immer auf den Fahnen der Unterstützer dieser Maßnahmen so hoch gehalten wird?
    Ich mag zur Zeit nicht mehr unter Menschen gehen, bleibe zuhause, lese mir meine Ressoucen durch, die ich im Oktober im Trauma-Kurs aufgeschrieben habe, koche Marmelade, stricke Socken und sehne mich nach Menschen, denen ich mich verbunden fühle.
    Danke Dami, du bist eine von denen, mein herzliches Dankeschön.
    Meine Atemluft habe ich inzwischen wieder gefunden, meine Fassung über das Geschehene nicht.
    Monika

    Antworten
  57. mo

    Was soll das heißen, es darf keine neue Normalität geben?
    Ich dachte genau darum geht es in Therapie, und im Leben allgemein, dass man lernt seine wenig hilfreiche „Normalität“ in neue Bahnen zu lenken, die helfen mit der Realität klarzukommen. Wenn sich die Realität verändert, was sie naturgemäß ständig tut muss man eben auch seinen Umgang damit anpassen und eine neue Normalität entwickeln. Dafür gibt es sinnvolle und weniger sinnvolle Wege und welcher wie zu beurteilen ist, lässt sich meist erst im Nachhinein beurteilen.

    Es erschreckt mich, wenn so eine simple Maßnahme wie das Tragen einer Maske bei einigen wenigen Gelegenheiten quasi zum Niedergang der Menschlichkeit erklärt wird. Mir fällt das Tragen der Maske auch nicht leicht, es ist unangenehm, die Brille beschlägt, es atmet sich schlechter und ich neige ein wenig zu Klaustrophobie darunter. Also übe ich das, überlege mir wie ich die Maske transportiere und handhabe, damit ich sie nicht zur Virenschleuder mache und der Schutz meiner Mitmenschen gewahrt ist. Ich versuche schlicht nicht Teil des Problems zu sein.

    Es ist nun nicht so, dass die Maske jeden Kontakt verhindert, ganz im Gegenteil stelle ich fest, dass man sich mehr anblickt, Varianten der Körpersprache bewusster einsetzt und zu lesen versucht, etc.. Natürlich schafft die Maske auch neue Formen der „Revolution“ indem manche Menschen demonstrativ ihre Abneigung zur Schau stellen und die Masken mit voller Absicht zur Virenschleuder machen oder sie halt gar nicht erst benutzen. Erinnert mich ein bisschen an die Raucher, die anderen absichtlich Rauch ins Gesicht blasen, weil sie sich in ihrer Freiheit eingeschränkt fühlen wenn ihr Tun missbilligt wird.

    Es ist für niemanden leicht und für jeden eine Herausforderung und es wird nicht einfacher wenn auch Therapeuten ihre Ängste und Unsicherheiten mit mehr oder weniger deutlichen Aufrufen zum Widerstand in die Welt tragen statt Hilfestellung bei der Anpassung an die neue Realität zu geben.

    Antworten
    • Dami

      Hallo Mo, nicht jede Veränderung ist eine gute Veränderung.
      Und ich schreibe aus psychotherpeutischer Sicht darüber, was das social distancing mit uns macht.
      Das kann für dich persönlich anders sein, das bedeutet nicht, dass es für viele andere Menschen und für uns als Gesellschaft gut ist.
      Herzliche Grüße, Dami

      Antworten
  58. Jacqueline

    Als ich mir, deine Worte Dami, durchgelesen habe, hatte ich das Bedürfnis, dem Geschriebenen etwas hinzuzufügen.
    Ich möchte mit meinen Worten, weder etwas relativieren oder verneinen.
    Ich sehe, die Gefahren, die Veränderungen auch mit Sorge. Ich könnte schreien, weil überall daran gedacht wird, dass Gesundheitssystem, die Risikopatient*innen zu schützen oder die Wirtschaft. Ich sehe Berichte aus Italien und Spanien und dass Pflegekräfte, Ärzt*innen dort mit ihren Traumata alleine gelassen werden.
    Nirgendwo sehe und höre ich, dass es mehr Stellenanzeigen oder Berichte darüber gibt, dass mehr Psycholog*innen oder Therapeut*innen eingestellt werden, weder für Kinder noch für Erwachsene. Noch, dass der Bedarf/pro Einwohner*in angehoben wird.
    Ich bin arbeitslos und möchte helfen, aber werde nicht gebraucht. Die Debatte welchem Schaden die Psyche nimmt, wird nur vereinzelt geführt. Es ist zum Kotzen.

    Ab hier möchte ich noch etwas hinzufügen, weil ich persönlich die Krise etwas anders erlebe.
    Ich bin selbst traumatisiert durch Entwicklungstraumata. Mit der Zeit habe ich angefangen mich immer mehr vor Menschen zurückzuziehen, weil ich die Ruhe und Stille genieße und brauchte, auch weil meine Arbeit mich sehr beanspruchte, die ich sehr liebe. Mein Bedarf an Menschen war einfach gedeckt. Meine Einsamkeit habe ich dadurch viel besser kennengelernt.

    Durch die Corona Krise, hat sich der Druck reduziert Arbeit zu finden, denn es gibt keine in meiner Umgebung eher das Gegenteil Leute werden entlassen.
    Ich habe die Liebe zur Natur wieder für mich entdeckt, die mir Kraft und Freude bringt. Ich habe mir die Zeit genommen draußen in der Sonne zu liegen, zu lesen, Yoga zu machen.
    Ich habe ganz bewusst zu Hause ein Retreat von vier Tagen vollzogen, um Corona den Rücken zu kehren, mit dem Ergebnis, dass ich mich jetzt aktiv um meine Selbstständigkeit kümmere.
    Durch die Organisation von Nachbarschaftshilfe, habe ich eine Person kennengelernt. Es ist vielleicht der Beginn einer Freundschaft. Noch dazu bin ich jetzt Online mehr vernetzt, um politische Arbeit vorzubereiten. Wir werden uns alle demnächst persönlich kennenlernen. Zu einer Demonstration (nein, ich bin keine Corona Gegnerin und vertraue darauf was Drosten sagt) war ich endlich mal wieder nicht alleine, sondern zu zweit.
    Das Thema Selbstliebe, Meditation, ist durch Corona so in meinen Fokus gerückt. Ich lerne mich jeden Tag mehr kennen, weil ich jetzt Zeit dafür habe.

    Als Schlusswort. Die Maske finde ich nervend und störend auch in der Kommunikation. Trotzdem finde ich, tragen wir alle eine Verantwortung Schwächeren gegenüber, so das ich das Maske tragen, wichtig finde. Ich versuche jetzt mehr darauf zu achten, dass meine Augen Lächeln, strahlen, um anderen zu zeigen, ich bin da. Ich sehe dich.

    Ich will damit nur sagen Krisen können auch positive Auswirkungen haben.

    Antworten
  59. Beatrice Legien-Flandergan

    Liebe Dami,

    vielen lieben Dank für Deine warmen und wahren Worte zur aktuellen Situation und was das mit Menschen macht. Ich habe schon viele Deiner Videos gesehen und einiges von Dir gelesen. Mich interessiert es, weil ich aus einer dysfunktionalen Familie stamme, die mit echtem Kontakt und Nähe nicht umgehen kann. Die kommen daher ganz gut klar mit dieser Situation. Für mich ist das schon immer eine Qual gewesen und ich wollte so nie wieder leben.

    Ich habe einen sehr langen schmerzhaften Weg hinter mir und tat ebenso viel dafür, mein Umfeld auf einen besseren Weg zu bringen. Ich weiß, wie schwer es für Nahestehende ist, sein Umfeld positiv beeinflussen zu können. Doch ich hatte schon viele positive Veränderungen bewirken können.

    Leider ist diese aktuelle Situation so eine brutale Erfahrung, dass es auch bei mir viele Deja-vus gab und Ängste erzeugte. Auch mit meinem Umfeld ist es wieder richtig schwierig geworden. Mit einigen konnte ich längere Zeit keinen Kontakt mehr haben.

    Am meisten stört mich, wie ich die zunehmenden Spannungen und Ängste im Außen spüre und nicht weiß, wie ich helfen kann. Ich bin sehr wütend auf die Regierung, was sie von den Menschen verlangt und wie unmenschlich und unsinnig ihr Vorgehen ist.

    Die Masken sind für mich die Hölle. Ich ersticke darunter und weiß, dass ich meiner Gesundheit damit schade. Zudem hatte ich eine Nahtoderfahrung bei der Geburt mit Erstickung. Ich habe zwar ein Attest, doch Stress kommt durch Anfeindungen und Nichtakzeptanz von einigen. Ich meide jede Situation, wo ich mich maskieren soll. Und wenn ich mal dazu gezwungen bin, sehe ich es wie in eine Schlacht gehen in der Hoffnung zu überleben. Das soziale Distanzieren, diese fehlende Lebendigkeit und von vielen wie eine Bedrohung gesehen zu werden ist für mich oft unerträglich.

    Hilfreich finde ich derzeit Aktivitäten in diversen Gruppen. Menschen gegenseitig zu stärken, sich auszutauschen, Antworten zu finden, das ganze einsortieren zu können und herausfinden, was man jetzt Gutes und Sinnvolles tun kann. Ich will alles mir Mögliche dafür tun, dass das keine neue Normalität wird.

    Herzliche Grüße
    Beatrice

    Antworten
  60. Müller Sandra

    Liebe Dami,

    ich möchte mich auf diesem Wege Bedanken für die Gedankengänge,für die Beleuchtung und Auswirkungen wo es auf Menschen Gesellschaften hat mit der Corona Zeit wo jeder einzel auf seine art und weise erlebt.Oder alte Erinnerungen im Unterbewusstsein hoch kommen sei es bei Mensch oder Kollektiv.
    „Deine Worte:Kein Mensch ist eine Insel. Bitte vergesst nicht, was ein normaler Umgang miteinander ist. Vergesst nicht, dass ein Gesicht auch zum Lächeln da ist und Hände zum Berühren.“
    Stimme ich dir zu auf den Punkt gebracht.
    Ich wünsche dir viel Glück auf dem weiteren Weg.
    Danke für deinen Bericht.

    Antworten
  61. Dagmar

    Ich möchte nur sagen, mir tut die „Distanz“ auch ganz gut und ich kann mich nur in vielen Dingen Manuelas Kommentar anschliessen.

    Antworten
  62. Andrea Dreibach

    Liebe Dami,
    deine Worte sind eins zu eins auch in meinem Herzen und in meinen Gedanken. Vielen Dank dafür!
    Was hier seit Wochen und zum Teil seit Monaten mit ganzen Bevölkerungen weltweit gemacht wird, nenne ich ein Verbrechen an Körper und Seele. Das größte Verbrechen ist, dass es nie um unsere Gesundheit ging und geht, sondern immer nur um Macht. Wir werden also angelogen und auf verwerflichste Art und Weise auf Jahre hinweg massiv geschädigt. Ginge es um Gesundheit, hätte man schon längst das Glyphosat verboten. Ginge es um Gesundheit, würde man das Rauchen verbieten. Ginge es dem Staat um Gesundheit, würde man eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf den Autobahnen einführen, um Unfalltote zu reduzieren. Ginge es um Gesundheit, würde man die Kranken- und Altenpflegekräfte mit dem 3fachen Gehalt und besseren Arbeitsbedingungen ausstatten und diesen Berufen die Wertschätzung entgegen bringen, die sie verdienen. Das gleiche natürlich mit allen anderen Sozialberufen. Ginge es dem Staat um unsere Gesundheit, würde man die Heilpraktiker hochschätzen und unterstützen, anstatt sie abschaffen zu wollen. So könnte ich noch seitenweise weiterschreiben. Also lasst euch nicht einreden, dass es um unsere Gesundheit geht, und lasst euch nicht bevormunden, welche sozialen Kontakte wir haben „dürfen“. Und hört auf, Masken zu tragen! Denn ist es so, wie Dami das beschreibt, die Masken sind extrem schädigend. Ich bin froh, dass inzwischen immer mehr Menschen aufwachen und auf die Straße gehen, um für ihre Rechte und für ihre tatsächliche Gesundheit zu kämpfen. Wir müssen raus aus der Erstarrung.

    Antworten
  63. Birgit

    Liebe Darmi,
    Schön das du Worte findest.

    Auch ich bin Köperpsychotherapeutin und Traumatherpeutin und frage mich was passiert, wo ist das Wissen um uns Menschen als( schon traumatisierte )psychosoziale Wesen, wie gespalten ist dies die “ doppelte Wirklichkeit“ in der wir zur Zeit leben.
    Uns arrangieren…
    Mit den Ängsten und um Vertrauen ringend.
    Unsere Gesundheitssysteme stehen Kopf oder Apparate-, Schulmedizin ringt um Antworten und ihre Dominanz.
    Der Heilpraktiker wird still reformiert/ abgestellt? Unsere Selbstbestimmung über Körper/ Imunität kaum beachtet, all die ethischen Fragen nur gestreift.

    Der kritische Blick und all die Hilfsbedürftigen, wie du sie erwähnst und würdigst, wie sich all im Schutz von…dies unterordnen soll.
    Welch soziale Konkurrenzen um?
    Der Virus als Angreifer, der einen Wirt sucht, zutiefst traumadynamische Symbolik, das Unbekannte aus der Natur? was uns weltweit (kollektiv) auf uns zurück wirft?
    Welch Symbolkraft.

    ALLE Kräfte ringen um den Weg zurück oder wohin?
    Transformation ist ein Ruf!

    Nun UrÄngste abzulösen, die Bereitschaft zu wandeln erlebe ich ebenso wie den kalten Rückzug in die Starre.
    Manche erholen sich in der Verlangsamung und in dem auf Distanz sein dürfen, nur gewählt Kontakte zu pflegen, das eigene, wesentliche Wert zu schätzen usw..
    Dies würde ich gerne ergänzend betonen.
    Die Chance in der Krise!

    In mir geht es rauf und runter, eng und weit, sinnhafte und geschockte.
    Ein Ringen um Ängste und Vertrauen, wohin dies uns führt.

    Zugleich ordnet sich etwas aber welche Kräfte setzten sich durch?
    Was ist zu tun oder zu lassen.
    Wie verbinden.
    Gut diese Gedanken zu teilen, danke!
    Birgit, 12.Mai 2020

    Antworten
  64. Karl-Heinz Knebel

    Liebe Dami,
    Danke für Deine Worte, Deine Gedanken, Deine Klarheit und dein Mitgefühl.
    Ich möchte mich hier einbringen mit einem Gedicht von Hermann Hesse, das mir eine Antwort gibt auf die Lebensumstände vieler Menschen heute:

    Dass Gott in jedem von uns lebt,
    dass jeder Fleck Erde uns Heimat sei,
    jeder Mensch uns verwandt und Bruder/Schwester ist,
    dass das Wissen um diese göttliche Einheit
    alle Trennungen in Rassen, Völker, in Reich und Arm,
    in Bekenntnisse und Parteien als Spuk
    und Täuschung entlarvt.
    Das ist der Punkt, auf dem wir zurückkehren,
    wenn furchtbare Not oder zarte Rührung unser Ohr öffnet
    und unser Herz wieder liebefähig gemacht hat.

    Dieses Gedicht gibt mir Kraft und Zuversicht.

    Karl-Heinz

    Antworten
  65. Ella

    Ja, das Ganze hat sicherlich auch psychische Folgen die nicht zu unterschätzen sind. Trotzdem finde ich es fragwürdig, medizinische Maßnahmen die dem Schutz des Lebens dienen in Frage zu stellen und damit die psychische Gesundheit einiger über die körperliche Gesundheit vieler zu stellen. Ist es nicht auch traumatisch einen lieben Menschen schlimm erkrankt zu sehen? Wirklich Angst machen mir hier auch einige Kommentare… Demonstrieren ist in dieser Zeit wirklich nicht angebracht. In Ländern wie Schweden wäre es sogar untersagt weil mehr als 50 Menschen zusammen kommen. Wenn der zweite shutdown kommt weil einige wenige sich beschränkt fühlen aber dadurch alle mehr einschränken ist keinem geholfen….

    Antworten
  66. Ella

    Und nochwas fällt mir beim Lesen der Kommentare auf: es ist manchen Menschen offenbar wichtiger, ihre „Freiheit“ zu haben als andere Menschen zu schützen. Egoismus pur, ich bin froh, dass die meisten doch noch anders denken…

    Antworten
  67. Susanne

    Liebe Dami,
    die Corona-Pandemie und ihre Folgen fordert uns Menschen weltweit heraus, unsere grundsätzlichen Einstellungen in vielen wesentlichen Fragen des Lebens neu zu überdenken. Je offener wir dies tun, umso mehr können wir allesamt davon profitieren. Daher danke für deinen Beitrag.
    Du sprichst als Körpertraumatherapeutin von den negativen Folgen von Angst bis Gewalt und dem Anstieg von Traumasymptomen. Ich habe als Teilnehmerin deines Onlinekurses zur Traumabewältigung mit entsprechenden Grunderfahrungen gut nachvollziehen können, was du damit meinst. Und ich habe mit Schrecken in den meisten Kommentaren gelesen, wie Menschen dies zum Anlass nehmen, ihre Traumaerfahrungen auführlich darzustellen – ich halte dies für wenig hilfreich und es fördert meiner Meinung nach Retraumatisierungen.
    Gleichzeitig habe ich in deinem Beitrag einen wichtigen Hinweis vermisst: den der Solidarität. Wir erleben zur Zeit alle auf einigen Ebenen Hindernisse, die den direkten Körperkontakt erschweren, jedoch erlebe ich keinesfalls den Verlust von Gemeinschaft – im Gegenteil. Es freut mich zu sehen, dass unsere Gesellschaft gemeinschaftlich Verantwortung übernimmt, um Menschen vor Leiden und Tod zu schützen. Es gibt mir Hoffnung zu erleben, wie wir – privat und gesellschaftspolitisch – um den besten Weg im Umgang mit der Eindämmung und den Folgen der Pandemie diskutieren, auch wenn dabei „Risse“ entstehen – wir leben in einer Zeit, in der wir aufgefordert sind, zu „lebensnotwendigen“ Fragen (Armut, Klimawande, Verteilungsgerechtigkeit…) Stellung zu beziehen – ob uns das gefällt oder nicht. Auch wenn ich mit vielem nicht einverstanden bin (oder mir das Wissen fehlt, um es beurteilen zu können), habe ich doch den Eindruck, dass die Verantwortlichen auf politischer Ebene in Deutschland, durchaus kontrovers diskutierend, um das Wohl der Bürger bemüht sind. Und ich bin dankbar, nicht in einem Land leben zu müssen, in dem kein ausreichendes Gesundheitssystem vorhanden ist, und die Menschen der unteren sozialen Schichten leiden, während die oberen sozialen Schichten weitere Vorteile und Freiheiten fordern.
    Wie M. Huber bin ich auch der Meinung, dass gleichwohl zu wenig im Detail informiert, erklärt, begründet, um Engagement geworben wird: das „wertschätzende Mitnehmen“ felht hier in eklatanter Weise, wie generell in unserer Demokratie.
    Ich unterstütze deinen Aufruf, miteinander und untereinander viel direkten Kontakt herzustellen, so wie ich ihn tagtäglich erlebe: Man begegnet sich, nimmt kurz die Maske ab und lächelt sich an. Ich sehe auf der Straße lächelnde Augen über die Maske hinweg. Wir berühren uns an den Armen und legen in unsere Stimmen besonders viel Wärme, wir überlegen uns genau, welche Worte wir aneinander richten und wir erleben Solidarität – nicht immer, aber auch. Ich finde, dies ist wichtig hervorzuheben, um nicht die Kraft zu verlieren, um unsere zukünftige Welt zu gestalten.

    Antworten
  68. Adelheid Freyer

    Über alles geschätzte, liebe Dami,

    danke s e h r von Herzen, dass du dich zur Krise „gemeldet“ hast.
    Ich hatte es mir so gewünscht.
    Nun verstehe ich besser, was mit mir geschieht und geschah in den letzten Wochen. Das hilft mir besser zurecht zu kommen und damit umgehen!
    Das eben hilft mir im Umgang mit meiner traumatisierten Seele.
    Es ist so gut, dass es dich gibt!!
    Alles Gute
    Adelheid Freyer

    Antworten
  69. Nadin

    Liebe Dami,
    Danke für deinen Beitrag! Er spricht genau an, was ich erlebe. Ich bin selbst in einem Heilmittel-Beruf tätig und werde seit 8Wochen entweder dafür angeknurrt, dass ich noch Therapien anbiete, oder aber dafür angeknurrt, dass ich sie eben nicht mehr anbieten kann. Und diese Verantwortung für andere entscheiden zu müssen, ob eine Behandlung notwendig ist, oder eben nicht; raubt mir den Schlaf und viel Energie. So dass ich jetzt andere Lösungen suche. Ich erlebe die scheinbare Rückkehr in den Alltag (Öffnung der Läden / Sportstätten ect) bald noch schlimmer als das Wir-bleiben-alle-zu-Hause. Denn erst jetzt wird deutlich, wie verstörend verändert die Welt doch ist. Ich erlebe JETZT den innerlichen Rückzug, die Depression, die Überforderung. Und oft denke ich an meinen Sohn, für den das ganze in seine eigene Sozialisierung fällt.
    Meine Therapie findet nur noch Online statt; aber auch da ist es so: dass ich es noch eher aushalte nur zu telefonieren, statt irgendwann wieder vor Ort zu sein und in 3m Abstand der Therapeutin mit Mundschutz gegenüber zu sitzen. Davor graut es mir ; vor allem, weil ich endlich einen Weg der Co-Regulation mit ihr gemeinsam gefunden hatte. Das alles macht mich traurig , wütend und vor allem hilflos.
    Und ‚Durchhalten‘ so wie früher muss nun zwangsläufig wieder als Überlebensstrategie reaktiviert werden..

    Gruß aus Berlin

    Antworten
  70. Dana-Viola

    Ein sehr guter Beitrag, unserer jetzigen Lage. Ich kann mich allen Punkten anschließen!

    Antworten
  71. Grit

    Liebe Dami, vielen Dank für den aus meiner Sicht sehr wertvollen Beitrag.
    Ich finde es auch sehr wichtig, die Fragen zu stellen, die Sie in Ihrem Blog aufwerfen. Was wird das alles mit uns als Menschen, die soziales Miteinander brauchen, längerfristig machen und was mit unseren Kindern und Enkeln?
    In dieser Zeit ist auch für mich zu merken, mit welchem Anteil an PTBS ich noch lebe. Zwar versuche ich persönlich schwarze Masken mittlerweile als Konfrontationstherapie zu betrachten, merke aber auch, wie schwer mir das fällt, weil ich eben doch stark darauf reagiere. Damit ich beim Tragen der Maske nicht in Angstzustände oder Panikattacken gerate, erlaube ich mir mittlerweile, die Nase heraus zu nehmen, das hilft mir persönlich sehr. Da meine Ärztin noch in ihrem Heimatland Tschechien „festsitzt“ und ihre Praxis nicht betreiben und ihre Patienten nicht versorgen kann, ist ein ärztliches Attest für mich derzeit nicht in Sicht.
    Auch ich würde mir wünschen, den Blick in dieser Situation auszuweiten und auch die mittel- und langfristigen Folgen in so vielen Bereichen unserer Gesellschaft zu diskutieren und nicht völlig kopflos und panisch aus der Angst heraus zu reagieren.

    Ihnen persönlich und Ihrem Team alles Gute und ein herzliches Glück Auf

    Antworten
  72. Dagmar Brandt

    Liebe Dami,
    ich bin sehr froh, dass es Menschen gibt, die den Kollateralschaden im Zwischenmenschlichen mal genauer betrachten (auch Raphael Bonelli hat wunderbare Statements dazu abgegeben / wiener Psychologe). Da ich deine Beiträge aus früherer Zeit kenne, war ich freudig überrascht, auch von dir Dami, Statements über unsere momentane Situation lesen zu können.
    Auch mich nimmt diese schwierige Zeit, besonders in meiner jetzigen Situation sehr mit:
    Seit letztem Jahr habe ich so etwas wie eine Retraumatisierung erlebt und habe deswegen für acht Wochen eine psychosomatische Klinik besucht. Am Ende der Klinikzeit, Anfang März diesen Jahres, wusste ich, dass eklatant wichtig für mich ist, viele neue und alte menschliche Kontakt aufzunehmen bzw. wieder zu intensivieren, eine Spielegruppe zu gründen und den Tangotanz wieder zu reaktivieren. Ohne zu wissen, was auf mich zukommt, betrat ich erholten Mutes wieder die Welt der alltäglichen Realität, vor allem, mit viel Freude auf meine Freunde und Bekannten.
    Das Resümee nach 2,5 Monaten:
    zwei der geliebten Freundinnen glauben nicht an das Virus und halten sich an keine Regeln. Andere nehmen die Regeln einfach ernst. Von meinem eigenen Sozial Distancing abgesehen, da für mich auch die Virusbedrohung vorhanden ist und komme damit nicht aus diesen folgenden widersprüchlichen Gefühlen raus:

    ANGST VOR DEM MENSCHEN (IM GRUNDE, EINER GEFAHRENQUELLE), DEN ICH DOCH SO VERDAMMT GERNE WIEDER SEHEN MÖCHTE, WEIL ICH MICH JA VIELLEICHT ANSTECKEN KÖNNTE. DAS TUT SO WEH!

    Damit bin ich im Moment in einer der herausforderndsten Situationen meines Lebens. Ich hoffe sehr, wir bekommen diesen ganzen toxischen „Schlamassel“ (toxisch nicht nur wegen des Virus) zusammen endlich bald wieder geregelt.
    Und….mein Therapeut, den ich noch kaum kenne, möchte die Auflage, Masken während einer Therapiesitzung tragen zu müssen, nachkommen. Ich bin sprachlos!!!

    Gruß aus Berlin

    Antworten
  73. Trude Egle

    Danke!! Ich schließe mich den Kommentaren an, auch ich bin sehr dankbar, dass Dami all dies ausspricht. Dass ich als Körpertherapeutin angstverkrampfte Menschen nicht behandeln darf ist das eine, dass durch die Hintertür ein völlig verrücktes Verhalten eingeführt wird, welches plötzlich als gesünder gelten soll ist das andere. So wie es bei der Geburt der Kinder bereits normal ist, dass statt Augenkontakt und Bindung die medizinische Technik die erste Rolle spielt. Nicht das Kind mit der Mutter bestimmen, wann es los geht sondern ob es in den Zeitplan der Klinik passt. Gruslig!!! Immer weiter weg von der menschlichen Natur, das will ich nicht!
    Danke Dami!!

    Antworten
  74. Jeannette

    Mir geht es schon seit Jahren so. Zum Einen kann ich keine Gesichter lesen. Zum Anderen bin ich nicht kompatibel mit 99,999% der Menschheit. Für mich hat sich nichts verändert. Ich bin verwundert darüber, wie Menschen austicken, weil sie mal nicht im Cafe sitzen können.

    Antworten
  75. Steffi

    Liebe Dami,
    auch ich habe gerade im Februar/März 2020 in einer sehr dunklen und antriebslosen Phase gesteckt. Nach einem hochtraumatischen abrupten Trennungserlebnis konnte ich nicht gut alleine sein und war dazu mehr oder weniger nun gezwungen. Erstaunlicher Weise hat es nach kurzer Zeit dazu geführt, dass ich schnell gelernt habe, dass ich sehr gut mit mir allein sein kann. Das hat mich erstaunt und auch getröstet. Seitdem geht es mir besser. Ich habe Wege gefunden, mich mit einigen wenigen guten Freundinnen regelmäßig im Freien zu treffen und mit Familienmitgliedern einen guten Weg zu finden. Und des entwickelt sich in mir plötzlich eine Klarheit: Ich erkenne ganz deutlich, was noch in mein Leben passt und was losgelassen werden möchte. Das ist ebenfalls ein heilsamer Aspekt. Diese Zeit bringt so vieles ans Licht. Aber ja, einfach ist das alles nicht und ich empfinde das Öffnen der Geschäfte und die Wiederaufnahme des neuen Alltags auch als anstrengend. Dein Text beschreibt so wunderbar, wie sehr wir Gestik und Mimik brauchen, um auf der nonverbalen Ebene gut kommunizieren zu können. Und ich erlebe in meinem beruflichen Umfeld Kollegen/-innen, die alle sehr rücksichtsvoll und zurückgenommen sind. Jedoch unsere Führungskraft lehnt einigs ab und trägt keine Maske, schließt einfach offene Fenster in meinem Büro und hält die Maßnamen für „overloaded“. Das stresst mich sehr, wenn sich mehrere Personen in meinem Büro versammeln und rücksichtslos sind, da ich Kontakt zu meinen fast 80-jährigen Eltern halten möchte. Und auf der anderen Seite habe ich sehr gute Arbeitsbedingungen in den meisten Stunden des Arbeitstages. Ich habe für mich entschienden, meinen eigenen „Shut-Down“ zu leben, achtsam zu sein und manches auch in Zukunft ruhiger angehen zu lassen. Das ist ein positiver Aspekt dieser Zeit für mich. Ich wünsche uns allen die Kraft, die wir brauchen, um durch diese Zeit zu gehen.

    Antworten
  76. Wilhelmine

    Liebe Dami,

    Sehr bedenklich!
    Ich habe gespannt deinen Beitrag und auch die Kommentare zu deinem Beitrag gelesen – das Bild am Schluss ist die Bestätigung, dass Gefühle ansteckend sind und dass Befürchtungen zum großen Teil nur Vorwürfe nach sich ziehen.

    Was ist daran nützlich? Nicht viel! Die Ansteckung durch Gefühle anderer ist sicher nicht das gleiche wie Mitgefühl. Die Vorwürfe versuchen die Verantwortlichen auszumachen.

    Ich denke, dass die vielen Einzelnen einer Gesellschaft sicher besser mit Fakten und mit der Wahrheit durch das Leben gehen. Vielleicht auch mit der Erkenntnis, dass die Krise vorüber sein wird und wir daraus einiges lernen können. Das neue Normale kann ja auch sein, dass wir uns auf die Wahrheit ausrichten und nicht leichtfertig mit anderen umgehen. Das wünsche ich allen.

    Wilhelmine

    Antworten
    • Dami

      Hallo Wihelmine, woher weißt du denn was wahr ist? Menschen können sich nicht an Wahrheit ausrichten, weil es immer nur einen momentanen Stand der Dinge gibt oder eine allgemein anerkannte Meinung. Wahrheit hat sich im Laufe der Geschichte schon oft geändern. „Frauen sind dumm“ war mal eine Wahrheit. „Schwule sind krank“, war (und ist für manche immer noch) auch eine Wahrheit.
      Für mich geht es darum, ob es Dissenz geben darf und wie eine Diskussion abläuft und wieviele verschiedene Perspektiven vorkommen. In meinem Artikel beleuchte ich schlicht die Auswirkungen die Maßnahmen auf Menschen haben (können).
      Herzliche Grüße, Dami

      P.S. jeder Kommentar muss händisch freigeschaltet werden, deshalb hast du deinen Kommentar noch nicht gesehen.

      Antworten
  77. Wilhelmine

    Liebe Dami,

    „Menschen können sich nicht an Wahrheit ausrichten“ – ist das wahr?

    Durch Fragen kann die Wahrheit gefunden werden. Sie ist das, was ist.

    Es gibt wesentliche Unterschiede zwischen Wahrheit, Meinung und Perspektive.

    Und ja, es braucht Diskussionen.

    Herzliche Grüße,
    Wilhelmine

    Antworten
  78. Schilli

    Ich danke dir für deinen Artikel. Es sind die gleichen Gedanken und Sichtweisen, die ich ab Beginn der „Kontaktsperre“ und Social distanzing empfunden habe.

    In meinem Umfeld musste ich feststellen, dass soziale Isolation kein Begriff war. Viele hielten sich an die staatlichen Anforderungen ohne über weitere Konsequenzen in psychologischer Hinsicht sind. Gerade und insbesondere für unsere Kinder kann staatsgetreues verhalten Auswirkungen haben.

    Da ich leider soziale Isolation in meiner Vita habe, haben mich alle Erinnerungen und Gefühle daran über Nacht eingeholt.
    Ich konnte und durfte mich dann mit diesem Schatten auseinandersetzen und es hat mir sehr geholfen.

    Ich kann aber sagen, dass mich diese neue Entwicklung und auch die Vermummung von Mimik und Gestik sehr beunruhigt.

    Und eigentlich fordert uns Corona gerade dazu auf, uns mit dem unbewussten auseinanderzusetzen und möglicherweise zu erkennen, dass wir ein Teil der Natur sind.
    Und dieser Virus weder unser Feind ist und wir Menschen niemanden krank macht, sondern ein Teil der naturregulation ist.

    Am Ende des Tages wird uns weder ein mundschutz noch körperlicher Abstand uns vor dem Tod bewahren werden.

    Antworten
  79. Jutta

    Vielen Dank für den Aufsatz, konnte einiges besser bei mir verstehen, in dem du es aus deiner Sicht in Worte gefasst hast.
    Ich bemerke besonders die aktivierung meiner truamatischen Erfarhungen mit Weggesperrt sein, getrennt sein, nichts dagegen tun können, tote Maske statt echtes GEsicht.
    Dies hat leider zu erheblichen
    Problemen in meiner tiefenpsychologischenTherapie geführt. Meine Therapeutin beharrt auf Maske, was ich vehement ablehne, ich möchte nicht gehindert sein, zu weinen, zu rotzen, zu schreien, mit so einem Hindernis vorm Gesicht. Dabei könnte sie in ihrem sehr großen Raum mehr als zwei Meter von mir wegsitzen. Aber Nein, ihr geht die Sicherheit vor. Ich bin verzweifelt, wir telefonieren seit drei Monaten nur noch, mir fehlt der persönliche direkte Kontakt sehr, sie, die mein wichtigtigster KOntakt war, ist nun nur noch telefonisch erreichbar, kein Schutzraum mehr, statt dessen dieser für mich emfpundener Bruch zu ihr. Ich habe ihr deinen Artikel zu lesen gegeben, das einzige was sie dazu meinte, dass dies alles nur hypotetisch wäre, welche Auswirkungen das alles auf Menschen haben könnte, und dass ihr das Thema Sicherheit und Schutz dabei fehlen würde. Ich habe nur die Wahl zwischen mich auf Maske einlassen, damit ich kommen darf, oder weiter Nur mit ihr zu telefonieren. In einem Wutanfall gestern am Telefon habe ich gesagt, dass ich mir zum ersten Mal überlege, mir eine andere Therapeutin zu suchen. Natürlich sind mir meine Traumathemen bewusst, wir haben gestern darüber gesprochen, was mir viel Klarheit über meine momentane Verhaltensweisen und Befindlichkeiten gebracht hat. Und trotzdem, ich lasse mich von meiner Therapeutin nicht nötigen, solch ein für mich unerträgliches Teil zu tragen. Meine Thera ist nachdem meine allerbeste Freundin gestorben ist, mein wichtigster Kontakt bisher gewesen. Und sie hat mir gönnerhaft angeboten statt Maske halt ein Visier zu benutzen, war ich aber noch schlimmer finde und für mich ein Widerspruch ist zu ihrem Schutzbedürfniss denn die Dinger schützen ja noch weniger. Ach, ich bin einfach nur verzweifelt, jetzt ist überhaupt niemand mehr für mich da, der wichtigste Mensch, der mir noch geblieben war, versinkt in der Angst. Alle, die ich kenne, die in Therapie sind, deren Therapeuten tragen KEINE Maske, und die Räume sind weitaus kleiner. Von daher versteh ich das Problem absolut nicht, welches meine Thera da hat. Ja, das Virus fordert seine Opfer, und ich kann nichts dagegen tun.

    Antworten
  80. Petra

    Liebe Dami,
    Ich habe heute erst den Artikel gelesen. Trotz Lockerungen kann ich nicht mehr locker sein. Meine traumatischen Kindheitserinnerungen sind aktiviert worden . Angst überflutet mich, dass Menschen meine Grenzen nach Abstand nicht einhalten. Warum sehen Menschen die Corona Krise lockerer als ich. Warum gehen meine Bekannten weiter zur Tanzausbildung – nur ich nicht! Warum können sie mit Maske und Schutzbrille tanzen – ich nicht?
    Ein Psychopharmaka soll’s lösen. Ich fühle mich wie der Tiger im Käfig: immer nur wachsam… hypervigilant bin ich … damit beschäftigt aufzupassen… und ich erstarre immer mehr, hab keine Freude und hab Angst durchzudrehen.

    Dein Artikel spricht mir von der Seele. Danke

    Antworten
  81. Fee

    Hallo Dami

    Ich bin selbst von einem Entwicklungstrauma betroffen. Von daher kann ich deine Worte auf der einen Seite gut nachvollziehen. Du beleuchtest aber meiner Meinung nach nur die eine Seite der Medaille. Ich denke es geht um eine große Abwägung – und die ist nicht leicht(!) – zwischen verschiedenen Bedrohungen und Werten…. der Wert der körperlichen Gesundheit vs. der Wert der psychischen Gesundheit. Wobei auch beides zusammenhängt. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das social distancing bei vielen retraumatisierend wirkt. Jedoch ist auch die Erkrankung an Corona mit Atemnot und den Spätfolgen traumatisierend.

    Ich bin auch total dafür, dass eine Diskussion und Debatte statt findet. Womit ich allerdings gar nicht klar komme ist. dass man der Regierung vorwirft, sie würde nur ihre Macht ausspielen und uns unterdrücken wollen. Ich denke die Regierung versucht nach ihrem besten Wissen und Gewissen zu handeln. Ob das am Ende die beste Handlungsweise IST, da können sich die Geister durchaus schieden. Und das ist auch okay so.

    Auch der „Gegenbewegung“ die gegen die Regierung wettert könnte man genau das Selbe vorwerfen. Die, die laut schreien, sie wollten nur „unsere Freiheit“ wieder herstellen – genau diese spielen genauso mit unserer Angst. Sie suggerieren uns, dass die Maske zum Symbol der Unterdrückung wird und dass man uns unseren Willen rauben möchte. Diese Bewegung wird durchaus von radikalen Gruppen unterwandert die ganz eindeutig mit unseren Ängsten spielen. Also auch da muss man sehr vorsichtig sein.

    Zu mir selbst – als Traumatisierte – kann ich sagen, dass mir das social distancing sehr gut getan hat. Ich konnte mich richtig entspannen, weil ich endlich den „Sicherheitsabstand“ hatte, den ich mir wünsche. Und auf der anderen Seite hatte ich das Gefühl, dass sich meine sozialen Kontakte sogar intensiviert haben. – Auf einer anderen Ebene. Ich denke, dass diese Krise eine Chance für uns ist neu zu entdecken, wie Kontakt gestaltet werden kann.

    Auf jeden Fall finde ich – wir sollten bewusst und aufmerksam mit der Situation umgehen – und uns auf keinen Fall der Angst hingeben. Denn die Angst ist es, die uns in die Blindheit und Abhängigkeit führt. Egal ob es die Angst vor dem Virus ist – oder die Angst vor vermeintlicher „Freiheitsberaubung“.

    Antworten
  82. Fee

    Hallo Dami

    was wäre denn, wenn wir keine Maßnahmen wie Maske und Abstand ergreifen würden….?

    Würde die Belastung der Risikopatienten nicht zur 3-fach Belastung werden?

    1.) Die Belastung der Vorerkrankung
    2.) Die Belastung der Isolation an sich
    3.) Die Belastung von der Gesellschaft isoliert zu werden. Das Gefühl als schwaches Glied der Gesellschaft für die Freiheit der jungen, fitten und gesunden geopfert zu werden.

    Ich finde, dass das gemeinsame solidarische Handeln der Gesellschaft ein ganz großartiges Signal des Zusammenhalts ist. In einer Gesellschaft, die die Schwachen im Zweifelsfall „opfert“ möchte ich nicht leben.

    Zudem sei noch der Gedanke erlaubt:

    Die Schwachen und Kranken können nicht auf die Straße gehen und für ihre Rechte demonstrieren. Die Randgruppe unserer Gesellschaft, die uns keine „Wertschöpfung“ mehr bringt, würde einfach vergessen werden. Wollen wir das?

    Ganz wichtig finde ich auch, dass wir erkennen, dass wir in einem großen Dilemma stecken. Es gibt einfach die beiden Seiten und wir müssen aus dem „Gut-Böse“/“Schwarz-Weiss“ denken raus kommen. Es ist immer schwer Werte gegeneinander abzuwiegen. Solange wir uns des Dilemmas bewusst sind, können wir wach und aufmerksam bleiben und uns unseres Verstandes bedienen – Lösungen finden, uns weiter entwickeln. Das Gefährliche ist in meinen Augen wenn wir anfangen nur noch einen Aspekt zu sehen (nur das eigene Wohl vs. nur die Solidarität) – denn das führt leider oft (nicht immer) zur radikalisierung und zur Vernebelung des Urteilsvermögens. An dieser Stelle werden wir viel leichter von Interessenvertretern einer bestimmten Richtung gefangen und manipuliert.

    Meine Devise wäre

    Erkennt das Dilemma und die Tatsache, dass es nicht DIE eine perfekte Lösung gibt!
    Akzeptiert für den Moment (!) die Gegebenheiten und versucht das beste draus zu machen.

    Antworten
  83. Rachel

    Das stimmt – und die Frage bleibt: Was ist die Alternative? Wir können doch nicht Tausende (oder wahrscheinlich Millionen!) von Menschen in die Isolation schicken, damit wir „normal“ weiterleben können. Und wer muss in die Isolation? Ältere Menschen, die sowieso schon ein erhöhtes Risiko für Depression haben? Menschen mit chronischen Erkrankungen? Welchen? Und wer entscheidet? Wird durch so was nicht nur das psychologische Problem verlagert damit „ich“ keine Problem habe, aber „die Andern“ eben? Den Virus einfach freien Lauf zu geben ist unverantwortlich und hat grausame Konsequenzen – das haben New York City und Nord-Italien, u.a., gezeigt. Die Zahl der Toten in Schweden ist überporportional, was zeigt, dass der schwedische Ansatz für viele Menschen tödlich war.

    Vielleicht gibt es ja noch andere Möglichkeiten, über die wir zu wenig nachdenken. Zum Beispiel durch Dein Nutzen des Wortes „Mimik“ fielen mir immer wieder SchauspielerInnen ein, die oft mit übergroßen Gesten arbeiten. Vielleicht können wir ja lernen, anders sozial zu sein (und endlich über physical distancing statt social distancing sprechen!). Wie Fee schon geschrieben hat: Wir müssen zugeben, dass hier ein Dilemma mit nur imperfekten Lösungen ist, denn so zu tun, als ob der Virus nicht so tödlich ist, ist kein Lösung.

    Wie können wir *gemeinsam* diese Pandemie so gesund, wie möglich überstehen? Und das muss die psychologische Gesundheit mit einbeziehen, was leider oft zu kurz kommt, daher finde ich diesen Beitrage wichtig, selbst wenn er, wie Fee das schon gut artikuliert hat, nur die eine Seite der Medaille beschreibt.

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